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ISO Vergleich: Z9 vs. Z7 und D850, ISO 200 bis 25.600

Hier ein Vergleich der drei 45MP Sensoren der Z9, Z7 und D850. Xrite ColorChecker PassportTarget, WB Flash, 1/200s, ISO 200-25.600, indirekte Blitzbelichtung mit SB-800. Rauschreduzierung ausgeschaltet:

Nikon Z9 – Akkus, Speicherkarten und merkwürdige Menüeinträge

Gestern konnte ich meine vorbestellte Z9 bei Rutten in Wuppertal in Empfang nehmen. Vielen Dank an das Team bei Rutten für den exzellenten Service.

Auch wenn ich schon einige Jahre Erfahrung im Umgang mit Nikon Kameras jedweder Art habe, stand ich gestern Abend bei der Ersteinrichtung doch vor einigen unerwarteten Herausforderungen und Überraschungen. Die Überraschungen betreffen hauptsächlich unerwartete Kompatibilitätsprobleme bei Akkus und Speicherkarten.

Akkus: viel geht nicht

Z9 Fehlermeldung bei Verwendung eines nicht kompatiblen Akkus

Aus einem Portfolio von 6 Akkus verschiedener Fremdhersteller (Intensilo, ExPro, DSTE, Cameron Sino, GreenCell, VHBW) funktionierte bis zur Firmware 2.0 nur ein einziges Modell: GreenCell EN-EL18, 28,1 Wh 2600 mAh. Mit Firmware Version 2.0 vom 20.04.2022 funktioniert dieser Akku nicht mehr! Der später von mir getestete EN-EL18 Akku 3200 mAh von DuraPro funktioniert hingegen auch nach dem Update auf Firmware 2.0 in der Z9 und erreicht eine Laufzeit von 2,5-3 Stunden, ca. 50% weniger als ein Nikon Originalakku.

Speicherkarten: Die Schnellen, Lahmen und Blockierenden

Bis jetzt habe ich darauf verzichtet, die Serienbildgeschwindigkeit aller Karten zu testen. Eine Erkenntnis ist allerdings, dass die Kamera lediglich 40 bis 50 Bilder bei 20 fps in Serie schafft, sofern man zwei ausreichend schnelle CFexpress Karten in der Kamera im Modus Sicherungskopie RAW+RAW (14 Bit, verlustfrei komprimiert) betreibt. Schaltet man auf eine einzelne Karte um, laufen die schnellen Karten mit 75-80 Bilder Puffer und selbst die Lexar 128 GB schafft 55 Bilder in Serie. 

Die Angelbird Karten machen dafür andere Probleme. Beim Einschalten oder Aufwachen aus dem Ruhezustand leuchtet die Speicherkarten LED für 2 (SX) bis 5 (XT) Sekunden. In dieser Zeit kann man zwar fotografieren, der Aufruf des Menüs oder eine Bildanzeige ist jedoch nicht möglich. Andere Karten zeigen dieses Verhalten nicht. Ein Firmwareupdate für die XT Karte, welches man nur über einen Angelbird Kartenleser einspielen kann, reduziert die Starteit der XT Karte auf ebenfalls 2 Sekunden.

Die Wise Pro 640 GB steht derzeit unter Beobachtung, da die Z9  zwei Mal angezeigt hat, dass auf diese Karte nicht geschrieben werden kann. Außerdem initialisiert sie manchmal nicht korrekt, wenn man sie in die Kamera steckt. Die Z9 zeift dann einen Kartenfehler an.

Menüeinträge: war da jemand zu schnell?

Die größten Herausforderungen betrafen bis jetzt die Entschlüsselung kryptischer Menüeinträge. Aus meiner Sicht gibt es nur zwei Möglichkeiten, wie so etwas zustande kommen kann: Nikon hat zu viele deutschsprachige Angestellte entlassen, so dass keiner mehr die Übersetzung kontrollieren konnte, oder man hatte es bei der Markteinführung etwas zu eilig. Zugunsten der Nikon Mitarbeiter nehme ich mal das Letztere an.

