Nikon, Sigma, Tamron Autofokus Zoom (DX und FX)

Tamron 17-50mm 2,8 DX

Tamron 17-50 2.8 (DX; kein VR oder Motor)

Kurz nach Einführung des DX Formates gab es zunächst nur die Möglichkeit, eigentlich für das Vollfortmat gerechnete Objektive auf DX zu nutzen. Um einen Weitwinkel von 28mm zu erhalten bot sich Anfangs nur ein 17-35mm Objektiv an.

Dies änderte sich, als Nikon im Jahre 2003 damit anfing DX Objektive auf den Markt zu bringen. Die Drittanbieter reagierten in den 2000er Jahren schneller und umfangreicher auf die sich abzeichnende Flut von DX Kameras.

Seit dem Jahr 2006 bietet Tamron ein Normalzoomobjektiv mit durchgängiger Lichtstärke von 2,8 im Brennweitenbereich von 17-50mm an. Das Objektiv wurde in der Zwischenzeit mehrfach überarbeitet und ist derzeit mit eingebautem Fokusmotor und VR erhältlich.

Die hier vorgestellte Variante ist die Erste, noch ohne eingebauten Fokusmotor und VR.

Die Verarbeitungsqualität ist Tamron-typisch für die Zeit vor 2015. Unempfindliches Plastik gekoppelt mit einer recht leichtgewichtigen, aber einen stabilen Eindruck vermittelnden Konstruktion. Zu diesem Eindruck trägt auch der so genannte single-cam Zoom bei. Bei einem solchen Zoom fährt nur ein Tubus bei Veränderung der Brennweite aus dem Objektivgehäuse aus. Viele Objektive setzen eher auf in sich verschachtelte Tuben, die in eingien Fällen auch zu leichten Spiel im Objektiv führen können.

Insgesamt ist die Verarbeitung auf den ersten Blick besser als bei Nikons Consumer-Zooms, jedoch meilenweit entfernt von einem professionellen Objektiv wie einem Nikkor 17-55mm 2,8. Die Fokusgeschwindigkeit ist aufgrund des kurzen Weges recht flott. Der Fokus sitzt – korrekte Justage vorausgesetzt – sehr genau. Es gibt jedoch eine Einschränkung, sofern sich die Distanz zwischen zwei verschiedenen Fokuspunkten nicht stark unterscheidet. Manchmal passt das Objektiv im AF-S Modus den Fokus nicht an, sofern die Differenz sehr gering ist. Hier ist es empfehlenswert, zwischendurch ein Mal komplett auf eine andere Distanz zu fokussieren, um eine neue Einstellung zu erzwingen.

Optisch ist das Tamron 17-50 vielen anderen Konkurrenten überlegen. Vor Einführung der neuen FX Kameras wurde in Foren heftig darüber gestritten, ob das Tamron seinem Nikon Pendant nur das Wasser reichen kann oder sogar überlegen ist.

Bereits bei Blende 2,8 besitzt das Objektiv eine sehr gute Schärfe über den gesamten Brennweitenbereich und im gesamten Bildfeld – mit den üblichen leichten Abstrichen in den äußersten Bildecken. Bei Blende 4 wird bereits die maximale Schärfe erreicht, welche auf 12 MP DX bis Blende 11 erhalten bleibt. Absolutes Festbrennweiten-Niveau. Selbst an der D500 mit 20 MP kann diese Leistung im Großen und Ganzen gehalten werden. Zwischen 17mm und 24mm erreicht das 17-55 (korrekte Fokussierung vorausgesetzt) bei Blende 5,6 bis in die Ecken eine sehr gute Schärfe, im Brennweitenbereich darüber genügt bereits Blende 4,0. Die Schärfe in der Bildmitte ist auch an der D500 bei Blende 2,8 im gesamten Zoombereich sehr gut.

Vignettierung ist bei Blendne 2,8 und 4 auszumachen, aber insgesamt sehr unproblematisch. Zum Problem kann hingegen die Serienstreuung speziell dieser ersten Version werden. Mein Exemplar musste ich direkt nach Kauf zu Tamron einschicken da es nicht möglich war, weiter als 15 Meter zu fokussieren. Nach der Justage (die ich einer Rückgabe an den Händler immer vorziehen würde) erhielt ich ein perfekt eingestelltes Objektiv zurück.

