AI 25-50mm 4,0

Nikon AI 25-50mm 4,0

AI 25-50mm 4,0

Dieses für damalige Verhältnisse sehr weitwinklige Zoom wurde nur kurz zwischen 1979 und 1985 als AI und AI-S Version angeboten. Lediglich ca. 28.000 Exemplare wurden gefertigt. Preis in Deutschland 1981 1050,- DM, was im Jahr 2012 inflationsbereinigten 985 € entsprochen hätte.

Sehr wahrscheinlich aufgrund des hohen Preises verkaufte sich das 25-50mm 4,0 relativ schlecht. Bei ungefähr 5.000 Stück pro Jahr hat es sich definitiv nicht um einen Verkaufsschlager gehandelt. Profis arbeiteten zu dieser Zeit überwiegend mit Festbrennweiten und für Amateure war der Verkaufspreis doch relativ ambitioniert.

Mit 600g Gewicht und einer exzellenten Verarbeitung überzeugt es noch heute und vermittelt einen sehr robusten Eindruck. Die separat zu erwerbende Gegenlichtblende HK-7 ist heute sehr schwer zu finden und relativ teuer. Alternativen sind für den Einsatz an Vollformatsensoren jedoch leider nicht verfügbar, für DX passt auch eine HN-20.

Unter Berücksichtigung der Stärken und Schwächen von Zoomobjektiven aus dieser Zeit kann die optische Leistung dieses Objektiv nur als herausragend bezeichnet werden. Bei Offenblende leidet das 25-50mm wie alle frühen Zoomobjektive an starken Überstrahlungen/Aberrationen. Diese bessern sich jedoch schlagartig beim Abblenden auf f/5,6.

Die moderate Lichtstärke von lediglich Blende 4 erschwert bei kleineren Suchern etwas die korrekte Fokussierung.

Bei Blende 4 bildet das 25-50 recht flau ab. Je nach Exemplar ist mal das weite und beim anderen Mal das lange Ende etwas schlechter in der Abbildungsleistung. An DX genügt Abblenden auf Blende 5,6, um über den gesamten Zoombereich eine exzellente Abbildungsleistung zu erreichen.

Am Vollformat wird für eine gute Schärfe in den Ecken zwischen 25mm und 35mm hingegen jedoch Blende 8 benötigt. An hochauflösenden Sensoren wie dem der D800 ist für Anspruchsvolle mitunter Blende 11 notwendig. Dennoch kann es bei Blende 8 insgesamt über den gesamten Bereich an 36 MP FX überzeugen.

CA’s oder Farbsäume im Allgemeinen sind kein Thema für das 25-50mm, was sicherlich auch zur sehr guten Bildqualität beiträgt. Verzeichnung ist für ein Weitwinkel aus diesen Jahren sehr moderat, ebenso die Randabschattung.

Meiner Meinung nach ist das 25-50mm 4,0 das am besten abbildende, manuelle Zoom Nikkor im Bereich der „Normalzooms“, welche den mittleren Brennweitenbereich abdecken. Es ist ausreichend scharf – ohne die absolut beste Bildschärfe zu erreichen – und gelichzeitig angenehm „rund“. Die entstehenden Fotos besitzen ein sehr ausgewogene, plastische Bildqualität, die oftmals auch als „3D Effekt“ bezeichnet wird.

Aufgrund der relativ geringen Stückzahl ist das Objektiv nicht immer am Markt zu finden. Abhängig von der Angebotslage variieren die Preise recht stark.

Rating DX
12 MP
Nicht das absolut am schärfsten abbildende Objektiv, dennoch aufgrund der insgesamt erreichten Abbildungsleistung eines der empfehlenswertesten manuellen Zooms. An DX ab Blende 5,6 über den gesamten Brennweitenbereich hervorragend.
Rating FX
12 MP
Wie an DX auch an FX absolut zu empfehlen. Die Bildecken erreichen bei Blende 8 im Weitwinkel Bereich eine ausreichende Schärfe, auch wenn für beste Ergebnisse bis in sie äußersten Ecken auf f/11 abgeblendet werden muss. Oberhalb von 35mm ist hierfür Blende 8 ausreichend.
36 MP
Wie zu erwarten war stellt sich die Situation in den Ecken an hochauflösenden Sensoren als problematisch dar. Zwischen 25mm und 30mm ist Blende 8 nur annähernd ausreichend, die Bildqualität in den Ecken auf ein akzeptables Niveau zu heben. Hier muss im Einzelfall zwischen guten Bildecken und allgemeinen Beugungseffekten bei Blende 11 abgewogen werden.

Samples (DX / 10 MP): 25mm f8 25mm f11
Samples (FX / 12MP): 25mm f11
Samples (FX / 36MP): 25mm f4 25mm f8

© 2018 Dennis Saßmannshausen Fotografie

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