Es finden sich einige Merkwürdigkeiten, insbesondere im Individualmenü. Über sprachliche Stilblüten würde ich ja noch hinwegsehen. Wenn Bezeichnungen jedoch inhaltlich falsch und Irreführend sind, wird es anstrengend. Im Individualmenü A ist eindeutig etwas schief gegangen:

Zunächst einmal ist der gesamte Unterbaum a falsch benannt, er müsste Autofokus heißen und nicht Schärfepriorität. Der Punkt a7 schießt allerdings den Vogel ab. Die vermeintliche Nachleuchtdauer des Fokusmessfeldes ist in Wirklichkeit die Fokuspersistenz, die im Englischen auch korrekt als focus persistance bezeichnet ist. Hierbei handelt es sich um die Einstellung, ob das gewählte Fokusmessfeld bei Umschalten des AF Modus (z.B. von Motiverkennung nach 3D Tracking) erhalten bleibt bzw. übernommen wird.

Das Firmware Update auf 1.10 behebt diese Übersetzungsfehler nicht. Also Nikon: weitere Updates bitte, bis dahin schalte ich mal lieber auf Englisch um.

Und zum Schluss noch etwas Positives: der Autofokus funktioniert besser als erwartet. Und das bei bereits hohen Erwartungen. Mehr dazu dann in den nächsten Wochen, sofern das Wetter mitspielt. Das hier ist eine absolute Unterforderung für die Kamera, dennoch schön anzusehen. Kein Fokuspunkt gewählt, alles die Kamera machen lassen:

Auto AF Area, AF-C mit Motiverkennung, ISO 3200, NR ausgeschaltet, 1/400s bei 400mm mit Tamron 100-400 am FTZ II. Ca. 70% Ausschnitt aus dem Originalbild.

Nikkor AF Micro 70-180mm 4,5-5,6 D ED

Im Herbst 1997 erschien ein bis heute außergewöhnliches Objektiv: Nikons erstes (und bis heute einzige) Makro Zoomobjektiv mit einem maximalen Abbildungsmaßstab von 1:1,3. Bei einer UVP von 1.559 € verkaufte sich das Micro Nikkor 70-180mm 4,5-5,6 D ED in 7 Jahren bis Anfang 2005 weniger als 20.000 Mal. Leider erschien es zu Beginn der AF-S Ära noch als traditionelles AF Objektiv mit Schraubendreherantrieb, wodurch es nur an Spiegelreflexkameras mit eingbautem Motor automatisch fokussiert. Eine Besonderheit dieses Zooms ist die konstante Blende, unabhängig vom Abbildungsmaßstab. Damit verringert sich die effektive Blendenöffnung im Gegensatz zu den meisten Makroobjektiven im Nahbereich nicht.

Gehäuse und Handling

Das 70-180mm ist ein relativ kompakt gebautes, schmales und mit 17,5 cm recht langes Objektiv. Mit knapp über einem Kilogramm ist es für die Größe recht schwer und vermittelt einen kompakten, soliden Eindruck. Großzügig dimensionierte Zoom- und Fokusringe dominieren die in Kräusellack gehaltene Gehäuseoberfläche, ein Fokuslimiter kann den Fokusbereich in die Bereiche 0,37m-0,8m und 0,8m-Unendlich teilen. Zoom- und Fokusring haben bei manchen Exemplaren etwas Spiel in der Führung, weshalb der erste, hochqualitative Eindruck etwas getrübt wird. Der manuelle Fokus ist zwar langsam übersetzt und ausreichend gedämpft, treibt aber spürbar eine AF Mechanik im Inneren an.

Die AF/MF Umschaltung erfolgt über einen Plastikring mit Arretierung. Wie bei allen Objektiven gleicher Bauart ist beim Kauf darauf zu achten, ob dieser Ring noch intakt ist.

Leider verfügt das 70-180mm nicht über eine Innenfokussierung. Der innere Tubus fährt zur Naheinstellgrenze hin 3,4cm über den vorderen Rand des Gehäuses hinaus. Im Umgang mit dem Objektiv sollte darauf geachtet werden, diesen inneren Tubus nicht übermäßig mechanisch zu belasten um ein ausschlagen der Mechanik zu vermeiden. Die Frontlinse dreht sich nicht mit, wodurch die Verwendung von Polfiltern erleichtert wird.