UPDATE 10-2013: Das Objektiv entwickelte eine Dezentrierung ohne jemals einer stärkeren Einwirkung von Außen ausgesetzt gewesen zu sein. Anscheinend rächt sich hier die Leichtbauweise. In der Folge bin ich für DX auf etwas Substanzielleres umgestiegen (s.u.).

Rating DX
12 MP
Sehr gute Schärfe bereits bei Blende 2,8. Aufgrund von Serienstreuung sollte das Objektiv vor Kauf getestet werden. Bei nachfolgenden Versionen soll die Serienstreuung reduziert worden sein. Sofern alles passt, liegt die Schärfe auf dem Niveau von Festbrennweiten. Vignettierung ist nur zwischen Blende 2,8 und 4 wahrnehmbar.
Rating FX
12 MP
not applicable

Samples (DX): 19mm f850mm f419mm f3,217mm f3,534mm f5,6

Nikon AF-S 17-55mm 2,8 G ED

Nikon AF-S DX 17-55mm 2,8 G ED

Vor Einführung der FX Kameras in 2007, erschien dieses auf den Berufsfotografen ausgerichtete Objektiv zusammen mit der D2h im Jahr 2003. Die Auslieferung begann leicht verspätet im Frühjahr 2004, womit das 17-55 2,8 lediglich etwas mehr als drei Jahre lang das Spitzenmodell im Normalbereich darstellte. Bei Einführung kostete es 1.600 €, zwischenzeitlich wird es immer noch für 1.200 Euro angeboten. Es kann vermutet werden, dass Nikon derzeit (2016) lediglich Lagerbestände abverkauft und die eigentliche Produktion bereits eingestellt wurde.

Die Positionierung des 17-55mm 2,8 im Produktportfolio ist derzeit etwas unklar. Mit Einführung der neuen D500 im Jahr 2016 und dem mit der Kamera verbundenen professionellen Anspruch hätte man ein Update des 17-55mm erwarten können. Dieses ist jedoch bis jetzt ausgeblieben. Daher stellt es fast 13 Jahre nach seiner Einführung immer noch die offizielle Wahl für ein professionelles Nikkor-Normalzoom auf DX dar.

Die Verarbeitungsqualität ist außergewöhnlich hoch. Es fühlt sich wertiger und massiver an als zum Beispiel ein AF-S 24-70mm 2,8. Der Fokus ist AF-S typisch schnell und leise.

Der Umgang mit diesem Objektiv ist etwas kompliziert. Bildfeldwölbung und die Fokusgenauigkeit im Weitwinkel führen oftmals zu unerwünschten Effekten. Diese Schwierigkeiten haben dazu geführt, dass sich ein schlechter Ruf verfestigt hat, der nach meiner Meinung so nicht gerechtfertigt ist. Meine Erfahrungen basieren auf zwei Exemplaren des 17-55. Das Erste wurde 2003 gebaut, das Zweite 2013 neu erworben. Basierend auf diesen beiden Objektiven möchte ich zunächst die am weitesten verbreiteten Aussagen ber das 17-55 kommentieren:

  • Das 17-55 leidet unter ausgeprägter Bildfeldwölbung. Korrekt. Die Bildfeldwölbung ist deutlich an beiden Bildrändern zu erkennen (nach Innen). Allerdings ist dies nicht so schlimm, wie es sich anhört. Die Bildfeldwölbung ist nur dann problematisch, wenn der Fokuspunkt in Weitwinkelstellung nicht weit genug Richtung Unendlich sitzt. Insbesondere bei Landschaften sind Fotos, die von Seite zu Seite und bis in die Ecken scharf sind durchaus auch ab Blende 5,6 möglich. Dies natürlich unter der Voraussetzung, dass der Fokus auf Unendlich justiert wurde.
  • Das 17-55 ist an den Rändern unscharf. Falsch. Siehe oben.
  • Das 17-55 ist schwer im Weitwinkelbereich zu fokussieren. Korrekt. Aus mir unerklärlichen Gründen stoppt der Fokus von der Naheinstellgrenze kommend weit vor der eigentlich korrekten Distanz. Bei Landschaften füllt dies zwischen 17mm und 24mm sehr oft auf. Entweder sollte man die Einstellung manuell vornehmen, oder kurz auf mindestens 28mm, besser 35mm Zoomen, fokussieren und dann wieder die gewünschte Brennweite einstellen. Auf diese Weise sind taugliche Landschaftsaufnahmen bereits bei Blende 2,8 möglich und bei Blende 4 perfekt.
  • Das 17-55 ist nicht für Landschaftsaufnahmen geeignet. Falsch. Wenn der Fokus sitzt, sind Landschaftsaufnahmen kein Problem (siehe oben).
  • Das 17-55 ist nicht so scharf wie ein Sigma oder Tamron 17-50mm 2,8. Teilweise korrekt. Mein Tamron 17-50 war ab Blende 5,6 und darunter etwas schärfer. Zwischen Offenblende und Blende 4 ist das Nikon deutlich besser.
  • Das 17-55 löst auf modernen Sensoren mit hoher Pixeldichte nicht ausreichend Details auf. Falsch. Auch wenn ich nur die Leistung an 12 MP DX sowie 15,3 MP DX Crop an der D800 beurteilen kann, sehe ich an diesen beiden Kameras noch keine Probleme mit der Auflösung.
  • Das 17-55 ist bei 55mm und Blende 2,8 unscharf. Teilweise korrekt. Die Schärfe nimmt bei Offenblende zum langen Ende hin ab. über 45mm ist es empfehlenswert auf Blende 4,0 abzublenden. Dann wird allerdings bereits eine exzellente Leistung erzielt.
  • Das 17-55 ist zu teuer. Falsch. Unter Berücksichtigung der Verarbeitung, dem schnellen Fokus und der optischen Leistung sehe ich das nicht so.

