CategoryZ System – Objektive

Alles zu den Objektiven des spiegellosen Nikon Z Systems

Viltrox AF 24mm 1,8 – physikalisch inkompatibel zur Z9

So etwas habe ich bei einem Objektiv von einem Fremdhersteller auch noch nicht erlebt: das Viltrox 24mm 1,8 Vollformatobjektiv lässt sich nicht auf die Z9 montieren. Schon beim Ansetzen passt es kaum ins Bajonett und in die Verriegelungsposition drehen lässt es sich gar nicht.

Anscheinend hat Viltrox die Toleranzen des Nikon Z Bajonetts nicht ganz eingehalten oder Nikon hat das Z Bajonett der Z9 geringfügig modifiziert.

Nikkor Z 40mm 2,0

Im Oktober 2019 tauchten auf der offiziell veröffentlichten Nikon Z Roadmap erstmals Compact prime lenses mit 28mm und 40mm auf, zunächst ohne Angabe der Lichtstärke. Erst im Juni 2021 wurden beide Objektive offiziell als 28mm 2,8 und 40mm 2,0 angekündigt, wobei das 28mm Objektiv zunächst im klassischen F/AI-S Design als „Special Edition“ erhältlich ist. Seit Anfang Oktober 2021 gelangt das hier vorgestellte Z 40mm 2,0 für 279,- € in den Handel – zwei Jahre nach der ersten Ankündigung.

Gehäuse und Handling

Oft wurden die beiden compact Objektive auch als kommende Pancakes bezeichnet. Nun, von dieser Vorstellung muss man ein Stück weit abrücken. Auch wenn die Brennweite von 40mm Erinnerungen an das winzige AI-P 45mm 2,8 für das traditionelle F Bajonett weckt, mit 45,5mm ist es 1,3cm länger als zum Beispiel das Z DX 16-50mm Objektiv in Transportstellung. Nur 170g Gewicht tragen in der Fototasche hingegen kaum auf.

Wie bei einem Preis von unter 300 Euro nicht anders zu erwarten, wurde das Objektivbajonett aus Plastik gefertigt. Das Gehäuse des 40mm besteht vollständig aus Kunststoff, der weich laufende und gut gedämpfte Multifunktionsring wurde mit einer Beschichtung versehen, die an eine Gummierung erinnern soll. Insgesamt macht das Z 40mm nicht nur angesichts des Preises einen gut verarbeiteten Eindruck. Der Autofokus geht recht flott zu Werke.

Das Objektiv bietet keine Abdichtung zum Kameragehäuse hin. Ebenfalls nicht vorhanden – weder im Lieferumfang noch optional – ist erstmals eine Gegenlichtblende. Konsequenterweise wurde deshalb auch direkt die Bajonetthalterung für eine solche eingespart. Für das 52mm Schraubgewinde bietet sich ein echter Klassiker als Alternative an: die HN-3 Blende, welche in den frühen 1960er Jahren zusammen mit den ersten 35mm Objektiven für F eingeführt wurde.  

Z 40mm 2,0 und Z 35mm 1,8 S

Optische Leistung

Das Nikkor Z 40mm 2,0 gehört nicht zur Riege der S-Line Objektive, was sich im Gegensatz zu anderen Objektiven außerhalb der S Kategorisierung in diesem Fall durchaus in der Abbildungsleistung niederschlägt. Insgesamt sind die Farben minimal gedämpfter, der Kontrast etwas flacher. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Bilder flau oder kontrastarm wirken. Im direkten Vergleich zu S-Nikkoren fällt jedoch eine insgesamt etwas geringere Brillanz der Bilder auf.

CA/Farbsäume sind etwas deutlich ausgeprägter, als bei den bisher erschienen Z Nikkoren. Die Vignettierung ist bei Blende 2 und 2,8 deutlich sichtbar und erst bei f/4 kaum auffällig. 