Um so wichtiger ist daher auch die Verwendung der Gegenlichtblende HB-14, welche über einen Bajonettanschluss am Gehäuse befestigt wird. Die Verarbeitungsqualität der Blende kann leider nicht mit der des Objektivs mithalten. Viele Exemplare sind mittlerweile längs durchgebrochen oder sitzen sehr lose im Bajonett. Ein Nachkauf ist so gut wie unmöglich und Nachbauten gibt es nicht.   

Optische Leistung

Nikon hat bei der Konstruktion des 70-180mm recht großen Aufwand getrieben: 18 Linsenelemente in 14 Gruppen, gepaart mit einer kompensierenden Blende um Lichtverluste im Makrobereich auszugleichen.

Offenblendreihe: 70mm f/4,5 – 105mm f/5,0 – 135mm f/5,3 – 180mm f/5,6.

Abbildungsmaßstab bei minimaler Fokusdistanz von 0,37m: 70mm 1:3,21 – 105mm 1:2,21 – 180mm 1:1,33. Durch Verwendung der Nahlinse 6T wird bei 180mm ein Abbildungsmaßstab von 1:1 erreicht.

Und auch im Jahr 2021 kann sich das Ergebnis dieser Bemühungen an einem digitalen 45 MP Sensor sehen lassen, auch wenn sich – typisch für Objektive aus dieser Zeit – moderate Farblängsfehler bei offener Blende zeigen. Diese lassen sich jedoch durch leichtes Abblenden eliminieren.

Die Schärfe ist bereits bei Offenblende über den gesamten Bildbereich recht hoch und gewinnt naturgemäß durch Abblenden um eine Blende. Insgesamt verringert sich die Schärfe bei Offenblende moderat von 70mm bis 180mm.

Für Landschaftsaufnahmen ist man mit Blende 5,6 zwischen 70 und 135mm bestens bedient, darüber hinaus sollte besser auf Blende 8 reduziert werden. Trotz Fokusbegrenzer sollte man nicht der Versuchung erliegen, auch nur ansatzweise sich bewegende Objekte zu fotografieren. Dafür ist der Fokusantrieb einfach zu langsam – was für ein Makro allerdings auch vollkommen erwartbar ist.

Im Makrobereich erreicht die Schärfe nicht ganz das Niveau der neuesten Makroobjektive, wobei man dem 70-180mm zugutehalten muss ein Zoom zu sein, während alle anderen Makroobjektive Festbrennweiten sind. Dafür bietet es die Möglichkeit, durch Zoomen die Bildkomposition anzupassen. Um Missverständnisse zu vermeiden: Schärfe und Auflösung sind insgesamt als exzellent zu bezeichnen. Es gibt jedoch mordernere Makroobjektive, die eine höhere Schärfe erreichen.

Vergleicht man das 70-180mm bei 105mm mit dem AF-S Micro Nikkor 105mm 2,8 G ED VR, fallen weitere Unterschiede auf. Das Zoom erreicht bei einem minimalen Fokusabstand von 0,37m einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:2,21, während die Festbrennweite bei dieser Vergrößerung 0,42m Fokusdistanz voraussetzt. Die Lichtstärke beträgt bei gleichem Abbildungsmaßstab von 1:2,21, beim Zoom Blende 5 und bei der Festbrennweite f/3,5. Blendet man beide auf Blende 8 ab, sind jedoch kaum Unterschiede in der Leistung auszumachen:

Ausschnitt 100% Bildmitte

Intensive Farben und starke Kontraste prägen die Bildcharakteristik des 70-180. Insgesamt wirken die Fotos runder und nicht so klinisch-scharf wie bei moderneren Objektiven, ohne es an der absolut erreichbaren Schärfe mangeln zu lassen. Es passt sehr gut zu den Zooms der Zeit: AF 20-35mm 2,8 D, AF-S 17-35mm 2,8 D ED, AF-S 28-70mm 2,8 D ED, AF-S 80-200mm 2,8 D ED. Alles diese Objektive wurden erkennbar ähnlich abgestimmt. Die Hintergrundschärfe (Bokeh) ist durchschnittlich und manchmal etwas unruhig.