Auf viele Eigenschaften des Objektivs bin ich in der Aufstellung bereits eingegangen, jedoch noch nicht auf alle. Wie zuvor erwähnt, ist die Schärfe bereits ab Blende 2,8 sehr gut. Abblenden auf f/3,5 verbessert den Kontrast.

Die Vignettierung ist erstaunlicherweise recht moderat und nimmt zum langen Ende hin zu. Die Verzeichnung ist in Weitwinkelstellung sichtbar, allerdings nicht außerhalb des Erwartbaren für ein Weitwinkelzoom.

Reflektionen und ausgewaschene Bilder sind ein Problem bei Gegenlicht. überstrahlte Objekte im Bild können insgesamt den Kontrast einer Aufnahme etas reduzieren.

Insgesamt ist die Abbildungsleistung am besten mit „old style“ beschrieben. Im Vergleich zu heutigen Objektiven liegt die Darstellung eher im Bereich eines AF-S 28-70mm 2,8 und wirkt nicht so hell-klinisch wie bei einem AF-S 24-70mm 2,8. Wahrscheinlich ist dies eines der letzten Objektive, die während der Entwicklung auf eine etwas kühlere und kontrastreichere Bildwirkung abgestimmt wurde, wie es bei Nikkoren bis in die 90er üblich war.

Der Kauf dieses Objektive dürfte keine leichte Entscheidung sein. Gebraucht erzielt es in gutem Zustand immer noch zwischen 600 € und 800 €. Dem gegenüber steht ein Neupreis von 1.200 €. Da das 17-55 2,8 oftmals auch von Profifotografen genutzt wurde, ist der Kauf eines gebrauchten Exemplars auch immer ein gewisses Risiko.

Gleichzeitig gibt es starke und deutlich günstigere Konkurrenz durch die Sigma und Tamron 17-50mm 2,8 Varianten. Beide sind im ein Vielfaches günstiger und bieten in der jeweils neuesten Version auch VR.

Nachdem mein Tamron 17-50 2,8 nach 6 Jahren Nutzung plötzlich dezentriert war habe ich mich bewusst für die bessere Verarbeitung des Nikkors entschieden. Die sehr gute optische Leistung hat mich angenehm überrascht. Sie ist jedenfalls besser, als viele Berichte im Internet vermuten lassen.

Das AF-S 17-55mm 2,8 G ED ist den Neupreis von 1.200 € auf jeden Fall wert – auch im Jahr 2016. Auch an der D500 genügt es höchsten Ansprüchen.

Rating DX
12 MP
Sehr gute Leistung auch für Landschaftsfotografie, sofern auf einen korrekten Fokus geachtet wird. Blende 2,8 ist bis ca. 45mm voll als Arbeitsblende nutzbar. Bildanmutung eher wie die Nikkore älterer Bauart mit einer kühleren Farbabstimmung und guten Kontrasten.
20 MP
Bereits bei Blende 2,8 sehr gute Schärfe in der Bildmitte, zwischen 17mm und 24mm bringt die Blende 5,6 die Bildränder und -ecken auf ein ebensolches Niveau. Darüber erreicht Blende 4 über das gesamte Bildfeld eine tadellose Leistung. Ein Oldie mit immer noch sehr guter Abbildungsleistung an der 13 Jahre jüngeren D500.
Rating FX
12 MP

