AF Zoom Tele

Nikon, Sigma, Tamron Autofokus Zooms – Tele

Nikon 80-200mm 2,8 Telezooms

Das professionelle 80-200mm 2,8 Zoom existiert in verschiedenen Varianten. Zum Ende der manuellen Objektive hin führte Nikon bereits ein (nur in sehr geringen Stückzahlen verkauftes) 80-200mm 2,8 ED Objektiv ein.

Mit Einführung der Autofokus Objektive folgte im Jahr 1987 eine erste Schiebezoom-Variante, die 1992 auf AF-D umgerüstet wurde. 1997 wurde von Schiebe- auf Drehzoom umgestellt, bevor kurze Zeit später Ende 1998 das erste Profi-Tele mit AF-S Antrieb vorgestellt wurde. 2003 folgte ein 70-200mm VR und schließlich 2009 das überarbeitete VR II.

Die Varianten lassen sich folgendermaßen gruppieren:

  • Schiebezoom AF, Schiebezoom AF-D, Drehzoom AF-D 80-200mm 2,8: Gleiche optische Konstruktion. Fokusgeschwindigkeit mit Einführung des AF-D erstmalig und danach nochmals mit Einführung des Drehzooms verbessert. Optische Leistung über alle drei Varianten gleich.
  • AF-S 80-200mm 2,8: Erstmaliges Update der optischen Rechnung. Deutlich verbesserste Leistung bei Offenblende, deutlich schnellerer Fokus durch AF-S.
  • AF-S 70-200mm 2,8 VR: Neue optische Konstruktion mit offensichtlicher Optimierung für den DX-Bildkreis (auch wenn es ein FX Objektiv ist)
  • AF-S 70-200mm 2,8 VR II: Wiederum neuer optischer Aufbau, der an FX die Schwächen des ersten 70-200 2,8 VR behebt.
  • AF-S 70-200mm 2,8E FL ED VR: Aktuelle Version mit elektronischer Blende, erschienen 2016. Behebt das so genannte Focus Breathing der Vorgängerversion, bei der sich im Nahbereich die effektive Brennweite verringerte.

 

Nikon AF 80-200mm 2,8 ED

Nikon AF 80-200 2.8 push-pull

Auch wenn bereits die ersten beiden 80-200 Schiebezooms eine sehr gute optische Leistung aufweisen, besitzen sie jedoch ein deutliches Handicap für ein Objektiv dieser Brennweite und eines Gewichts von mehr als einem Kilogramm: Die fehlende Stativschelle.

Manfrotto bot einige Zeit lang eine Stativschelle als Zubehör an. Aufgrund der Konstruktion der Schiebezooms handelt es sich dabei eher um eine Stütze als um eine Schelle. Das Gewicht und die Bauhöhe der Objektiv-Kamerakombination wird massiv erhöht, so dass sich diese Kombination wirklich nur für einen gezielten Einsatz auf einem Einbein oder Stativ anbietet.

Die Bildqualität der 80-200er Schiebezooms ist insgesamt als sehr gut zu bezeichnen. Bis 150mm kann die Blende 2,8 bedenkenlos genutzt werden, darüber und bis 200mm sollte auf Blende 3,5 abgeblendet werden. Alle AF/AF-D Varianten besitzen aufgrund des optischen Aufbaus eine konstruktionsbedingte Fokusschwäche im Nachbereich (Backfokus) unter 5 Metern und bei Blende 2,8 bis 4.

 

Rating DX
12 MP
Sehr gute optische Leistung trotz leichtem Abfall bei Offenblende ab 150mm und dem Nahbereichsproblem unter 5 Metern.
Rating FX
12 MP
not tested.

 

Nikon AF-D 80-200mm 2,8 ED

Nikon AF-D 80-200mm 2.8 2-ring

Das zuvor gesagte gilt uneingeschränkt auch für die 2-Ring Variante. Die verbesserte Fokusgeschwindigkeit (Faktor 1,5 ggü. dem AF Schiebezoom und 10% gegenüber dem AF-D Schiebezoom) und die eingebaute Stativschelle machen diese Variante zur empfehlenswertesten aller Versionen mit Stangen-Fokusantrieb.

Rating DX
12 MP
Simply excellent, recommended version over the push-pull lens because the tripod mount.
Rating FX
12 MP
Auch an FX sehr gut. Bei 200mm sollte auf f/5,6 abgeblendet werden um eine sehr gute Schärfe bis in die äußersten Ecken zu erhalten. Blende 4 bringt zwischen 150mm und 200mm eine sehr gute Schärfe in der Mitte.

 

Nikon AF 70-210mm 4,0-5,6

Nikon AF 70-210 4,0-5,6

Das 70-210mm 4,0-5,6 fungierte vom Ende der Achtziger bis in die späten Neunziger als Standardtele für die meisten Privatanwender. Es steht damit als Vorgänger in einer Linie mit den später folgenden 70-300mm Zooms.