Fazit

Insgesamt zieht das Zoom im Makroeinsatz im Vergleich zu einer Festbrennweite konstruktionsbedingt auf dem Papier den Kürzeren. Die Einschränkungen sind jedoch in der Praxis nicht so gravierend, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Auch wenn bei 105mm nur ein Maßstab von 1:2,2 erreicht wird, hat man jedoch bei 180mm den Maßstab 1:1,33 zur Verfügung. Einzig wirklicher Nachteil gegenüber einem 105mm Makro ist die ca. 5cm kürzere Naheinstellgrenze, die bei Insekten mit kurzer Fluchtdistanz problematisch sein kann. Bei 180mm konkurriert es derzeit nur mit gebrauchten Makroobjektiven von Sigma, Tamron und Nikons AD 200mm 4,0 D ED Micro Nikkor. Lediglich gegen das Letztgenannte muss sich das 70-180 geschlagen geben.

Insgesamt ist das 70-180mm 4,5-5,6 eine absolute Empfehlung wert. Es bietet eine sehr ausgewogene und angenehme Bildcharakteristik und dazu deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten als eine Festbrennweite. Außerdem eignet es sich sehr gut als Teleobjektiv in der Landschaftsfotografie und kann bei kompakten Packmaßen eine doppelte Funktion erfüllen. Gebrauchtpreise von 700 bis 1.000 Euro sprechen für die Popularität dieses einzigartigen Zoomobjektivs.  

180mm f/5,6
180mm f/8
180mm f/11
180mm f/9
70mm f/4,5
70mm f/5,6
70mm f/8
135mm f/5,3
135mm f/5,6
135mm f/8
180mm f/5,6
180mm f/8

Nikkor DX 16-85mm 3,5-5,6 G IF-ED VR und Nikkor DX 16-80mm 2,8-4,0 E IF-ED VR

Als Nachfolder des Kitobjektives DX 18-70mm 3,5-4,5 G IF-ED brachte Nikon Anfang 2008 das DX 16-85mm 3,5-5,6 G IF-ED VR auf den Markt. Es sollte die Rolle einer höherwertigen Alternative zu den günstigeren Kitobjektiven DX 18-55mm 3,5-5,6 G ED (VR) und DX 18-105mm 3,5-5,6 G ED VR spielen, wobei letztgenanntes erst ca. ein halbes Jahr nach dem 16-85mm erschien. Mitte 2015 wurde es vom nochmals verbesserten – aber auch deutlich teureren – DX 16-80mm 2,8-4,0 E IF-ED VR abgelöst, welches auch im Jahr 2021 als Neuware erhältlich ist.

Da beide Objektive die gleiche Position im Nikon Portefeuille einnehmen, möchte ich sie an dieser Stelle zusammen in einem Artikel vorstellen und auf die praxisrelevanten Unterschiede eingehen. Dies dürfte insbesondere für Käufer auf dem Gebrauchtmarkt von Interesse sein, da beide preislich recht weit auseinander liegen.

Nikkor 16-85mm 3,5-5,6 G IF-ED VR

Mit einer UVP von 679 € war das 16-85mm doppelt so teuer wie das 18-105mm. Das zeigt sich auch in den Verkaufszahlen. Während die günstigeren Kitobjektive zu mehrfachen Millionensellern wurden, verkaufte sich das 16-85mm in 7 Jahren ca. 450.000 Mal.

Gehäuse und Handling

Die Konstruktion entspricht auf den ersten Blick der Nikon Mittelklasse aus den späten 2000er Jahren. Gehäuse aus Plastik, Fokusdistanzfenster, Micromotor AF-S, gummierte Fokus- und Brennweitenringe, Gummilippe am Bajonett zum Schutz vor eintretender Feuchtigkeit. Schalter für AF an/aus, VR an/aus, VR Modus normal/active.