Samples (DX/12MP): 17mm f3,5  17mm f8,0  17mm f2,8  17mm f4,0  26mm f2,8  55mm f4,0

Samples D500 (DX/20MP): 17mm f2,8  17mm f4,0  17mm f8,0  24mm f2,8  28mm f4,0

Nikon AF-S 28-70mm 2,8 ED

Nikon AF-S 28-70mm 2,8 D ED

Das Spitzenmodell im Brennweitenbereich 28-70mm zwischen 1999 und 2007 fand den Weg in viele Fototaschen. Insgesamt wurden in den 8 Jahren ca. 130.000 Objektive produziert. Der letzte Produktionslauf im Jahr 2006 erhielt eine neue Seriennummer beginnend mit 4*** statt 2 oder 3. Ferner sind die letzten Exemplare an der aufgedruckten „10“ im Kreis erkennbar, welche auf der Rückseite die Übereinstimmung mit chinesischen Umweltrichtlinien anzeigt.

Sofort fällt beim 28-70 2,8 die Größe auf. Mit diesem Objektiv wird man auf jeden Fall wahrgenommen, was wahrscheinlich an der Dicke des Gehäuses liegt. Mit dem 28-70mm 2,8 erntet man definitiv mehr Kommentare als mit einem anderem Objektiv, inklusive Teleobjektive. Mit dem 24-70mm 2,8 fällt man nicht so sehr auf, obwohl dieses fast die gleiche Länge besitzt.

Die Verarbeitung ist exzellent. Das 28-70 macht einen deutlich stabileren Eindruck als der Nachfolger, wobei sicherlich auch die Größe und Masse eine Rolle spielen. Im Internet finden sich Berichte, dass der Fokusmotor gleich anfällig wäre wie beim AF-S 17-35mm 2,8 und dem AF-S 80-200mm 2,8. Da alle drei Objektive zur gleichen Generation gehören kann ich dieses Befürchtung nachvollziehen. Allerdings habe ich in den letzten Jahren in den Foto-Foren überwiegend über Ausfälle von 80-200 und 17-35 gelesen. Sofern das 28-70 2,8 betroffen ist, dann in deutlich geringerem Umfang.

Optisch liefert das Objektiv eine sehr gute Leistung ab. Die Schärfe ist in der Bildmitte bei Offenblende bereits sehr gut, zwischen 40 und 70mm sollte man jedoch auf Blende 4 abblenden. Dies reduziert auch die blauen Farbsäume, die sich zwischen f/2,8 und f/3,5 ab 40mm aufwärts zeigen.

Insgesamt lässt die Leistung bei Offenblende zu 70mm hin ab. Bei 70mm ist Blende 4 notwendig, um eine dann allerdings direkt sehr gute Abbildungsleistung zu erhalten. Die Ecken sind im Weitwinkel bereits ab f/5,6 scharf.

Die Farbwiedergabe entspricht denen der älteren Nikkore und unterscheidet sich deutlich vom nachfolgenden 24-70. Die Abstimmung ist eher kühl mit kräftigen Farben und Kontrasten. Insgesamt bildet es bei Landschaften sehr angenehm ab.
Vignettierung und Anfälligkeit für Gegenlicht sind zu vernachlässigen.

Rating DX
12 MP
Neigung zu blauen Farbsäumen zwischen Blende 2,8 und 3,5 zwischen 40mm und 70mm als einzige Schwachstelle. Schärfe insgesamt exzellent, Bildecken bereits ab Offenblende aufgrund des DX crop sehr gut.
Rating FX
12 MP
Hohe Leistung über den gesamten Bereich. Schärfe ab Offenblende bis 40mm bereits exzellent. Farbsäume nicht so ausgeprägt wie auf 12 MP DX. Schärfe in den Bildecken bereits ab Blende 5,6 sehr gut. Vignettierung und Gegenlichtanfälligkeit gering.
36 MP
Abblenden auf f/4 bringt ein sehr gutes Ergebnis. Im Weitwinkelbereich bis 35mm bringt Blende 5,6 die Bildecken auf ein sehr gutes Niveau. Auch auf 36 MP zu empfehlen.

Sample (FX/36MP): 28mm f8

Nikon AF 28-70mm 3,5-4,5

Nikon AF 28-70mm 3,5-4,5

Ein sehr kompaktes Zoomobjektiv mit guter Verarbeitung, ehemals hauptsächlich als Kitobjektiv zu Filmkameras der Mittelklasse verkauft.