Die Schärfe kann ebenfalls nicht ganz mit den teureren Festbrennweiten der S-Linie mithalten. Bei Offenblende trifft man auf das von älteren Objektiven her bekannte Glühen an starken Kontrastübergängen, bedingt durch optische Aberrationen. Leicht abgeblendet verflüchtigt sich dieser Effekt aber recht schnell und ab Blende 2,8 springt die Schärfe im Zentrum förmlich auf ein exzellentes Niveau. Am Bildrand wird erst bei Blende 4,0 eine sehr gute und ab Blende 5,6 eine exzellente Schärfe erreicht. Die Ecken sind bei Offenblende und f/2,8 recht unscharf, fangen sich aber ab Blende 4 und erreichen bei Blende 5,6 eine sehr gute Schärfe, die sich bei Blende 8 nochmals verbessert.

Die Hintergrundunschärfe (das so genannte Bokeh) ist recht durchschnittlich und mitunter etwas unruhig.

Fazit

Betrachtet man die optischen Eigenschaften des Z 40mm 2,0 könnte man durchaus glauben, ein Objektiv auf den späten 90er Jahren vor sich zu haben. Was damals als angemessen für eine Festbrennweite gewesen wäre, kann angesichts der großen Fortschritte in der Objektivkonstruktion nur als unterer Durchschnitt gelten. Aber das Z 40mm 2,0 soll auch nicht die bestmögliche optische Leistung abliefern, sondern als preisgünstige, kompakte immer-dabei Festbrennweite punkten.

Und diese Rolle erfüllt es recht gut. Auch wenn die Bildqualität klar unterhalb der von Z 35mm 1,8 S und Z 50mm 1,8 S liegt, bietet es dennoch eine ausreichende Bildqualität, um als kompakte Ergänzung in der Fototasche zu landen. Anders ausgedrückt: das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt.

Insbesondere Nutzer von Kitobjektiven, wie den recht lichtschwachen Z 24-50mm 4,0-6,3 für FX oder dem 16-50mm 3,5.6,3 VR für DX, dürften mit dem 40mm 2,0 recht viel anfangen können. Hat man hingegen bereits ein Z 35mm 1,8 S oder Z 50mm 1,8 S im Fotoschrank stehen, bietet das 40mm bis auf kompaktere Abmessungen kaum einen Mehrwert. Insbesondere im Vergleich zum 35mm 1,8 dürfte der Gewichtunterschied von 200g ebenfalls kein überzeugendes Argument sein, zusätzliches Geld in das 40mm zu investieren.

Fazit: ideales Objektiv für Nutzer des Z-Systems, die ihre (Kit-) Zoomobjektive günstig um eine Festbrennweite mit höherer Lichtstärke ergänzen wollen.

Beispielbilder

f/2,0
f/2,8
f/4,0
f/5,6
f/2,0
f/2,0
f/2,8
f/4,0
f/2,0
f/2,8

Nikkor Z 24-200mm 4,0-6,3 VR

Z 24-200mm 4,0-6,3 VR

Ende Juni 2020 und damit mitten in die Pandemie hinein erschien das erste Superzoom Objektiv für das Nikon Z System, das 24-200mm 4,0-6,3 VR. Es ist das erste Vollformatobjektiv des Z Systems, welches nicht den Namenszusatz S trägt und daher nicht der Superior Linie zuzurechnen ist.

Gehäuse und Handling

Die Änderungen am Gehäusedesign sind minimal, neben dem entfallenen, silbernen S Symbol gibt es jedoch eine interessante Änderung. Das Bajonettende des Objektivgehäuses ist aus Plastik gefertigt und Modellbezeichnung sowie der Brennweitenindex sind im Unterschied zu den S Objektiven nur aufgedruckt und nicht eingraviert. Um an dieser Stelle Missverständnisse zu vermeiden: das Bajonett selber ist natürlich aus Metall. Etwas anderes wäre bei einem Objektiv für knapp 1.000 € auch nicht akzeptabel.

