Im Oktober 2019 tauchten auf der offiziell veröffentlichten Nikon Z Roadmap erstmals „Compact prime lenses“ mit 28mm und 40mm auf, zunächst ohne Angabe der Lichtstärke. Erst im Juni 2021 wurden beide Objektive offiziell als 28mm 2,8 und 40mm 2,0 angekündigt, wobei das 28mm Objektiv zunächst im klassischen F/AI-S Design als „Special Edition“ erhältlich ist. Seit Anfang Oktober 2021 gelangt das hier vorgestellte Z 40mm 2,0 für 279,- € in den Handel – zwei Jahre nach der ersten Ankündigung.

Gehäuse und Handling

Oft wurden die beiden „compact“ Objektive auch als kommende Pancakes bezeichnet. Nun, von dieser Vorstellung muss man ein Stück weit abrücken. Auch wenn die Brennweite von 40mm Erinnerungen an das winzige AI-P 45mm 2,8 für das traditionelle F Bajonett weckt, mit 45,5mm ist es 1,3cm länger als zum Beispiel das Z DX 16-50mm Objektiv in Transportstellung. Nur 170g Gewicht tragen in der Fototasche hingegen kaum auf.

Wie bei einem Preis von unter 300 Euro nicht anders zu erwarten, wurde das Objektivbajonett aus Plastik gefertigt. Das Gehäuse des 40mm besteht vollständig aus Kunststoff, der weich laufende und gut gedämpfte Multifunktionsring wurde mit einer Beschichtung versehen, die an eine Gummierung erinnern soll. Insgesamt macht das Z 40mm nicht nur angesichts des Preises einen gut verarbeiteten Eindruck. Der Autofokus geht recht flott zu Werke.

Das Objektiv bietet keine Abdichtung zum Kameragehäuse hin. Ebenfalls nicht vorhanden – weder im Lieferumfang noch optional – ist erstmals eine Gegenlichtblende. Konsequenterweise wurde deshalb auch direkt die Bajonetthalterung für eine solche eingespart. Für das 52mm Schraubgewinde bietet sich ein echter Klassiker als Alternative an: die HN-3 Blende, welche in den frühen 1960er Jahren zusammen mit den ersten 35mm Objektiven für F eingeführt wurde.  

Z 40mm 2,0 und Z 35mm 1,8 S

Optische Leistung

Das Nikkor Z 40mm 2,0 gehört nicht zur Riege der S-Line Objektive, was sich im Gegensatz zu anderen Objektiven außerhalb der S Kategorisierung in diesem Fall durchaus in der Abbildungsleistung niederschlägt. Insgesamt sind die Farben minimal gedämpfter, der Kontrast etwas flacher. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Bilder flau oder kontrastarm wirken. Im direkten Vergleich zu S-Nikkoren fällt jedoch eine insgesamt etwas geringere Brillanz der Bilder auf.

CA/Farbsäume sind etwas deutlich ausgeprägter, als bei den bisher erschienen Z Nikkoren. Die Vignettierung ist bei Blende 2 und 2,8 deutlich sichtbar und erst bei f/4 kaum auffällig. 

Die Schärfe kann ebenfalls nicht ganz mit den teureren Festbrennweiten der S-Linie mithalten. Bei Offenblende trifft man auf das von älteren Objektiven her bekannte „Glühen“ an starken Kontrastübergängen, bedingt durch optische Aberrationen. Leicht abgeblendet verflüchtigt sich dieser Effekt aber recht schnell und ab Blende 2,8 springt die Schärfe im Zentrum förmlich auf ein exzellentes Niveau. Am Bildrand wird erst bei Blende 4,0 eine sehr gute und ab Blende 5,6 eine exzellente Schärfe erreicht. Die Ecken sind bei Offenblende und f/2,8 recht unscharf, fangen sich aber ab Blende 4 und erreichen bei Blende 5,6 eine sehr gute Schärfe, die sich bei Blende 8 nochmals verbessert.

Die Hintergrundunschärfe (das so genannte „Bokeh“) ist recht durchschnittlich und mitunter etwas unruhig.

Fazit

Betrachtet man die optischen Eigenschaften des Z 40mm 2,0 könnte man durchaus glauben, ein Objektiv auf den späten 90er Jahren vor sich zu haben. Was damals als angemessen für eine Festbrennweite gewesen wäre, kann angesichts der großen Fortschritte in der Objektivkonstruktion nur als unterer Durchschnitt gelten. Aber das Z 40mm 2,0 soll auch nicht die bestmögliche optische Leistung abliefern, sondern als preisgünstige, kompakte immer-dabei Festbrennweite punkten.

Und diese Rolle erfüllt es recht gut. Auch wenn die Bildqualität klar unterhalb der von Z 35mm 1,8 S und Z 50mm 1,8 S liegt, bietet es dennoch eine ausreichende Bildqualität, um als kompakte Ergänzung in der Fototasche zu landen. Anders ausgedrückt: das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt.

Insbesondere Nutzer von Kitobjektiven, wie den recht lichtschwachen Z 24-50mm 4,0-6,3 für FX oder dem 16-50mm 3,5.6,3 VR für DX, dürften mit dem 40mm 2,0 recht viel anfangen können. Hat man hingegen bereits ein Z 35mm 1,8 S oder Z 50mm 1,8 S im Fotoschrank stehen, bietet das 40mm bis auf kompaktere Abmessungen kaum einen Mehrwert. Insbesondere im Vergleich zum 35mm 1,8 dürfte der Gewichtunterschied von 200g ebenfalls kein überzeugendes Argument sein, zusätzliches Geld in das 40mm zu investieren.

Fazit: ideales Objektiv für Nutzer des Z-Systems, die ihre (Kit-) Zoomobjektive günstig um eine Festbrennweite mit höherer Lichtstärke ergänzen wollen.

Beispielbilder

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