Nimmt man das Objektiv jedoch in die Hand, vermittelt es einen deutlich wertigeren Eindruck, als das Äußere es zunächst vermuten lässt. Die 485g wirken aufgrund der Größe des Objektivs überraschend. Der Brennweitenring läuft satt und recht stramm. Dazu mag auch der aus Metall gefertigte, zweifach ausfahrende Innentubus beitragen. Den guten haptischen Eindruck trügt leider der recht gemächlich agierende Autofokusantrieb.

Optische Leistung (beurteilt am 20,1 MP Sensor der D500)

Die variable Lichtstärke beträgt je nach Brennweite: 16mm f/3,5 – 18mm f/3,8 – 22mm f/4,0 – 26mm f/4,2 – 31mm f/4,5 – 38mm f/4,8 – 46mm f/5,0 – 55mm f/5,3 – 68mm f/5,6.

Das Bildzentrum weist bereits bei Offenblende von 16 bis ca. 70mm eine sehr gute Schärfe auf und gewinnt durch Abblenden um eine Blende. Ab 70mm fällt die Schärfe über das gesamte Bildfeld hinweg ab. Das schwache Ende ist bei diesem Zoom definitiv im Telebereich zu finden. Die Bildränder erreichen bei 16mm bereits eine sehr gute Schärfe, die Ecken brauchen jedoch Blende 8 um als gut durchzugehen. Bei weiter geöffneter Blende sind sie etwas matschig (wobei wir hier wirklich um die äußersten Bereiche reden). Ab 20mm aufwärts erreichen die Ecken bei gleicher Blende eine identische Schärfe wie die Bildränder und dies ist erfreulicherweise bereits ab Blende 5,6 der Fall. Zusammengefasst: 16-20mm: Blende 8, 20mm-70mm: Blende 5,6, darüber wieder Blende 8 bei insgesamt abfallender Leistung.

Farbsäume/CAs sind durchschnittlich korrigiert und treten an starken Kontrasten durchaus auf, insgesamt aber gut korrigierbar. Farben und Kontraste sind insgesamt sehr ordentlich, ohne flau oder besonders herausragend zu sein. Insgesamt bildet das Objektiv ordentlich ab, ohne dass Bilder optisch besonders herausstechen.

Nikkor DX 16-80mm 2,8-4,0 E IF-ED VR

Mit einer UVP von 1.200 € hat Nikon den Preis im Vergleich zum Vorgänger fast verdoppelt, was bei Vorstellung des Objektivs für einiges Stirnrunzeln gesorgt hat. Damit dringt der Preis durchaus in den Bereich der Profizooms vor.

Gehäuse und Handling

Das Problem dabei ist nur: dem Objektiv lediglich einen goldenen Ring hinter dem Filtergewinde zu verpassen und die Linsen weiterhin in einem durchschnittlichen Plastikgehäuse zu verpacken reicht nicht, um es in den Augen der Kundschaft zu einem Profizoom zu machen. Man könnte auch sagen, dass die äußere Erscheinung und die variable Lichtstärke die wirklichen Stärken dieses Objektivs verdeckt und damit ein Akzeptanzproblem geschaffen hat.

Im Gegensatz zum Vorgänger wurde das Objektiv technisch in vielen Punkten deutlich verbessert. Der Autofokus reagiert flotter und ist dabei leiser, die Blende wurde auf elektronischen Antrieb umgestellt und das Filtergewinde wuchs aufgrund der deutlich verbesserten Lichtstärke von 67mm auf 72mm.

Die Verarbeitung macht jedoch nicht mehr einen so soliden und kompakten Eindruck wie beim Vorgängermodell. Die inneren Auszüge wurden auf Plastik umgestellt und die Gegenlichtblende HB-75 erhielt eine merkwürdige, rechteckige Grundform. Insgesamt fühlt sich das Gehäuse deutlich mehr nach Consumerklasse an, ohne jedoch instabil zu wirken. Aufgrund des größeren Durchmessers (72mm Filtergewinde statt 67mm beim Vorgänger) wirkt das Objektiv etwas leichter als der Vorgänger, obwohl dies bei 480g und somit lediglich 5g weniger ein Trugschluss ist.