Abgesehen von diesen sehr subtilen Änderungen zum Zwecke der Kosteneinsparung unterscheidet sich die Haptik nicht sonderlich vom Z 24-70mm 4,0 S. Im Folgenden werde ich immer wieder Vergleiche zum 24-70mm 4,0 ziehen, da manche Interessenten sicherlich zwischen diesen beiden Objektiven auswählen werden.

Nur „NIKKOR“, kein „S“ und der Schalter zum arretieren des Objektivs bei 24mm.

Am Objektiv findet sich kein einziger Schalter, lediglich ein Lock Schieber arretiert das Objektiv bei 24mm und verhindert so unbeabsichtigtes Ausfahren der Zoomkonstruktion. Der Zoom ist jedoch so stramm, dass ich eine solche Arretierung – zumindest im Auslieferungszustand – nicht für nötig halte. Es gibt keine Parkposition zur Reduktion der Länge des Objektivs beim Transport, was wiederum auch bedeutet, dass das Objektiv anders als beim Z 24-70mm 4,0S nicht erst ausgefahren werden muss, um es zu benutzen.

Im Gegensatz zum 24-70mm 4,0S gibt es somit auch keinen A/M Umschalter, der optische Bildstabilisator wird ebenfalls nur per Kameramenü an- und ausgeschaltet. Der Zoomring ist gummiert, der Einstellring aus Plastik.

Mit 570g ist das 24-200mm nur minimal schwerer als das 24-70mm (500g). Bei 114mm Länge ist es 2,6cm länger als ein 24-70mm 4,0 im eingefahrenen Zustand. Im Durchmesser sind beide fast identisch, lediglich der Filterdurchmesser ist beim 24-200mm mit 67mm etwas kleiner.

Optische Leistung

Offenblendreihe: 24mm 4,0, 35mm 4,8, 50mm 5,6, 70mm 6,0, 105mm-200mm 6,3.

Wie auch beim 24-70mm 4,0 greift Nikon wieder mit fest eingestellter Softwarekorrektur in die Bildqualität ein. Bei einem offensichtlich nicht im professionellen Segment verorteten Objektiv ist dies auch mittlerweile zu erwarten. Allerdings gibt es zum Beispiel hinsichtlich der Verzeichnung nicht so viel zu korrigieren, wie man bei einem 24-200mm Objektiv vermuten würde. Softwareseitig recht stark unterdrückt werden hingegen chromatische Aberrationen und die Vignettierung. Dennoch treten zu den Ecken hin an starken Kontrasten recht deutliche Farbsäume in Form von Farblängsfehlern auf. Dies gilt für die Brennweiten zwischen 24mm und 105mm, darüber reduziert sich die Anfälligkeit für Aberrationen etwas.

Bei 24mm kann die Bildmitte schon bei Offenblende vollends überzeugen. Dies ist angesichts der bisher vorgestellten Z Objektive auch nicht verwunderlich. Es gibt jedoch zum Rand und zu den Ecken hin einen sichtbaren Schärfeabfall, der auch bei Blende 5,6 noch moderat auftritt. Die Ecken sind dabei jedoch nicht schlechter als die Ränder, somit braucht man sich bei diesem Superzoom über matschige Ecken keine Gedanken machen. Wenn die Schärfe am Bildrand passt, sind die Ecken umindest gleich scharf.

Die Vignettierung tritt bei Blende 4,0 ebenfalls deutlich hervor und ist auch bei Blende 5,6 noch sichtbar, selbst bei eingeschalteter Vognettoerungskorrektur. Bei Blende 8 und 24mm überzeugt das Z 24-200mm jedoch hinsichtlich Schärfe und Vignettierung vollends über den gesamten Bildbereich.

Bei 35mm sind Randabfall und Vignettierung nur noch schwach ausgeprägt. Bereits ab Blende 5,6 kann das Z 24-200mm ohne Bedenken eingesetzt werden.

