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Alles rund um die Z7

Firmware 2.20 für Z6 und Z7 mit Unterstützung für CFexpress veröffentlicht – erste Ergebnisse

[UPDATE 18.02.2020: Nikon hat heute Firmware 3.0 veröffentlicht. Diese neue Version bietet – neben deutlichen Verbesserungen beim Autofokus – eine bessere Unterstützung für CFexpress Karten. Die nachfolgenden Erkenntnisse beziehen sich nur auf Version 2.20. Auch wenn CFexpress Karten von SanDisk weiterhin nicht auf der Liste der offiziell von Nikon getesteten und freigegebenen Karten erscheinen, deuten erste Tests mit Firmware 3.0 darauf hin, dass diese Karten nun weitgehend ohne Probleme funktionieren.]

Nikon hat heute die Firmware Updates Version 2.20 für die spiegellosen Kameras Z6 und Z7 veröffentlicht: Nikon Download Center

Neben dem Support für RAW Video, welches einen zusätzlichen, kostenpflichtigen Eingriff des Nikon Services benötigt, bringt dieses Update als wichtigste Neuerung den Support für CFexpress 2.0 Speicherkarten. In der Ankündigung zum Firmware Update ist allerdings etwas verklausuliert vermerkt, dass dieses Update nur Speicherkarten von Sony offiziell unterstützt – die man wiederum derzeit nicht kaufen kann.

Erste Tests mit Karten von DeLOCK (128 GB CFexpress 1.0) und SanDisk (ExtremePro 128 GB CFexpress 2.0) zeigen etwas gemischte Ergebnisse. Die DeLOCK Karte verlangsamt die Performance der Kamera bei Seriennaufnahmen so sehr, dass sogar die Bildwiedergabe zum Geduldsspiel wird. Sie schafft gerade einmal 38 Bilder in Serie und es dauert danach sehr lange den Puffer zu leeren. Anscheinend werden CFexpress Karten des Standards 1.0 nicht vollumfänglich unterstützt. Von DeLOCK CFe Karten ist daher abzuraten.

Die SanDisk Karte funktioniert nach einer Formatierung erst einmal ohne Probleme, bleibt in der Leistung jedoch deutlich hinter einer Lexar 2933x XQD Karte zurück. In 12 bit RAW verlustfrei komprimiert schafft die Sandisk CFe Karte lediglich 79 Bilder in Serie (Betriebsart H), während die Lexar XQD mit 296 Fotos souverän davonzieht.

UPDATE: In einem ersten Praxistest heute Nachmittag hatte ich zwei Mal die Situation, dass bei Verwendung der SanDisk 128 GB CFexpress Karte Probleme auftauchten. Schaltet man die Z7 an tut sich für die ersten Sekunden nichts, das Speicherkartenzugriffslicht leuchtet konstant, der Verschluss schließt sich und irgendwann erscheint auf dem Display die Meldung: „Verschluss geschlossen. Bitte drücken Sie den Auslöser, um fortzufahren“. Danach funktioniert die Kamera einwandfrei.

Abgesehen davon funktionierten beide Karten einwandfrei, die DeLOCK hatte keine großen Auswirkungen auf die Performance der Z7, allerdings habe ich auch keine Serienbilder geschossen. Man konnte am Speicherkartenlicht allerdings sehen, dass die DeLock mehr als eine Sekunde zum Speichern eines Bildes benötigte.

Das Auslesen der Karten mittels SanDisk ExtremePro CFexpress Kartenleser verlief für beide Karten problemlos.

Mein Fazit: CFexpress scheint wirklich noch in den Kinderschuhen zu stecken. Die SanDisk Karte entspricht ebenso wie die angekündigte Sony CFexpress Karte dem CFexpress Standard 2.0 und sollte meiner Meinung nach funktionieren. In den nächsten Monaten dürfte XQD weiterhin das Kartenformat der Wahl sein.  

Batteriegriff Nikon MB-N10 für Z5, Z6 und Z7 – ein Produkt zum Vergessen

Es gibt Dinge, die stellen eine sinnvolle Ergänzung dar – wie zum Beispiel ergonomisch geformte Batteriegriffe für die Spiegelreflexkameras der oberen Mittelklasse aus dem Hause Nikon. Alle meine dreistelligen Kameras (D500, D700, D800, D850) sind mit einem Nikon Batteriegriff ausgestattet. Und es gibt den neuen MB-N10 für die spiegellosen Kameras Z5, Z6 und Z7…

MB-N10 an Z7

Offensichtlich war man bei Nikon während der Entwicklung der Schwestermodelle Z6 und Z7 nicht der Meinung, dass man jemals einen Batteriegriff für diese spiegellosen Kameras benötigen würde. Anders ist nicht zu erklären, warum dieses Produkt – immerhin noch hastig zusammen mit den Kameras als Prototyp angekündigt – mehr als ein Jahr nach Einführung der Kameras noch auf den Markt kommt. Um es vorweg zu nehmen: man hätte es besser lassen sollen.