Optische Leistung (ebenfalls an D500)

Die Blendenreihe liest sich deutlich erfreulicher als beim Vorgängermodell: 16mm f/2,8 – 22mm f/3,0 – 28mm f/3,2 – 34mm f/3,3 – 40mm f/3,5 – 52mm f/3,8 – 62mm f/4,0

Bereits ab Offenblende ist die Schärfeleistung im Bildzentrum sehr gut und gewinnt durch Abblenden nur moderat. Zu 80mm hin ist hierbei auch kein Leistungsabfall auszumachen – die erste, deutliche Verbesserung zum 16-85mm.

Die Bildränder können mit der Schärfe im Bildzentrum bei Offenblende über den gesamten Brennweitenbereich nicht ganz mithalten, erfreulicherweise fallen die Ecken nicht nochmals weiter ab. Bei Blende 5,6 wird bei allen Brennweiten über das gesamte Bildfeld hinweg eine sehr gute Schärfe erzielt. Weiteres Abblenden erhöht lediglich die Tiefenschärfe, verbessert aber nicht die Bildqualität. Anders ausgedrückt: ab Blende 5,6 braucht man sich über die Bildschärfe keine Gedanken mehr machen.

CA/Farbsäume sind etwas besser korrigiert als beim 16-85mm, der Unterschied ist jedoch nicht gewaltig. Farben und Kontraste sind vergleichbar.   

Vergleich und Fazit

Das 16-80mm 2,8-4,0 ist eindeutig das bessere Objektiv – höhere Lichtstärke, gepaart mit besserer Bildqualität im Weitwinkel und Telebereich.  Allerdings erkauft man sich diese Vorteile mit einem deutlich höheren Gebrauchtpreis im Vergleich zum 16-85mm. Sofern man mit den moderaten Einschränkungen des 16-85mm leben kann, stellt es eine solide Wahl für den DX Sensor dar. Das 16-80mm kann hingegen trotz des Äußeren Erscheinungsbildes mit professioneller Abbildungsleistung glänzen.

16-85mm @ 16mm f/3,5
16-85mm @ 85mm f/8
16-80mm @ 16mm f/5,6
16-80mm @ 56mm f/5,6

CFexpress Type B – dauerhafte und minimale Schreibgeschwindigkeiten

***UPDATE: Zum Puffertest der Z9 mit verschiedenen Karten geht es hier! ***

Aus Anlass der Ankündigung der Nikon Z9 habe ich einen verregneten Samstag genutzt, um meine Sammlung von CFexpress Karten auf Ihre Leistung hin zu überprüfen. 45 MP RAW Dateien bei 20 Bildern pro Sekunde wollen ja irgendwie weggespeichert werden, sofern das Dauerfeuer benötigt wird. Und es ist immer gut, vorbereitet zu sein und böse Überraschungen zu vermeiden. Und genau diese könnten lauern, wenn man im guten Glauben an die von den Kartenherstellern angegebenen maximalen Transferraten davon ausgeht, dass eigentlich jede CFexpress Speicherkarte alle eiligst angelieferten Datenmengen locker wegstecken kann.

Im Gegensatz zu früheren Speicherkartentypen gibt es bei CFexpress Speicherkarten eine Variable, die bisher keine Rolle spielte: Hitze. Während des Schreibvorgangs heizen sich die Karten derart auf, dass die Schreibleistung bei Überschreitung der thermischen Limits gedrosselt werden muss. Ein weiterer Grund für eine sinkende Datentransferrate kann die interne Organisation der Daten sein. Dabei unterscheiden sich die Karten je nach Hersteller und internem Aufbau – meist beeinflusst durch die Speicherkapazität – doch recht deutlich.

Leider findet man recht selten oder nur sehr versteckt Angaben zu minimalen Schreibleistung. Die maximalen Schreibraten liegen allesamt über 1000 MB/s, was aber nur ein theoretischer Wert unter Laborbedingungen bei direkter Anbindung an mehrere PCIe Lanes eines PCs darstellt. Bereits die Verbindung über einen Kartenleser an einen USB-C Anschluss verringert die maximale Transferrate deutlich.