Bei 50mm spielt die Vignettierung keinerlei Rolle, der Schärfeabfall zum Rand nimmt gegenüber 35mm f/4,8 leicht zu. Abblenden auf Blende 8 behebt das Problem.

Bei 70mm leidet das Bildzentrum von der Schärfe her erstmals bei Offenblende. Moderates abblenden auf 6,3 bringt diese Brennweite aber wieder auf ein gutes Niveau.

Die Telebrennweiten ab 105mm aufwärts verhalten sich alle recht ähnlich. Minimalser Schärfeabfall zum Rand hin bei Offenblende 6,3 bei guter Schärfe im Bildzentrum, sehr gute Schärfe über das gesamte Bildfeld bereits bei Blende 7,1, Vignettierung bis Blende 7,1 sichtbar, sofern die Korrektur angeschaltet ist.

Zusammengefasst würde ich das Z 24-200mm bei folgenden Brennweiten ab diesen jeweiligen Blenden an einem 45 MP Z7 Gehäuse bedenkenlos einsetzen: 24mm – 8,0, 28mm-50mm 5,6, 70mm 6,3, 105mm-200mm 7,1.

Der Kontrast ist ordentlich, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau der S Objektive. Die Farbcharacteristik ist von den anderen Z Objektiven nicht zu unterscheiden und bildet neutral bis leicht kühl ab.

Vergleich Z 24-200mm 4,0-6,3 VR zu Z 24-70mm 4,0 S

Z 24-200mm 4,0-6,3 VR und Z 24-70mm 4,0S

Im Vergleich zum Z 24-70mm 4,0 S schneidet das Z 24-200mm 4,0-6,3 VR mehr als ordentlich ab, muss sich aber letzten Endes doch geschlagen geben. Im Weitwinkelbereich bis ca. 30mm bildet das Z 24-70mm deutlich besser ab, da es nicht unter dem Schärfeabfall zum Rand hin leidet. Bei den mittleren Brennweiten liegen beide Objektive näher beieinander, allerdings hat das Z 24-70mm 4,0 in diesem Bereich schon eine ganze Blende mehr Lichtstärke zu bieten.

Insgesamt bildet das Z 24-70mm 4,0S minimal schärfer und insgedamt etwas kontrastreicher ab.

Sucht man die beste Bildqualität in Relation zum Preis bleibt das Z 24-70mm 4,0S ungeschlagen. Sucht man die kompakteste Lösung vom Weitwinkel bis zur Telebrennweite und reicht Blende 5,6 im Weitwinkel und Blende 7,1 ab 105mm aufwärts aus, ist das Z 24-200mm ungeschlagen. Und das will etwas heißen.

Fazit

Auch im Jahr 2020 lassen sich Grundlagen der Physik nicht überwinden. Große Zoombereiche fordern ihren Tribut hinsichtlich der erzielbaren Abbildungsqualität bei gegebener Objektivgröße. Das Z 24-200mm 4,0-6,3 VR verschiebt die Grenzen des Erwartbaren für ein Superzoom. Noch vor ein paar Jahren hätten die so verschmähten Gummilinsen entweder im Weitwinkel oder Telebereich massiv geschwächelt und erst Blende 8 hätte einigermaßen zufriedenstellende Ergebnisse geliefert, immer begleitet von matschigen Ecken.

Angst vor all diesem muss man beim 24-200 nicht haben, und das ist die eigentliche Nachricht über dieses Objektiv. Es gehört nicht zur optischen Spitzenklasse, definiert aber dennoch das Genre der Megazooms neu, auch wenn die Anfälligkeit für Farbsäume etwas stärker ausgeprägt ist, als man es heutzutage erwarten würde.