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob man an einer möglichst kompakt gebauten Kamera einen Batteriegriff benötigt. Wenn man sich aber dafür entscheidet, sollte man daraus auch einen Vorteil ziehen können. Diesem so genannten Batteriegriff fehlt eigentlich alles, was die sinnvolle Nutzung eines zusätzlich angeschraubten Batterieteils ausmacht:

  • Zusätzlicher Auslöser, Einstellräder und manchmal auch ein zweiter Joystick: Fehlanzeige. Da Nikon auf Seiten der Kamera jegliche Kontakte zur Kommunikation mit dem Griff einfach weggelassen hat besteht noch nicht einmal physikalisch die Möglichkeit, Bedienelemente am Griff unterzubringen.
  • Steuerung der Entladereihenfolge der beiden Akkus, Anzeige des Ladestands der beiden Akkus: wieder aufgrund fehlender Kommunikation nicht möglich. Die Kamera zeigt immer den Ladestand des jeweils vom Griff derzeit entladenen Akkus an. Die Prüfung des Füllstandes erfolgt nach Betätigung der Check Taste auf analogem Weg über drei Leuchtdioden pro Akkufach.
  • Verwendung anderer Energiespender als dem EN-EL15/a/b Akku: nicht möglich. Der Griff nimmt lediglich zwei Akkus auf, die – immerhin – über Klappen auf beiden Seiten getrennt entnommen werden können.
  • Verbesserung der Ergonomie und sicherer Hochformatgriff. Anscheinend hatten alle Designer, die sich auch nur ansatzweise mit der Ergonomie von Produkten beschäftigen Urlaub, als dieser Griff entworfen wurde. Die Griffwulst des Hochformatgriffs ist viel zu schmal für einen sicheren Halt und über dies hinaus aus glattem Metall ohne jegliche Gummierung gefertigt. Montiert man ein Z Objektiv passt die Hand zwar einigermaßen komfortabel zwischen Unterseite des Objektivs und Griff, spätestens beim FTZ ist dies jedoch vorbei. Man darf die Finger mühsam zwischen Griff und Motorgehäuse des FTZ quetschen.
  • Ästhetische Gestaltung: über Geschmack kann man ja streiten, aber der Griff sieht schlimmer aus als alles, was ein angehender Designstudent im ersten Semester entwerfen würde. Außerdem scheint Nikon ein gewisser Stolz auf das Produkt ergriffen zu haben, da auf der Vorderseite des holzschnittartigen Griffs unübersehbar der Schriftzug Nikon MB-N10 BATTERY PACK prangt.

Das passt: Z 24-70mm 2,8 S mit montiertem MB-N10

Es gibt wirklich wenig Positives, was ich über diesen Griff sagen kann. Er ist günstiger als alle anderen Griffe, bietet dafür aber auch kaum Funktionen. Aufgrund der getrennten Akkuschächte kann von beiden Seiten jeweils ein Akku im laufenden Betrieb entnommen werden, auch wenn die Kamera auf ein Stativ montiert ist. Der größte Vorteil ist sicherlich, dass man die beiden Akkus im Griff über USB-C laden kann – sofern man EN-EL15b Akkus verwendet.

Die Verarbeitung ist tadellos und er macht einen stabilen Eindruck.

Das passt nicht: kaum Platz für die Finger bei Verwendung des FTZ mit dem MB-N10.

Insgesamt wirkt der MB-N10 wie ein Fremdkörper an Z6 und Z7. Wirkliche Vorteile bietet er nicht, vielleicht eine minimal bessere Balance bei schweren Objektiven. Videofilmer werden die Verlängerung der Akkulebensdauer bei Nutzung von zwei Akkus zu schätzen wissen.

Nikon hätte sich den Aufwand für dieses Zubehörteil besser sparen sollen. Es bleibt zu hoffen, dass die sicherlich niedrig ausfallenden Verkaufszahlen für diesen rudimentären Griff bei Nikon nicht zu falschen Rückschlüssen führen. Ein Batteriegriff macht meiner Meinung nach auch bei einer relativ kompakten spiegellosen Kamera Sinn.

Die Akkus können über USB-C geladen werden.


Am Einschub für den Akkuschacht der Kamera ist eine Aufbewahrungsmöglichkeit für den Akkufachdeckel der Kamera vorhanden. Der Akkufachdeckel der Z6 oder Z7 muss abgenommen werden, um den Briff nutzen zu können. Es währe schön, wenn man den Akkufachdeckel der Kamera auch einzeln kaufen könnte – bei der Demontage kann auch mal was verloren gehen oder eine Plastiknase abbrechen.


Rückansicht – Z7 mit MB-N10

Die Nikon Z7 und ein Städteausflug – Erfahrungen nach vier Tagen in Wien

Nachdem die Z7 für den letzten Urlaub ein paar Tage zu spät ausgeliefert wurde, stand Anfang Mai 2019 erstmals ein Städtetrip mit Nikons spiegelloser Kamera an. Trotz anfänglicher Skepsis, ob die bewährte D850 nicht die bessere Wahl wäre (Stichwort Akkus), landete eine überwiegend durch Z Objektive geprägte Ausrüstung im Rucksack. Dies war auch deshalb möglich, da das Z 14-30mm 4,0 S Ende April verfügbar war.

Die Auswahl der Objektive

Da die meisten Fluglinien relativ strikte Vorgaben zum Gewicht des Handgepäcks machen, die dann am Ende doch nie kontrolliert werden (so jedenfalls meine Erfahrung in Europa), stellt die Auswahl der Objektive immer eine Gratwanderung aus Qualität, Quantität und Gewicht dar.

Aber nicht nur während des Fluges spielt das Gewicht eine Rolle, sondern auch während des Aufenthalts vor Ort möchte man sich ja nicht unnötig abschleppen. Dennoch habe ich mich auch diesmal wieder entschieden eher das Gewichtslimit der Airline als das persönliche Wohlbefinden als Maßstab zu nehmen.

