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AI 18mm 4,0  –   F 20mm 3,5 UD  –  AI-S 20mm 3,5  –  AI-S 24mm 2.0  –  AI-S 24mm 2,8  –  AI-S 28mm 2,0  –  AI-S 28mm 2,8  –  K/AI 28mm 3,5  –  NC-Auto 35mm 1,4   – AI-S 35mm 2,0  –  AI-Umbau SC-Auto 55mm 1,2   –  AI 55mm 3,5 Micro Nikkor  –  F 85mm 1,8 H.C.  –  AI-S 85mm 2,0PC-E 24mm 3,5, 45mm 2,8, 85mm 2,8


Nikons manuelle Festbrennweiten vom Weitwinkel bis moderaten Telebereich zeigen an digitalen Kameras höchst unterschiedliche Abbildungsleistungen. Der Wechsel des Aufnahmemediums vom Film zum digitalen Sensor stellt insbesondere die weitwinkligeren Brennweiten bis einchließlich 24mm vor Herausforderungen.

Hierfür verantwortlich ist hauptsächlich eine physikalische Eigenschaft digitaler Bildsensoren. Aufgrund ihres Aufbaus bevorzugen sie möglichst senkrecht auftreffende Lichtstrahlen, damit die einzelnen Pixel – die man sich in diesem Fall wie einen Eimer vorstellen kann – optimal mit Photonen „gefüllt“ werden. Analogem Film ist es hingegen relativ egal, aus welchem Winkel das einzelne, bildgebende Korn getroffen wird.

Schaut man sich die rückwärtigen Linsen vieler Weitwinkel bis in die frühen 90er Jahre an stellt man fest, dass diese zugunsten einer kompakten Objektivkonstruktion oftmals recht klein ausfallen. Dies wiederum bedeutet, dass die Lichtstrahlen in einem relativ spitzen Winkel in die äußeren Bereiche des 35mm Films bzw. des Vollformatsensors gelenkt werden. Starke Abdunkelungen zum Bildrand und in die Ecken, sowie partielle Unschärfen sind die Folge.

Stark vereinfacht kann man sagen, dass Festbrennweiten bis einschließlich 24mm stark abgeblendet werden müssen, um auch auf einem digitalen Sensor eine ausreichende Bildqualität bis in die Ecken zu gewährleisten.

Speziell das hier vorgestellte AI 18mm 4,0 zeigt einen deutlichen Unterschied zwischen Film und Sensor. Während am Film bei Offenblende nur eine moderate Vignettierung festzustellen ist, dunkelt das Bild am Sensor deutlich ab. Digital ist es erst ab Blende 8 wirklich zu gebrauchen, hinterlässt dann aber einen sehr guten Eindruck mit kräftigen Farben und Kontrasten.

Es gibt aber auch relativ hoffnungslose Fälle wie zum Beispiel das F UD 20mm 3,5, welches an DSLRs einfach nicht in Tritt kommt und aufgrund unscharfer Bildränder nicht überzeugen kann.

In den 70er und 80er Jahren bemühte sich Nikon auffällig darum, ein möglichst breites Spektrum unterschiedlicher Festbrennweiten mit einer gemeinsamen Eigenschaft anzubieten: dem 52mm Filterdurchmesser. Nur so ist es zu erklären, dass die hier vorgestellten Objektive 20mm 3,5, 24mm 2,8, 24mm 2,0, 28mm 3,5, 28mmm 2,8, 28mm 2,0, 35mm 1,4, 35mm 2,0, 55mm 1,2, 55mm 3,5 Micro, 85mm 2,0 und 85mm 1,8 trotz höchst unterschiedlicher Lichtstärken allesamt den gleichen Filterdurchmesser von 52mm besitzen. Sicherlich wurden insbesondere bei den lichtstarken Varianten dafür optische Kompromisse in Kauf genommen.

Trotz all dieser Problematiken finden sich in der Gruppe der Festbrennweiten bis 85mm hervorragende Objektive, die auch an hoch auflösenden Kameras wie der D800, D810 oder D850 eine sehr gute Bildqualität erreichen. Besonders hervorzuheben ist sicherlich das 55mm 3,5 Micro Nikkor, welches bis auf die Beschränkung auf den Abbildungsmaßstab 1:2 den modernen 60er Makros in nichts nachsteht.

Aber auch das 35mm 1,4 bietet durch seinen individuellen Charakter reichlich Gestaltungsmöglichkeiten, gleiches gilt für das hoch lichtstarke 55mm 1,2.

Bei 85mm ist das ältere 85mm 1,8 HC dem Nachfolger 85mm 2,0 durchaus vorzuziehen. Beide bieten allerdings nur optischen Durchschnitt. Richtig in Tritt kam Nikon mit dem 85mm 1,8 erst mit der modernen AF-S Variante.