Beispielfotos, CA Korrektur und Vignettierungskorrektur in Capture NX-D abgeschaltet

Z 24-200mm, 24mm Blende 4,0
Z 24-200mm, 24mm Blende 5,6
Z 24-200mm, 24mm Blende 8,0
Z 24-200mm, 29,5mm Blende 4,5
Z 24-200mm, 29,5mm Blende 5,6
Z 24-200mm, 29,5mm Blende 8,0
Z 24-200mm, 35mm Blende 4,8
Z 24-200mm, 35mm Blende 5,6
Z 24-200mm, 35mm Blende 8,0
Z 24-200mm, 49mm Blende 5,6
Z 24-200mm, 49mm Blende 8,0
Z 24-200mm, 70mm Blende 6,0
Z 24-200mm, 70mm Blende 8,0
Z 24-200mm, 135mm Blende 6,3
Z 24-200mm, 135mm Blende 7,1
Z 24-200mm, 135mm Blende 8,0
Z 24-200mm, 200mm Blende 6,3
Z 24-200mm, 200mm Blende 7,1
Z 24-200mm, 200mm Blende 8,0
Z 24-200mm, 200mm Blende 6,3

Nikkor Z 20mm 1,8 S

Mit dem Nikkor Z 20mm 1,8 S rundet Nikon vorerst die Reihe der Festbrennweiten für das Z System im Weitwinkelbereich ab. Speziell bei der Konstruktion von Weitwinkeln dürfte das Z Bajonett mit seinem großen Bajonettdurchmesser und dem geringen Auflagemaß vorteilhaft sein. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie sehr sich dieser konstruktive Vorteil in der Bildqualität im Vergleich zum bereits sehr guten AF-S 20mm 1,8G ED niederschlägt. Der Preisunterschied zwischen beiden beträgt immerhin 500 € (Stand April 2020), sofern man die Kosten für den FTZ Adapter außer Betracht lässt.

Gehäuse

AF-S 20mm 1,8 G mit FTZ und Z 20mm 1,8 S

AF-S 20mm 1,8 G mit FTZ und Z 20mm 1,8 S

Zum Gehäuse des Z 20mm 1,8 S braucht man nicht viel sagen – wie bei allen anderen Z Festbrennweiten: Autofokusumschalter, großer Einstellring, Modellbeschriftung – das war’s. Der Filterdurchmesser beträgt wie beim Pendant für das F Bajonett 77mm, mit 505g ist es 150g schwerer und – alleine betrachtet – ungewöhnlich lang für ein Weitwinkel. In der Fototasche mag man es auch schon mal mit dem Z 85mm 1,8 S verwechseln. Im Vergleich zur Kombination aus AF-S 20mm 1,8G plus FTZ ist es jedoch wenige Millimeter kürzer.

Die Naheinstellgrenze beträgt lediglich 25cm, was beim Blick durch den Sucher sehr schnell zu falschen Annahmen verleiten kann. Objekte an der Naheinstellgrenze sind bereits gefährlich nah an der Frontlinse.

Optische Leistung

Bereits bei Offenblende liegt die Bildschärfe auf exzellentem Niveau – dieses Qualitätsmerkmal zieht sich durch die gesamte f/1,8er Objektivreihe für das Z Bajonett. Abblenden bringt im Bildzentrum nur minimale Zuwächse, da es schlichtweg nicht mehr viel zu verbessern gibt. Zum Bildrand hin fällt das Auflösungsvermögen jedoch moderat ab, auch bedingt durch eine gering vorhandene Bildfeldwölbung. Um die Bildränder auf das gleiche Schärfeniveau zu bringen benötigt man Blende 2,8. Die Ecken sind bei Blende 1,8 weich, bei Blende 2,8 ausreichend scharf und bei Blende 4 exzellent.

Wie auch bereits beim Z 24mm 1,8 bildet das Z 20mm 1,8 im Vergleich zum F Objektiv kontraststärker und farblich etwas kühler ab. Das Gegenlichtverhalten ist wie bei den meisten modernen Objektiven sehr gut, es gibt nur eine minimale Neigung zu Reflektionsflecken. Auffällig ist wieder einmal die Vignettierung, auch im Vergleich zum AF-S 20mm 1,8. Die Verzeichnung ist für ein Weitwinkel auch nach Abschaltung der Objektivkorrekturen (so weit möglich) moderat. Farbsäume/CA sind wenig ausgeprägt und leicht korrigierbar.