Am Ende wog der Rucksack mit innen liegender Kameratasche (nie einen offensichtlich als solchen zu erkennenden Fotorucksack auf einem Städteausflug verwenden!) und weiterem Krimskrams für die Reise 7,5 kg. Ohne Overhead wie Ladegeräte oder Proviant blieben noch 6,9 kg übrig.

Was kam mit und warum?

  • Nikon Z7
  • Z 24-70mm 4,0 S – das klassische Immerdrauf.
  • Z 14-30mm 4,0 S – der Architektur Allrounder.
  • Z 35mm 1,8 – für abendliche Streifzüge oder bei wenig Licht.
  • FTZ Adapter – sollte klar sein.
  • F 20mm 1,8 – für dunkle Kirchen, wenn die Lichtstärke des Z 14-30mm nicht ausreicht.
  • F 60mm 2,8 Micro – für die Details im Leben
  • F 8-15mm 3,5-4,5 Fisheye Zoom – geplant für Schönbrunn und den Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek.
  • 3x EN-EL15b
  • Powerbank mit 38 Wh mit USB Lader für EN-El15
  • Zusätzlich im Koffer: Nikon Ladegerät, USB (Fremd-)Ladegerät mit 2 Schächten inkl. Netzteil, Steckdosenadapter um aus einer Steckdose drei zu machen. Manche Hotels geizen leider mit Anschlussmöglichkeiten.

Stromverbrauch und Akku Management

Russen mit Blumen an einem Denkmal zu Ehren der Sowjetarmee. Am 09. Mai. Da war doch was…

In der obigen Aufstellung sieht man bereits, dass der Punkt der Stromversorgung einen besonderen Platz in meinen Überlegungen eingenommen hat. Meiner Kalkulation zufolge komme ich bei einer Stadtwanderung auf ca. 9 bis 11 Stunden Einsatzzeit für eine Kamera. Mit der D850 brauchte ich mir nie Gedanken über die Akkukapazität zu machen. Ein EN-El18 im Batteriegriff reicht auch mal zwei bis drei Tage. Bei Spiegellosen sieht dies natürlich anders aus, da die Einschaltzeit der Kamera den Strombedarf bestimmt.

Aufgrund meiner Erfahrung, dass ein EN-El15b bei meiner Nutzung durchschnittlich 3 Stunden durchhält hatte ich Sorge, dass mich drei Akkus zuverlässig über den Tag bringen. Um dieses Risiko zu minimieren habe ich mich für die Powerbank und das USB Ladegerät entschieden. Sollte unterwegs absehbar der dritte Akku nicht reichen, kann ein Akku im Rucksack über die Powerbank geladen werden.
Um es vorwegzunehmen: es hätte auch weniger gereicht.

Praxiserfahrungen

Es entstanden in den vier Tagen insgesamt 1577 Aufnahmen, von denen ca. 10% im Brennweitenbereich von 14mm bis 16mm, 10% bei ca. 24mm, 15% zwischen 30 und 35mm und überraschende 18 % bei 70mm aufgenommen wurden. Der Rest verteilt sich relativ gleichmäßig über den Zoombereich der Z 14-30mm und 24-70mm.

Objektive

Das Z 24-70mm 4,0 S wurde seiner Rolle als Standardobjektiv vollends gerecht. Fairerweise muss man dazu sagen, dass in den vier Tagen bis auf einen Vormittag immer die Sonne schien und das Z 24-70mm 4,0 somit immer bei Blende 8 verwendet werden konnte. Blende 4 habe ich aufgrund der recht deutlichen Vignettierung weitestgehend vermieden. Blende 2,8 habe ich nicht vermisst, für Aufnahmen mit Freistelleffekten werde ich beim nächsten Mal jedoch noch eine lichtstarke Festbrennweite oberhalb von 50mm einpacken.

Z 24-70mm 4,0 S im „Nahkampf“. Wüstenhaus Schönbrunn.

Die geringe Naheinstellgrenze des Z 24-70mm 4,0 S mit 30cm hat ausgereicht um das 60mm 2,8 Makro im Rucksack zu lassen, am letzten Tag blieb es zwecks Gewichtseinsparung im Hotel.

Ein weiteres Objektiv, welches kaum zum Einsatz kam, ist das G 20mm 1,8. Der weitere Bildwinkel des Z 14-30mm 4,0 im Zusammenspiel mit dem Z7 Bildstabilisator bildeten die optimale Kombination für dunkle Kirchenbauten. Trotz massiver von Nikon erzwungener) Softwarekorrektur und gewisser Schwächen bei Offenblende und 14mm in den Bildecken können die Ergebnisse vollends überzeugen. Meist lag die gewählte Blende in Innenräumen bei 5,6, ab 16mm aufwärts auch schon mal bei Offenblende f/4. Das 14-24mm 2,8 habe ich nicht vermisst.

Ebenfalls seltener eingesetzt als gedacht wurde das 8-15mm 3,5-4,5 Fischaugenzoom. Lediglich am Schloss Schönbrunn konnte es punkten (siehe das Titelbild dieses Beitrags), im Prunksaal der Nationalbibliothek verhinderten zu viele Besucher den sinnvollen Einsatz eines solch extremen Weitwinkels.

