Sicherlich werden viele eine hochauflösende Kamera wie eine D800/D810 für Landschaftaufnahmen einer D4 vorziehen, dennoch gibt es genügend Gründe, eine Einstellige Nikon auch für Landschaften einzusetzen.

Die Voreinstellungen der D4 sind für Landschaften jedoch denkbar ungeeignet. Sie mögen zwar für Reportage- oder Eventfotografie geeignet sein, jedoch nicht für grünes Laub, welches bei der D4 oftmals in ein Blau-Türkis abdriftet. Insgesamt wirken die Farben etwas kühl.

Zusätzlich wirken Aufnahmen bei hellem Tageslicht im Standard etwas ausgewaschen und zu hell. Speziell Mitteltöne und helle Bereiche neigen schnell zum Ausfressen.

Seit vielen Jahren gibt Nikon seinen Kameras die so genannten „Picture Controls“ mit. Neben dem Standardprofil gibt es dort auch eines für Landschaft. Dieses ist meiner Meinung nach jedoch mit einem zu hohen Kontrast versehen, was zu übermäßiger Abdunkelung vieler Bildbereiche führt.

Für die allgemeine Fotografie inklusive Landschaftsaufnahmen habe ich daher versucht, das Standardprofil so einzustellen, dass ein Bildeindruck ähnlich einer D2x / D3x entsteht.

Zur Vermeidung künstlich überbelichteter Bereiche und Verbesserung der Mitteltöne sollte die Helligkeit auf -1 gestellt werden (die eine Stufe nach links, die möglich ist). Dies rettet geradezu die Tonwerte im mittleren und hellen Bereich und verleiht dem Foto direkt mehr Tiefe. Die Bilder werden ein wenig dunkler als bei einer D2x oder D3x bei Standardeinstellungen, dies ist jedoch nicht weiter problematisch.

Der zweite Parameter ist der automatische Weißabgleich. Mittels Anpassung von A0 auf +A3 entzieht man dem Bild den oftmals zu beobachtenden Blaustich und erhält eine insgesamt wärmer wirkende Darstellung.

Die D4 mutiert dadurch nicht automatisch zu einer D2x, aber man kommt mit diesen zwei Einstellungsänderungen schon sehr nah heran.