Z 20mm 1,8 S vs. AF-S 20mm 1,8 G ED

Z 20mm 1,8 S vs. AF-S 20mm G ED: linke obere Bildecke, 100% crop

Vergleicht man die beiden 20mm Objektive miteinander kann man zum Schluss kommen, dass das Z Objektiv immer alles ein wenig besser macht als das Objektiv für das F Bajonett. Im Bildzentrum und am Rand ist es bei allen Blenden immer einen Tick schärfer, in den Bildecken hat es in Bezug auf die Schärfe einen Vorteil von ca. einer Blende.

Eine Besonderheit des AF-S 20mm 1,8 G ED ist die Darstellung von Sonnen- und Lichtsternen. Blendet man weit ab belohnt einen das Objektiv mit einer sternförmigen Abbildung heller Lichtquellen. Diese Eigenschaft hat sich nicht vollends auf das Z Objektiv übertragen. Sterne lassen sich mit dem Z Objektiv zwar erzeugen, sehen aber nicht so spektakulär aus wie beim Objektiv für den F Anschluss.

AF-S 20mm 1,8: G vs. Z, 100% Crop, Bildmitte bei Blende 1,8

Insgesamt ist es durchaus eine Überlegung wert zum AF-S 20mm 1,8 G zu greifen, sofern man sowohl spiegellos als auch mit Spiegelreflexkameras unterwegs ist oder einfach nur zum günstigeren Objektiv greifen möchte. Das Z 20mm Objektiv ist fast allen Bereichen klar besser, insgesamt aber – anders als z.B. die Z Objektive mit 24mm, 50mm und 85mm – eher als Evolution statt als Revolution zu sehen.

Fazit

Wenn man das derzeit beste 20mm Objektiv für eine Z Kamera kaufen möchte kommt man am Z 20mm 1,8 S nicht vorbei. Will man in Zukunft vornehmlich oder hauptsächlich mit Nikons spiegellosen Kameras unterwegs sein, würde ich trotz des Preisunterschiedes auf das Nikkor Z setzen.

Hier gibt es weitere Beispielbilder.

Nikkor Z 24mm 1,8 S

Im September 2019 erschien das achte Objektiv für das Nikon Z Bajonett – das Nikkor Z 24mm 1,8 S. Es ist mit rund 9,7cm Länge sogar 8mm länger als das kompakte Z 24-70mm 4,0 Zoomobjektiv und mit 450g nur 50g leichter. Der 72mm Filterdurchmesser ist bei beiden Objektiven jedoch identisch.

AF-S 24mm 1,8G mit FTZ vs. Z 24mm 1,8 S – das Z Objketiv ist etwas kürzer als die Kombination aus 24mm 1,8G + FTZ Adapter

Das Nikkor Z 24mm 1,8 S ist ein typisches Z Serie Objektiv und unterscheidet sich in der generellen Aufmachung nicht von den übrigen Objektiven – lediglich ein A-M Schalter ziert neben der Modellbezeichnung die Außenseite des Objektivs. Der große, konfigurierbare Einstellring nimmt den Großteil des Gehäuses ein.

Optische Leistung

Bereits ab Offenblende bildet der Großteil des Bildbereichs sehr scharf ab, zum Rand hin gibt es einen minimalen Schärfeabfall. Lediglich die äußersten Ecken erreichen bei Blende 1,8 nicht das insgesamt bereits sehr gute Niveau, sind allerdings ausreichend scharf.