Akkuverbrauch

Eine wirklich positive Überraschung ist der Akkuverbrauch. An allen Tagen reichten maximal zwei Akkuladungen. Im Schnitt hielt ein Akku zwischen 3 und 5 Stunden durch, die Anzahl der aufgenommenen Bilder lag recht konstant bei knapp über 300 pro Akkuladung. Zieht man an einem Tag die Zeiten für Transfer mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B und Restaurantbesuche ab, bleiben von einem 11 Stunden Tag netto maximal 8 Stunden Einsatzzeit für die Kamera übrig. Die Powerbank kam nicht zum Einsatz und mit drei Akkus würde ich mich zukünftig für solche Städtetrips auf der sicheren Seite fühlen.

Gewicht und Handling

Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek.

Im Vergleich zu früheren Städteexpeditionen habe ich das geringere Gewicht der Ausrüstung deutlich gespürt. Wo sonst nach dem zweiten Tag die Schultern aufgrund des Rucksackgewichts weh taten, konnte ich mich diesmal vollends auf meine platt gelaufenen Füße konzentrieren. Auch wenn die einzelnen Objektive und das Kameragehäuse jeweils immer nur ein paar hundert Gramm einsparen, macht sich dies in der Summe deutlich bemerkbar.

Die geringeren Abmessungen der Z7 ist einerseits von Vorteil, da man die Aufmerksamkeit von Langfingern auf sich zieht, andererseits aber auch von Nachteil. Mir ist ein deutlicher Unterschied im Umgang der anderen Passanten und Touristen aufgefallen. Kommt man mit einer D850 und Batteriegriff daher wird man fast immer für einen Profifotografen gehalten. Die Leute machen freiwillig platz oder achten darauf, nicht durchs Bild zu laufen.

Mit den Z’s läuft man wohl in der Kategorie gewöhnlicher Tourist und muss sich mehr durchkämpfen. Außerdem wird man deutlich häufiger gebeten Handyfotos von anderen Touristen zu schießen. Schließlich stört man keinen vermeintlich arbeitenden Profi und trifft auf Seinesgleichen. Nach der dritten Bitte um ein Handyfoto in Schönbrunn muss ich meinem Frust wohl etwas zu deutlich nach außen getragen haben, schließlich wurde ich nach der Aufnahme mit einem sorry verabschiedet.

Votivkirche. Nikkor Z 14-30mm 4,0 S bei 15mm und Blende 4.

Doch nun zurück zur Kamera. Nach dem ersten Tag hatte ich keinerlei Irritationen bei der Bedienung mehr, d.h. ich habe keine Knöpfe gesucht, wo keine waren. Beim nächsten Ausflug mit der D850 sah das allerdings schon anders aus – wenn man die Bildwiedergabe aktiviert und vergeblich durch den Sucher einer Spiegelreflex blickt, um bei hellem Sonnenlicht die letzte Aufnahme zu überprüfen, hat man einen der Vorteile einer spiegellosen Kamera verinnerlicht. Auch die Sucherlupe war in manchen Situationen sehr hilfreich.

Staub auf dem Sensor war interessanterweise kein Thema, die Z7 hat in den Tagen lediglich ein winziges Staubkorn aufgesammelt, welches erst ab Blende 8 schwach zu sehen und so günstig positioniert war, dass es kaum auffallen konnte. Die eingebaute Sensorreinigung vermochte allerdings nicht dieses Staubkorn zu entfernen. Zwei moderat dimensionierte Luftzüge aus einem Blasebalg reichten allerdings aus, den Störenfried zu beseitigen.

Fazit

Keiner der systembedingten Unterschiede zwischen Spiegelloser und Spiegelreflex – relativ offen liegender Sensor (Staub), Akkulaufzeit und anderes Bedienkonzept – wirkte sich während dieser Reise negativ aus. Das geringere Gewicht war spürbar und die kleinere Kamera fiel insgesamt weniger auf.

Da die Bildqualität von Z7 und D850 absolut identisch ist, kann die Wahl der Kamera für eine solche Städtereise rein auf Basis von Gewicht und benötigter Funktion getroffen werden.

AF Messfeldgröße – Unterschiede zwischen Z7 und Z6

Nikon scheint die AF Messfeldgröße der Anzahl der AF Sensoren auf dem Bildsensor  anzupassen.

Leider sind keine genauen Daten bekannt, wie viele AF Messfelder z.B. bei Verwendung des Single Point AF zur Fokusbestimmung herangezogen werden.

Allerdings scheinen Z7 und Z6 von ihren 493 bzw. 273 AF Messfeldern jeweils eine konstante Anzahl für die Bildung der AF Modi Pinpoint, Single Point und Wide-S heranzuziehen. Da die Fokusmessfelder auf dem Sensor der Z6 in einem größeren Abstand zueinander sitzen, ergibt dies bei der Verwendung der gleichen Anzahl von Messfeldern eine flächenmäßig größere Abdeckung.

Dies fällt insbesondere im direkten Vergleich der Sucherbilder auf. Bei Pinpoint bis Wide-S ist der Fokusindikator im Sucher der Z7 deutlich kleiner als bei der Z6. Bei Wide-L unterscheidet sich die Anzeige hingegen nicht.

Bei Single Point sieht das im direkten Vergleich folgendermaßen aus:

In der Praxis kann dies dazu führen, dass die Z6 bei schwierigen Motiven etwas einfacher fokussieren kann.

Nikon Z7 – erste Erfahrungen

Drei Wochen nach Erscheinen der Z7 ist es für mich mal wieder an der Zeit, die ersten Eindrücke zu Nikons neuester Kamera zusammenzufassen.

