Nikon AF-S 24mm 1,8G ED

 

Mehr als fünf Jahre nach dem 24mm 1,8 stellte Nikon Mitte 2015 das lichtschwächere Pendant AF-S 24mm 1,8 G vor und komplettierte damit die Reihe der 1,8er Objektive unterhalb von 50mm.

Das 24mm 1,8 überrascht beim ersten Anfassen durch das geringe Gewicht. Mit weniger als 400g ist es eines der leichtesten Objektive in diesem Segment. Die Konstruktion ist nach den gleichen Designprinzipien wie auch bei den übrigen Festbrennweiten aus den 2010er Jahren umgesetzt und vermittelt einen ausreichend robusten Eindruck.

Der AF-S Motor ist als Mikromotor ausgeführt, die Fokussierung erfolgt jedoch für ein 24mm ausreichend schnell.

Optische Leistung

Bereits ab Blende 1,8 bietet das Objektiv eine beeindruckende Schärfe im Bildzentrum, die jedoch an den Rändern auf 36 MP deutlich sichtbar abbaut. Die Bildränder erholen sich auf ein gutes Niveau bis f/2,8, wobei die äußersten Ecken weiterhin weich bleiben. Ab Blende 4 ist die Schärfe über das gesamte Bildfeld exzellent.

Der größte Kritikpunkt an der optischen Leistung des AF-S 24mm 1,8 ist sicherlich die sehr ausgeprägte Vignettierung. Bei Offenblende ist die Abdunkelung zu den Rändern hin unübersehbar und dürfte in den Ecken im Bereich um – 2,0 EV liegen. Bei Blende 2,0 stellt sich schon eine deutliche Besserung ein, ab Blende 2,8 liegt die Vignettierung in einem erträglichen Rahmen um bei Blende 4 vollständig zu verschwinden.

Farben und Kontrast sind exzellent. Das 24mm 1,8 bildet deutlich kontraststärker ab als zum Beispiel das AF-S 28mm 1,8. Mit dem AF-S 24mm 1,8 aufgenommene Fotos wirken lebhaft und farbstark.

Blende 1,8 wirkt aufgrund der recht starken Vignettierung und des Schärfeabfalls recht verträumt, fast schon recht altmodisch. Ab Blende 2,0 sinkt die Vignettierung und steigt die Schärfe zum Bildrand hin schrittweise bis das Objektiv ab Blende 4,0 ein technisch einwandfreies Bild bietet. Das Objektiv bietet somit sowohl eine charakteristische Abbildungsleistung bei Offenblende, als auch eine technisch korrekte Abbildungsleistung nach moderatem Abblenden.

Das Bokeh kann bei Blende 1,8 und 2,0 ebenfalls überzeugen. Hintergründe bei Aufnahmedistanzen im Nahbereich werden cremig weich wiedergegeben. Blendet man weiter ab oder arbeitet man mit längeren Distanzen, verliert sich der Effekt bei 24mm naturgemäß recht schnell.

Fazit

Rein von der Bildqualität her setzt sich das 24mm 1,8 wohltuend vom 28mm 1,8 ab. Letztlich ist es jedoch die persönliche Vorliebe für bestimmte Brennweiten, welche die Auswahl in der Gruppe 20mm, 24mm, 28mm, 35mm und 50mm bestimmen wird.
Legt man nur die Abbildungsleistung zugrunde, ist das 20mm 1,8 das technisch beste Objektiv, direkt gefolgt vom 24mm 1,8. Mit knappem Abstand dahinter folgt das 35mm 1,8. Das 28mm 1,8 ist in dieser Gruppe aufgrund von etwas niedrigerem Kontrast und geringerer Farbstärke abgeschlagen.

Rating DX
12 MP
Rating FX
12 MP
45 MP
Starke Vignettierung bei Offenblende, leichte Unschärfe zum Bildrand hin. Ab Blende 2,8 gute Schärfe am Rand mit weicheren Ecken bei moderater Vignettierung, über das gesamte Bildfeld einwandfrei ab Blende 4.

Samples (FX / 45 MP): 24mm f/1,8 (Vignettierungskorrektur ausgeschaltet)   24mm f/2,8 (Vignettierungskorrektur ausgeschaltet)