Ab f/2,2 sind Ränder und Ecken vollkommen unproblematisch und hinken dem Bildzentrum nur noch wenig hinterher. Bei Blende 2,8 erreicht es überall eine exzellente Schärfe. Sofern die Tiefenschärfe es zulässt, habe ich keine Bedenken es ab Blende 2,2 (oder gar 1,8) einzusetzen ohne optische Kompromisse eingehen zu müssen.

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass ich die optische Leistung des Objektivs auch mit abgeschalteten Softwarekorrekturen geprüft habe. Die Verzeichnung wird Seitens Nikon im Standard etwas stärker korrigiert als bei den anderen, bisher erscheinenen Z Festbrennweiten. Aber auch ohne Korrekturen kann das Objektiv überzeugen.

Im Internet finden sich jedoch recht unterschiedliche Berichte zur Bildschärfe am Rand und insbesondere in den Ecken. Manche behaupten sogar, dass das AF-S 24mm 1,8 G ED in den Ecken dem Z Pendant bis Blende 4 überlegen ist. Dies kann ich ausdrücklich nicht bestätigen. Ich gehe daher davon aus, dass es beim Z 24mm 1,8 S derzeit noch eine Serienstreuung gibt.

Auffällig ist – wie auch bei manch anderem Z Objektiv – die Vignettierung. Bei Blende 1,8 deutlich sichtbar, schwächt sie sich bis Blende 2,8 so weit ab, dass sie zwar sichtbar, aber unproblematisch ist. Bei Blende 4,0 spielt sie keine Rolle mehr.

Verzeichnung und Farbsäume/CA spielen keine Rolle. Die Verzeichnung ist minimal, Farbsäume auch selbst in starken Gegenlichtsituationen nur minimal vorhanden. Gegenlicht und direkte Sonne bereiten dem Objektiv kaum Probleme, die Reflexbildung ist gut unter Kontrolle und Kontrastverlust bei Gegenlicht kaum feststellbar.

Fazit

Das Z 24mm 1,8 S ist ein exzellentes Objektiv. Es bietet mit seiner hervorragenden Bildqualität ab Offenblende einen Vorteil gegenüber dem Z 24-70mm 4,0. Dies auch insbesondere deshalb, weil das lichtschwächere der beiden 24-70mm Zooms im Weitwinkelbereich sehr stark auf nicht abschaltbare Softwarekorrekturen zurückgreift.

Im Vergleich zum Z 24-70mm 2,8 S wird es für das 24mm Festbrennweitenobjektiv schon schwieriger. Es bietet 1 1/3 Blende mehr Lichtstärke, etwas weniger Verzeichnung und einen moderaten Vorteil in der Bildschärfe bei Blende 2,8. Ob dies ausreicht nochmal 1.000-1200 € für das Z 24mm 1,8 S auszugeben ist in diesem Fall eine höchst individuelle Entscheidung.

Vergleicht man es mit dem AF-S 24mm 1,8G am FTZ Adapter fällt zwar eine stärkere Vignettierung auf, dafür erreicht das Z Objektiv direkt ab Offenblende eine Bilschärfe im Bildzentrumm, die das F-Mount pendant erst bei Blende 2,8 auf den Sensor zaubert. Die Ecken hinken ca. eine Blende hinterher. Das Z Objektiv bietet außerdem einen insgesamt besseren Kontrast bei allen Blendenstufen und bildet farblich etwas kühler ab.

Wie bei den übrigen, bisher erschienenen Z Objektiven gilt auch für das 24mm 1,8: es ist optisch besser als die bisherigen Objektive für das F Bajonett.

Beispielbilder – Korrektur von Vignettierung, Verzeichnung und CA in Capture NX-D abgeschaltet so weit möglich:

f/1,8
f/2,0
f/2,2
f/2,5
f/2,8
f/1,8
f/2,2
Blende 2,0 – bitte beachten: unterhalb des Filmtitels befindet sich eine blaue Leiste am Rande der Leuchtreklame, dies ist kein Farbsaum.

© 2022 Dennis Saßmannshausen Fotografie

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