Diesmal fällt mir dies allerdings etwas schwerer als sonst, da ich seit 2006 mit digitalen Spiegelreflexkameras fotografiere und sonst keine Erfahrungen mit spiegellosen Systemkameras habe.

Gehäuse

Im Vergleich zu einer digitalen Spiegelreflexkamera aus der Profiliga ist das Gehäuse der Z7 deutlich kompakter, verglichen mit einer DSLR aus der Einstiegsklasse ist der Größenunterschied bis auf die geringere Tiefe des Gehäuses marginal.

Die Z7 liegt perfekt in der Hand und vermittelt ein Nikon-typisches solides Gefühl. Die Verarbeitungsqualität ist der von professionellen Spiegelreflexgehäusen ebenbürtig, lediglich die Speicherkartenfachklappe muss ihre Langlebigkeit noch unter Beweis stellen, schließlich bildet sie die Daumenauflage.

Könnte etwas griffiger sein: das vordere Einstellrad.

Die Einstellräder sind anders texturiert als dies von Nikons professionellen Spiegelreflexkameras her bekannt ist. Speziell das vordere Einstellrad könnte stärker geriffelt sein, um Durchrutchen des Zeigefinders – speziell mit Handschuhen – zu vermeiden.

Eine spiegellose Systemkamera zu kaufen, bei der es in erster Linie auf kompakte Abmessungen ankommt und sich gleichzeitig über eine reduzierte Anzahl an Schaltern und Einstellrädern zu beschweren ist so ähnlich, als würde man einem Motorrad vorwerfen, dass es keine vier Räder hat.

Dennoch würde ich mir wünschen, wenigstens einen dedizierten AF Schalter zur Einstellung des Fokusmodus AF/AF-C und der zugehörigen Messfeldauswahl zur Verfügung zu haben.

Die beiden Fn Tasten an der Vorderseite vermitteln ein recht schwabbeliges Gefühl, nach einigen Tagen ist man jedoch recht dankbar für die etwas weiche Auslegung der beiden Tasten. Sie sind einfacher zu betätigen als die mit einem deutlichen Druckpunkt gesegneten Pendants an den professionellen DSLR Gehäusen.

Das i-Menü zur schnellen Einstellung wichtiger Parameter

Alle wichtigen Bedienknöpfe sind gut zu erreichen, insbesondere die i-Taste, die im neuen Bedienkonzept eine zentrale Rolle spielt. Über die i-Taste ruft man ein Schnellkonfigurationsmenü im Sucher auf, mit Hilfe dessen die wichtigsten Funktionen eingestellt werden können. Dieses Menü kann den eigenen Vorstellungen nach angepasst werden. Mit ein wenig Übung empfinde ich es recht intuitiv z.B. die Belichtungsmessung (Matrix/Mittenbetont/Spot) über das i-Menü einzustellen. Der Verlust so mancher liebgewonnenen Taste wird sehr gut über dieses Menü abgefangen.

Der zukünftig erhältliche Batteriegriff MB-10N wird das Handling mit Teleobjektiven verbessern und Platz für zwei EN-EL15 Akkus bieten. Einen zweiten Auslöser und zusätzliche Einstellräder wird dieser Batteriegriff jedoch unverständlicherweise nicht bieten. Die Z7 verfügt auch über keinerlei elektronische Kontakte für einen Batteriegriff mit Steuerelementen.

Aufgrund des geringen Auflagemaßes von nur 16mm liegt der Sensor sehr dicht hinter dem Bajonett. In den ersten drei Wochen habe ich häufiger Staub auf dem Sensor feststellen können. Glücklicherweise sieht man die größeren Staubkörner mitunter im Sucher bzw. Display und kann schnell reagieren. Staubkörner lassen sich auch sehr leicht mit einem Blasebalg entfernen.

Leider habe ich auch bereits etwas Öl auf dem Sensor gehabt. Dies ist nichts Ungewöhnliches und ist mir bei der D800 damals auch passiert. Mitunter löst sich am Anfang etwas Öl vom Verschlussmechanismus.

Nikon warnt eindringlich in der Bedienungsanleitung davor den Sensor zu berühren. Sollte weder die eingebaute Sensorreinigung noch der Blasebalg den Dreck entfernen können, soll man tunlichst den Nikon Service aufsuchen. Ich habe mich nicht getraut, den Sensor nass zu reinigen, konnte den Ölfleck allerdings mit einem trockenen Sensor Swab und mit minimalstem Druck auf den Sensor entfernen. So lange die Kamera ausgeschaltet ist, sollte der Sensor vom eingebauten VR Meachanismus sicher fixiert sein. Dennoch muss jeder für sich selber entscheiden, ob er dieses Risiko eingeht.

Der Sucher

Ein elektronischer Sucher ist kein optischer Sucher. So weit, so gut und bekannt – zumindest, wenn man sich bewusst für eine spiegellose Kamera entscheidet. Die Z7 ist meine erste spiegellose Kamera und ich war zunächst skeptisch, ob ich mich mit einem Suchermonitor anfreunden kann. Nach fast drei Wochen sind diese Bedenken verflogen.

Das Sucherbild ist hell und scharf. In ausreichend hellen Lichtverhältnissen vergesse ich oftmals sogar, auf einen monitor zu blicken. In dämmerigen Lichtsituationen kann man die Umgebung besser beurteilen, da Farben deutlicher (und wie auf dem späteren Foto) sichtbar werden. Bei sehr dunkler Umgebung führt die Verstärkung des Signals naturgemäß zu einem leichten Rauschen.

