Einige Stärken und Schwächen der D500 werden nach der zweiten Woche deutlicher.

Zu den Schwächen gehört definitiv die Akkuleistung bei Verwendung eines EN-EL15. Die Kamera scheint auf eine höhere, minimale Betriebsspannung angewiesen zu sein, was wiederum zu einem generell früheren Abschaltzeitpunkt führt.

Zusätzlich gibt es andere Faktoren, welche die Laufzeit massiv beeinflussen – anders sind abweichende Berichte von ca. 200 bis 250 Bildern pro Akkuladung bis hin zu fast 1000 Fotos mit einem EN-EL15 nicht zu erklären. Ich persönlich gehöre eher zur Gruppe, die ohne MB-D17  nicht weit über 200 Fotos hinauskommt.

Allerdings – und dies gilt besonders in der Anfangsphase der Nutzung einer neuen Kamera – neige ich dazu, viele Fotos direkt nach der Aufnahme am Kameramonitor zu beurteilen. Es ist durchaus möglich, dass neben der relativ hoch angesetzten Abschaltspannung der Monitor ebenfalls zu ungewöhnlich hohem Stromverbrauch führt. Dies werde ich in den nächsten Wochen versuchen zu verifizieren.

Die unumstrittene Stärke der D500 ist hingegen der Autofokus. Die Präzision und Geschwindigkeit beim Tracking sind phänomenal – jedenfalls in der Klasse der „dreistelligen“ Dx00-Kameras. Es mag durchaus sein, dass auch die D4 in diesen Punkten überholt wird. Um dies zu beurteilen sind weiterhin jedoch ausführliche Vergleiche und Erfahrungen  über einen längeren Zeitraum hinweg notwendig.

Das AF-S 17-55mm 2,8 ED DX Objektiv hat sich mittlerweile als „Immerdrauf“ einen festen Platz an der D500 erobert. Auch 13 Jahre nach der Vorstellung dieses Objektivs kann es in der Liga der professionellen Objektive mithalten. Ab Blende 4 sind über den gesamten Brennweitenbereich exzellente Ergebnisse erzielbar.

Mit Batteriegriff empfinde ich keinen gefühlt spürbaren Gewichtsunterschied zu den Kameras älterer Generationen – egal ob FX oder DX. Eine D700, D800 oder D500 mit angesetztem Batteriegriff am Gewicht zu unterscheiden ist jedenfalls schwer. Dies ist insbesondere deshalb schade, weil die messbar erreichte Gewichtsreduktion mit einem subjektiv schlechteren haptischen Qualitätseindruck im Vergleich mit den zuvor genannten Modellen erkauft wurde.

Die D500 begründet zusammen mit der D5 eine neue Generation von Nikon Kameras, deren technische Grundlagen uns sehr wahrscheinlich für die nächsten 8-10 Jahre begleiten werden. Nutzer der D810 dürften sich schon auf den Autofokus des Nachfolgemodells freuen.