Abgeblendet auf f/8 liefert es seine gute Schärfe. Die Bildqualität ist insgesamt solide, ohne spezielle Höhen oder Tiefen. Nicht so kontrastreich wie zum Beispiel ein 28-70 2,8. In hellen Umgebungen sollte abgeblendet werden, da sonst Abberationen das Bild flau erscheinen lassen.

Bei 10 MP an DX scheint das Objektiv von der Auflösung her bereits an seine Grenzen zu stoßen.

Rating DX
12 MP
Bereits an der D200 wurden die Grenzen des Objektivs erkennbar. Auf 12 MP DX erreicht es jedoch noch für gute Ergebnisse.
Rating FX
12 MP
Die äußersten Ecken bleiben an FX selbst bei Blende 8 im Weitwinkelbereich etwas verschwommen. Abgesehen davon insgesamt gute Abbildungsleistung und gutes Preis-Leistungsverhältnis.
36 MP
Blende 8 wird auf der D800 für eine insgesamt durchschnittliche Leistung benötigt. Die Ecken bleiben zwischen 28mm und 35mm unabhängig von der gewählten Blende etwas unscharf. Zu 70mm hin reicht erstaunlicherweise Blende 5,6 für gute Abbildungsleistung.

Sample (FX/36MP): 28mm f8

Nikon AF 28-85mm 3,5-4,5

Nikon AF 28-85mm 3,5-4,5

Preis in Deutschland 1989: 749,- DM, mehr als 350.000 Stück wurden bis 1999 produziert. Es wurde als eines der ersten Autofokusobjektive eingeführt und basiert auf der optischen Konstruktion des AI-S Vorgängers.

In den 90ern entwickeltes es sich zum populären „immerdrauf“ Objektiv. Als solches bietet es eine durchschnittliche Leistung ohne besondere Merkmale. Die Schärfe ist bereits um 2/3 abgeblendet ausreichend, ohne jedoch weiter abgeblendet herausragend zu werden. Mehr als 12 MP an FX sollte man diesem Objektiv nicht zumuten.

Das kleinere 28-70mm 3,5-4,5 bietet das bessere Preis-/Leistungsverhältnis.

Rating DX
12 MP

Just an average performer without strengths or weaknesses. 12 MP DX are already stressing this one.

Rating FX
12 MP
Durchschnittliche Leistung bereits auf 12 MP FX.
Nikon AF 28-105mm 3,5-4,5

Nikon AF 28-105mm 3,5-4,5

Für viele war dieses Objektiv das Standardzoom schlechthin. Sowohl am Ende der Film-Ära, als auch zu Beginn des Digitalzeitalters erfreute es sich großer Beliebtheit.

An den frühen DX Gehäusen mit Auflösungen bis 10 MP ist dies auch durchaus verständlich. Die Schärfe ist leicht abgeblendet sehr gut, die Farben kräftig und die Kontraste – sofern kein Geneglicht ins Spiel kommt – ordentlich. Eine verhältnismäßig kurze Naheinstellgrenze rundet das Bild ab.

Nach Einführung der FX Kameras geriet das 28-105mm etwas in Vergessenheit. Dies ist sehr wahrscheinlich der Tatsache geschuldet, dass es schon der Blende 8 bedarf um die Schärfe auch an den Bildrändern (nicht nur der Ecken) auf eine sehr gute Leistung zu heben.

12 MP FX stellen für dieses Objektiv die Grenze des Machbaren dar. An der D800 erreicht es auf 36 MP nie eine exzellente Schärfe, unabhängig von Brennweite und Blende.

Die Zeit für das 28-105mm 3,5-4,5 scheint wirklich abgelaufen zu sein.

Rating DX
12 MP
not yet rated.
Rating FX
12 MP
not yet rated.
36 MP
Zwischen 28mm und 85mm erreicht die Bildmitte bei f/5,6 eine zufriedenstellende Auflösung, die jedoch zu den Rändern hin etwas nachlässt. Erst Blende 8 bringt eine gleichmäßige Leistung im gesamten Aufnahmebereich. Insgesamt scheint das 28-105mm 3,5-4,5 mit den 36 MP der D800 überfordert.