Bei schnellen Schwenks wird man jedoch recht schnell daran erinnert, keinen optischen Sucher zu verwenden. Das Bild erscheint etwas verzögert und es bilden sich Schlieren. Allerdings ist der Effekt nicht so ausgeprägt, dass es hinderlich wäre. UPDATE 26.10.2018: Die neue Firmware 1.01 verbessert die Suchergeschwindigkeit etwas.

Bei Nutzung der Sucherlupe sinkt die Bildwiederholrate des Suchers und das Sucherbild zeigt deutliche Verzögerungen. Diesen Effekt kenne ich von der D850 nicht, dort reagiert die Vergrößerung genauso schnell wie das normale, unvergrößerte LiveView Bild.

Der integrierte IBIS Bildstabilisator bietet einen echten Mehrwert und stabilisiert Objektive ohne VR recht effektiv. Bei Objektiven ohne CPU sollte man die Objektivdaten in die Kamera eingeben, auch wenn diese bis auf die Angabe in den EXIF Daten praktisch keine Relevanz besitzen.

Das IBIS System verarbeitet die angegebene Brennweite und berücksichtigt dies bei der Steuerung des Stabilisators. Ich würde die Leistung des IBIS Systems nach den ersten Erfahrungen mit maximal drei Blendenstufen bei Verwendung nicht stabilisierter Objektive ansetzen. Bei Anschluss von VR Objektiven arbeiten die beiden Systeme zusammen. Die Steuerung des kamerainternen IBIS erfolgt bei VR Objektiven über den Schalter am Objektiv statt über die Kamera.

Geschwindigkeit

Die generelle Arbeitsgeschwindigkeit der Z7 lässt keine Wünsche offen – Menüs und Bildwiedergabe reagieren schnell.

Wenn man Spiegelreflexkameras gewöhnt ist, stolpert man am Anfang über die Einschaltzeit bzw. die Zeit die benötigt wird, bis die Kamera aus dem Ruhemodus heraus wieder betriebsbereit ist.

(Nachfolgende Bemerkungen gültig für Firmware 1.0) In den ersten Tagen habe ich mehrfach Situationen gehabt, in denen ein Motiv bereits vor der Betriebsbereitschaft verschwunden war. Statt den Auslöser halb durchzudrücken, wenn die Kamera bereits ans Auge geführt ist, sollte man einfach kurz auf den Auslöser drücken, bevor die Kamera zum Auge geführt wird. Diese Zeitspanne reicht aus um den Sucher bzw. den Monitor zu aktivieren.

Grund für diese Verzögerung ist, dass die Kamera nach dem Aufwecken die Blende des angeschlossenen Objektivs zunächst ganz öffnet und dann auf die Arbeitsblende (bzw. bis Blende 5,6 bei Objektiven mit CPU) schließt. Mit nativen Z Objektiven geschieht dies minimal schneller als mit adaptierten Objektiven am FTZ Adapter. Der Unterschied ist jedoch so gering, dass er kaum praxisrelevant ist.

UPDATE 26.10.2018: Die neue Firmware 1.01 verkürzt die Einschaltzeit etwas.

Der Puffer fängt ca. 20 Bilder in 14 Bit verlustfrei komprimiert ab, bevor die Serienbildgeschwindigkeit einbricht. Es sind bei vollem Pufferspeicher immerhin noch 3,5 Bilder pro Sekunde möglich, vorausgesetzt es kommt eine XQD Karte mit 400 MB/s Schreibgeschwindigkeit zum Einsatz.

Akkuleistung

Aufgrund des Stromverbrauchs durch den elektronischen Sucher bzw. Display bei gleichzeitig aktivem Sensor ist es recht schwer, eine absolute Laufzeitangabe zu geben. Abhängig von der Länge der Zeit, in der sich die Z7 im aktiven, aufnahmebereiten Zustand befindet, fällt die Laufzeit in Stunden gemessen recht unterschiedlich aus.

In jedem Fall erzielt man die besten Ergebnisse mit Nikon Originalakkus. Ich konnte keinen signifikanten Unterschied zwischen EN-EL15 (Version Li-ION 20), EN-EL15a und EN-EL15b erkennen. Mit diesen Akkus sollten drei Stunden Fotoausflug mit bis zu 500 Bildern in dieser Zeitspanne möglich sein. Wobei sich die drei Stunden nicht auf eine durchgängig angeschaltete Kamera beziehen.

Nachbauten und Nikon EN-EL15 in der Version Li-ION 01 halten mitunter ca. halb so lang – gemessen in Laufzeit und Bildern. Manche auch etwas länger.

Hier die Ergebnisse der ersten Fototouren, wobei die Nutzung der Kamera recht unterschiedlich war und die Werte nur als grobe Orientierung dienen dürfen:

EN-EL15a – 3:15 und 500 Bilder

EN-EL15b – 3:20 und 400 Bilder

EN-EL15 DSTE: 2:15 und 300 Bilder

EN-EL15 BlueMax: 1:30 und 200 Bilder

Autofokus

Der Autofokus und seine Performance ist sicherlich eines der interessantesten Themen rund um die neuen Z Kameras. Nikon hat mit dem AF Modul der D5, D500 und D850 selber Maßstäbe für Phasendetektions Autofokus gesetzt, gleichzeitig aber nie einen vernünftig performanten Kontrast-AF im Live View Modus seiner Spiegelreflexkameras angeboten.