Während die die Normal-Zoomobjektive für den Massenmarkt längst auf die Drehzoomvariante umgestellt waren, wurde das AF 70-200 4,0-5,6 noch als Schiebezoom auf den Markt gebracht. 1993 wurde es mit der AF-D Funktionalität ausgerüstet und die Fokusgeschwindigkeit etwas erhöht.

Die Verarbeitungsqualität ist ungewöhnlich hoch. Der Tubus ist aus Metall gefertigt, der Zoomschieber besteht aus solidem Plastik, verzichtet jedoch auf eine gummierte Griff-Fläche. Das Objektiv bringt in der hier vorgestellten non-D Variante 590g auf die Waage.

Die nicht-D Variante wurde erheblich häufiger produziert als die später folgende AF-D Version. Fast 600.000 Exemplare stehen vermutlich weniger als 200.000 Exemplaren gegenüber. Die Vorteile des AF-D Objektivs liegen in der verbesserten Fokusgeschwindigkeit und der AF-D Funktion an sich. Beide Objektive erreichen nicht die Geschwindigkeit eines modernen AF-S Antriebs, womit sich dieses Unterscheidungsmerkmal aus heutiger Sicht als weniger wichtig darstellt.

Hinzu kommt, dass um das AF-D Objektiv in den frühen Jahren der Nikon DSLRs ein regelrechter Kult betrieben wurde, der sich hauptsächlich auf die verbesserte Fokusgeschwindigkeit bezog. Daher ist bis heute ein Preisunterschied zwischen den Versionen auf dem Gebrauchtmarkt festzustellen, der meiner Meinung nach in der Ausprägung nicht gerechtfertigt ist.

Die Abbildungsleistung ist solide, ohne jemals an ein professionelles Teleobjektiv heranzureichen. über den gesamten Zoombereich sollte um eine Blende abgeblendet werden, um eine gute Schärfe zu erreichen.

Die Farben sind etwas kühler abgestimmt, Vignettierung und Gegenlichtanfälligkeit nicht erwähnenswert. Farbsäume treten bei Offenblende zu 210mm hin deutlicher in Erscheinung.

 

Rating DX
12 MP
Solide Abbildungsleistung. Sofern man auf VR verzichten und mit der Größe des Objektivs leben kann, erhält man im Vergleich zum 55-200mm DX eine bessere Bildqualität und deutlich weniger Vignettierung.
Rating FX
12 MP
not tested

Sample (DX): 155mm f8

 

Nikon AF-S IF-ED VR 70-300mm 4,0-5,6

Nikon AF-S IF-ED VR 70-300mm 4,0-5,6

Objektive dieses Brennweitenbereichs werden von Nikon seit Mitte der 180er Jahre angeboten. Am Anfang der Entwicklung stand ein physisch beeindruckend langes, manuelles 100-300mm 5,6 im Jahre 1984. 1989 wurde das Angebot um ein Autofokus 75-300mm 4,5-5,6 erweitert, welches zur Jahrtausendwende von einem kuriosen Doppelpack aus einem höherwertigen D ED Objektiv plus einer G-Variante im Stil eines günstigen Kitobjektivs abgelöst wurde.

Das Angebot zweier 70-300mm Objektive mit zu unterschiedlichen Preisen wurde 2006 mit der Einführung des hier besprochenen 70-300mm 4,0-5,6 VR beendet.

Sowohl gegenüber dem G-Kitobjektiv, als auch gegenüber dem D ED 70-300mm wurde die Bildqualität deutlich gesteigert. Die Schärfe ist bei Offenblende bis ca. 200mm sehr ordentlich und gewinnt moderat durch Abblenden um eine Blende. Zu 300mm hin nimmt sie jedoch ab, so dass auf jeden Fall auf f/8 abgeblendet werden sollte. Auf den 36 Mp der D800 stößt das Objektiv oberhalb von 250mm jedoch an seine Grenzen.

Verglichen mit einem professionellen Teleobjektiv schlägt sich das 70-300mm VR im Bereich von 70-200mm recht gut, erreicht jedoch nicht die Brillanz des professionellen Pendants.

 

Rating DX
12 MP
Gute Leistung mit leichtem Leistungsabfall bei 300mm.
Rating FX
12 MP
Gute optische Leistung bereits bei Offenblende bis 250mm. Darüber ist Blende 8 empfehlenswert. Vignettierung macht sich bei Offenblende bemerkbar.
36 MP
Sehr gute Leistung leicht abgeblendet bis 250mm. Darüber auch abgeblendet nur durchschnittlich.

Samples (FX / 36MP): 300mm f5,6  300mm f7,1

© 2018 Dennis Saßmannshausen Fotografie

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