Sample (FX/36MP): 28mm f5,6105mm f8

Nikon 35-70mm 2,8

Nikon AF 35-70mm 2,8

Vorgestellt 1987 und auf AF-D aktualisiert im Jahr 1992, blickt dieses professionelle Normal-Zoom auf eine erstaunlich lange Bauzeit bis zum Jahr 2005 zurück. Seit 1999 wurde es als günstige Alternative zum AF-S 28-70mm 2,8 angeboten. Der Einführungspreis betrug 1987 1200 DM. Zur Einführung des Euros wechselte es für ca. 800 Euro den Besitzer und wurde 2006 für 500 Euro abverkauft. 570.000 Einheiten wurden produziert.

Selbst mehr als 10 Jahre nach Ende der Produktion erfreut sich das 35-70mm einiger Beliebtheit. Die Freude am Kauf eines gebrauchten Exemplars könnte jedoch im wahrsten Sinne schnell getrübt werden, da es einen bekannten Fehler in der Verkittung einer Linsengruppe gibt. In der Mitte des optischen Aufbaus direkt hinter der Blende (von vorne gesehen) macht sich dieses durch eine starke Eintrübung bemerkbar.

Dieser milchig erscheinende Belag lässt sich nicht durch Reinigung entfernen, da es sich um den eingetrübten Kleber zwischen zwei Linsen handelt. Sofern Nikon überhaupt noch Ersatzteile vorhält, dürfte der Austausch der Linsengruppe mit einem Preis um die 300 Euro nicht wirtschaftlich sein.

Ferner sind viele dieser Objektive professionell genutzt worden und können nun theoretisch ein Alter von 25 Jahren erreichen. Ich rate daher eher von einem Kauf ab, auch wenn das 35-70mm 2,8 günstig angeboten werden sollte.

Auch nach 25 Jahren und mehr sollte das 35-70 noch einen stabilen Eindruck hinterlassen. Es ist sehr stabil gebaut und enthält einen hohen Anteil von Metall statt Plastik. Lediglich der Schiebezoom könnte über die Jahre etwas gelitten haben. Die Frontlinse dreht beim Fokussieren mit.

Optisch kann es ab Blende 4 vollends überzeugen. Die Offenblende war bei den zwei von mir getesteten Exemplaren zwar brauchbar, aber weit entfernt von der Leistung eines 28-70 2,8. Bei 70mm lässt die Schärfe merklich nach, so dass hier besser auf f/5,6 abgeblendet werden solle. Angebliche Fokusfehler im Nahbereich und bei 70mm konnte ich nicht nachvollziehen.

Die Schärfe in den Ecken stellt auf Vollformat kein Problem dar. Stark ausgeprägt ist die Anfälligkeit für Gegenlicht, welche den Kontrast regelrecht abstürzen lässt.

Ein gut erhaltenes Exemplar mag eine Bildqualität liefern, die deutlich über der eines Mittelklasse Zooms liegt. Die Gefahr, ein von der Eintrübung betroffenes oder generell verbrauchtes Exemplar zu erwischen, lassen jedoch keine Empfehlung zu.

Rating DX
12 MP
Rating FX
12 MP
36 MP
Auf 36 MP liefert das 35-70mm 2,8 ab Blende 4 eine sehr gute Leistung ab, reicht jedoch insbesondere von der Auflösung her nicht an das 28-70 2,8 heran. Bei 70mm muss auf f/5,6 abgeblendet werden. Die Anfälligkeit für Gegenlicht ist problematisch.

Sample (FX/36MP): 35mm f2,835mm f5,6 58mm f5,6

Nikon AF-S DX 18-70 3,5-4,5

Das Kitobjektiv der D70 wurde seit 2007 über zwei Millionen Mal gebaut, wird aber seit einigen Jahren nicht mehr angeboten. Im Unterschied zu anderen Mittelklasse-Objektiven verfügt dieses über einen vollwertigen Ring-AF-S Motor, der sehr leise und präzise arbeitet. Es dürfte außerhalb der Profiobjektive das Einzige mit einem solchen Motor sein.

Ich habe dieses Objektiv zwischen 2006 und 2007 ein Jahr lang benutzt, es jedoch aufgrund der geringen Lichtstärke und der mangelnden Schärfe zwischen 18mm und 24mm verkauft. Mit heutigen, hochauflösenden DX Kameras dürfte es hoffnungslos überfordert sein.

Sample (DX): 18mm f8

Rating DX
6 MP
Das 18-70mm zeigt bereits auf den 6 MP der D70 im Weitwinkelbereich erste Schwächen.
Rating FX
12 MP