Wie schlägt sich nun die Z7? Die Antwort auf diese Frage hängt stark von der Aufnahmesituation und den verwendeten AF Modi ab. Fangen wir mit dem einfachsten aller AF Modi an:

AF-S:

Generell ist die Z7 sehr treffsicher und schnell. Nikon F Objektive verhalten sich am FTZ vergleichbar wie an einer Spiegelreflex. Die Fokusleistung der Z7 im AF-S Modus würde ich durchaus mit der D850 gleichsetzen. In schwachem Licht ist es der Z7 etwas früher nicht mehr möglich scharf zu stellen. Wo eine D850 mit hin- und her pumpendem AF am Ende doch noch (und knapp) ein Ergebnis erzielt, streicht die Z7 oftmals schon die Segel. Der Unterschied ist jedoch stark vom Motivkontrast abhängig.

In den Individualeinstellungen lässt sich unter dem Punkt a11 ein langsamerer Autofokus bei wenig Licht einschalten. Hierbei versucht die Kamera durch Reduktion der Bildwiederholrate im Sucher und zusätzlicher Verstärkung des Sensorsignals bei gleichzeitig herabgesetzter Fokusgeschwindigkeit ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Zu beachten ist außerdem, dass die Blende immer auf die Arbeitsblende bis max. f/5,6 geschlossen wird. Stellt man z.B. statt f/5,6 die Blende 4,0 ein, erhält das Fokusssystem mehr Licht und kann ggf. doch noch fokussieren. Warum Nikon nicht die Möglichkeit bietet, in dunkleren Umgebungen mit Offenblende zu fokissieren, wird erst einmal ein Rätsel bleiben.

Es stehen im AF-S Modus insgesamt vier verschiedene AF Feldgrößen zur Verfügung: Pinpoint AF, Standard, Wide-S und Wide-L.

Insgesamt sehe ich keinen signifikanten Unterschied in AF-S zwischen der Z7 und der D850. Beide arbeiten äußerst präzise und sehr schnell. Dies gilt für die Z7 sowohl bei der Verwendung von Z Objektiven, als auch für adaptierte F Nikkore über den FTZ.

AF-C:

Das AF Tracking, also das verfolgen sich bewegender Objekte, ist sicherlich die Schwachstelle der Z7. Es gibt hier drei unterschiedliche Probleme:

  • Ersatz der von DSLRs bekannten Messfeldsteuerungen, insbesondere 3D Tracking. Die Z7 bietet im AF-C Modus zusätzlich zu den vier Messfeldgrößen im AF-S Modus den von DSLRs bekannten 9-Punkt Dynamikmodus und den neuen Auto Area AF als Ersatz für das 3D Tracking an. 25 und 72 Punkt AF werden nicht angeboten, sind aber prinzipiell durch die Wide S und L ersetzt worden. Aufgrund der neuen Bezeichnungen muss man bei der Wahl der passenden Messfeldsteuerung etwas umdenken. Wirklich weggefallen ist keiner der altbekannten Messfeldvarianten, sie heißen nur anders und sehen anders aus.
  • Steuerung des neuen Auto Area AF (Ersatz für 3D Tracking): Suboptimal ist sicherlich die fairste Bezeichnung für das, was den Nikon Ingenieuren hier eingefallen ist. Man erhält ein eingeblendetes Rechteck, welches auf das zu verfolgende Objekt zu positionieren ist. Drückt man den Auslöser halb durch, beginnt die Kamera mit der Verfolgung des Objekts über das gesamte Bildfeld. Möchte man das Tracking beenden oder ein anderes Objekt auswählen, muss zunächst die OK Taste gedrückt werden, das Rechteck erscheint wieder und das Spiel beginnt von vorne. Warum endet das Tracking nicht, wenn der Auslöser losgelassen wird? Im Videomodus mag die Steuerung sinnvoll sein, aber bei Fotografie verzögert der Weg über die OK Taste den Motivwechsel massiv.
  • Leistungsfähigkeit des AF-C Tracking: im Einzelfeldfokus (Pinpoint, Normal, D-9, Wide-S und Wide-L) funktioniert das Tracking sehr gut und etwa auf dem Niveau einer D800. Die beste Trefferquote hatte ich bisher mit Wide-S. Lediglich der neue Auto Area AF ist kein Ersatz für das sehr treffsichere 3D Tracking der D5/D500/D850. Die Steuerung ist zu kompliziert und er verliert zu oft das Motiv. Während meiner ersten Tests wechselte der Auto Area AF zu oft auf den Hintergrund und lies sich nur durch Beenden des Trackings wieder auf das Motiv lenken – sofern dieses während der Ochsentour über den OK Button nicht schon verschwunden war. Meint Tipp: im AF-C Modus einfach die Einzelfelder nutzen und sich über eine gute Motivverfolgung freuen. Für 3D Tracking (z.B. Vögel im Flug) bleibt eine DSLR die bessere Wahl.

Objektivkompatibilität

Neben den nativen Z Objektiven besteht die Möglichkeit, F Nikkore über den FTZ Adapter zu nutzen. Die adaptierten Objektive verhalten sich je nach Typ unterschiedlich.

AF-P und AF-S Objektive: AF Funktion, VR falls vorhanden, die Blende wird über die Kamera gesteuert und geschlossen, bis Blendenwert 5,6 erreicht ist. Der EVF/Monitor zeigt somit bis zur Blende 5,6 die jeweilige Tiefenschärfe an. Wird eine kleinere Blende eingestellt, wird erst zur Aufnahme abgeblendet. Eine Blendenvorschau für kleinere Blendenöffnungen ist möglich, sofern ein programmierbarer Fn Knopf entsprechend belegt wird.

AF-D Objektive: mangels Antriebsmotor im FTZ Adapter können Objektive mit AF oder AF-D Stangenantrieb nur als manuell zu fokussierendes Objektiv verwendet werden. Die Blendeneinstellung erfolgt wie bei AF-S und AF-P über die Kamera, gleiches Verhalten beim Abblenden wie bei AF-S Objektiven. Das Fokusmessfeld fungiert als Fokusindikator und verfärbt sich grün, wenn die Kamera korrekten Fokus erkennt.

AI-P, PC-E Objektive: manueller Fokus, Einstellung der Blende über die Kamera. Abblendverhalten bis 5,6 wie zuvor.

AI/AI-S Objektive ohne CPU: die Blendeneinstellung erfolgt über den Blendenring. Die Blende wird unmittelbar eingestellt, dies bedeutet auch über f/5,6 hinaus. Der FTZ schwenkt bei Objektiven ohne CPU den Blendenhebel in die Ruheposition, womit die Blende rein am Objektiv direkt eingestellt wird (Belichtungsmessung bei Arbeitsblende). Es findet keine Rückmeldung über die eingestellte Blende statt, da weder der FTZ noch die Z7 über einen hardwareseitigen AI-Indexer verfügen. In den EXIF Daten der Fotos wird die in der Kamera eingetragene Brennweite und Offenblende hinterlegt, die eingestellte Blende kann nicht in die Daten geschrieben werden. Im Gegensatz zu Objektiven mit CPU agiert das Fokusmessfeld nicht als Fokusindikator und bleibt rot eingefärbt, auch wenn der Fokus korrekt eingestellt wurde. Als Fokushilfe stehen somit nur die Lupe und Fokus Peaking zur Verfügung.

Für ein paar Nutzer dürfte interessant sein, dass die spiegellose Technik Vorteile bei der Nutzung von Tilt/Shift Objektiven bietet. Bei DSLRs muss man vor dem Shiften die Belichtung messen, da sonst der Belichtungsmesser der Kamera falsche Werte ermittelt. Bei der Z7 entfällt dies, da die Belichtung direkt über den Bildsensor ermittelt wird.

Bildqualität

Die Z7 ist eine D850, wenn es um die Beurteilung der Bildqualität geht. Alles was über die D850 gesagt oder geschrieben wird, trifft bei der Bildqualität 1:1 auf die Z7 zu. Ich bilde mir derzeit ein, dass die Z7 nochmal ein wenig mehr Details auflöst, aber das muss ich noch weiter verifizieren. Die Z7 bietet eine exzellente Bildqualität in einem kompakten Gehäuse.

Interessante neue Funktion: Beugungsausgleich

Nikon hat der Z7 eine neue Funktion mit der Bezeichnung Beugungsausgleich mitgegeben. Laut Anleitung soll sie Lichtbeugungseffekte minimieren, die beim starken Abblenden auftreten. Ab Blende 11 verliert man an einem 45 MP Sensor an Feinzeichnung, da die Lichtstrahlen nicht mehr sauber auf die einzelnen Sensorpixel treffen. Diesen Effekte bezeichnet man als Diffraktion.

Der Beugungsausgleich kann sowohl in der Kamera, als auch bei RAW Bildern nachträglich in Capture NX-D zugeschaltet werden. Anscheinend handelt es sich hierbei um eine softwareseitige Optimierung. Bis jetzt konnte ich mir noch kein abschließendes Urteil zu dieser Funktion bilden, erste Tests bei Blende 16 und 22 unter Verwendung eines Testcharts sahen allerdings recht vielversprechend aus. Um die Nützlichkeit des Beugungsausgleichs abschließend beurteilen zu können braucht es allerdings noch mehr Praxiserfahrung mit echten Motiven.

Fazit

Die Z7 ist eine kompakte Kamera mit exzellenter Bildqualität, präzisem und schnellen Autofokus bei Einzelfokus (AF-S). Die Verfolgung sich bewegender Objekte funktioniert ebenfalls sehr gut, so lange man nicht auf selbständiges 3D Tracking angewiesen ist und das Motiv unter einem vorher festgelegten Messefeld halten kann.

Die Verarbeitung und Ergonomie sind exzellent und das Bedienkonzept wurde sehr gut an die kleineren Gehäuseabmessungen angepasst.

Das Z Bajonett wird in den nächsten Jahren zur primären Plattform für Nikon werden. Das im Kit erhältliche Z 24-70mm 4,0 S zeigt bereits, welche optischen Möglichkeiten der neue Bajonettdurchmesser bietet.

Derzeit sehe ich die Z Familie eher als Ergänzung zur Spiegelreflex. Die Z7 ergänzt die D850 sehr gut. Während die D850 bei allem, was sich bewegt punktet, kann die Z7 auf den Gebieten Architektur, Landschafts- und Makrofotografie überzeugen.

Möchte man nur eine Kamera einsetzen, wird die Auswahl schon schwieriger. Ob die Wahl nun auf eine spiegellose Systemkamera oder auf eine traditionelle Spiegelreflex fällt ist eine höchst individuelle Entscheidung.

 

© 2022 Dennis Saßmannshausen Fotografie

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