Daher geht es bei diesem Test nicht um die Ermittlung der maximalen Schreibrate, sondern um die Feststellung, welche Speicherkarte im Verhältnis zu anderen Karten unter gleichen Bedingungen schneller ist und wie weit die Karte die Schreibgeschwindigkeit drosselt, sobald die thermische Belastung zu hoch wird oder der Controller die Daten nicht mehr effizient ablegen kann. Dabei ist es leider nicht immer möglich pauschal zu sagen, wann genau die Leistung auf exakt welchen Wert sinkt. Nach Phasen gedrosselter Schreibleistung erholen sich manche Karten wieder. Andere reduzieren die Schreibrate auf einen relativ fixen Wert und lassen sich mit dieser Geschwindigkeit bis zum Ende beschreiben. Ärgerlicherweise gibt es aber auch einen sehr namhaften Hersteller in diesem Test, bei dem die Schreibrate komplett zusammenbricht und dann nicht mehr über 50 MB/s hinaus kommt.

Alle Karten wurden mit einem schnellen Lexar USB 3.2 Gen 2×2 Kartenleser (ca. 90 €) durchgeführt, der direkt über USB-C an ein Ryzen 9 System der aktuellen 5000er Serie angeschlossen war. Trotz des schnellen Kartenlesers sind die maximalen Datentransferraten nicht erreichbar – das ist jedoch auch nicht das Ziel dieses Tests.

Da mir aktuell keine Angaben zu den Dateigrößen der Z9 RAWs vorliegen, gehe ich einfach von den bekannten Werten der D850 aus: 14 bit RAW, lossless compressed = ca. 52 MB (+/- je nach Bildinhalt und möglicher Kompression). [UPDATE 31.10.2021: aufgrund der neu veröffentlichten, technischen Informationen auf der Nikon Japan Webseite: 55,1 MB lossless compressed, 33 MB high quality*, 22 MB high compression. Daher nun gerunden 55 MB für ein RAW Bild, lossless compressed.] Kleiner geht es bei der Z9 nur durch stärkere Kompression, da die 12 bit RAW Option gestrichen wurde. Bei 20 RAW Dateien pro Sekunde ergibt dies satte 1100 MB/s. Alternativ bei 10 Bildern pro Sekunde 550 MB/s. Kurzum: je mehr Daten die Karte über einen längeren Zeitraum wegschafft, um so besser.

Eine weitere unbekannte ist momentan die interne Anbindung der CFe Karten und die Puffergröße der Z9. Ich gehe stark davon aus, dass die Z9 Daten schneller schreiben kann als der Kartenleser im nachfolgenden Test. Daher ist – es sei nochmal gesagt – die maximale Schreibrate erst einmal irrelevant und nur im Vergleich zu den anderen Karten innerhalb des gleichen Testaufbaus interessant.

Da ich vornehmlich an der dauerhaften Schreibrate über die Kapazität der Karte hinweg interessiert bin, habe ich mir die durchschnittliche Datenrate nach 20 GB und 50 GB geschriebenen Daten notiert. Dies entspräche ca. 20 bzw. 50 Sekunden Dauerfeuer oder unglaublichen 400/1000 Bildern in Serie. Hinzu kommt die durchschnittliche Schreibgeschwindigkeit über die gesamte Karte hinweg und die Beobachtung von zeitweisen, stark unterdurchschnittlichen Einbrüchen der Leistung.

Getestet wurde mit dem Tool H2testw 1.4 des CT Magazins. Verglichen wurden Karten von SanDisk, Sony, Lexar, Transcend und Angelbird.

[UPDATE 03.11.2021]: Ein ausführlicher Test von diversen Karten in der Z9 durch Matt Granger gibt für einige der hier vorgestellten Karten weitere Erkenntnisse bezüglich der zu erwartenden Performance. Um es vorweg zu nehmen: keine der hier vorgestellten Karten ist schnell genug, um die maximale Puefferrate von 80 Bildern bei „lossless compressed“ in 14 Bit bei 20 fps zu erreichen.

[UPDATE 10.01.2022]: Lediglich die folgenden Karten können mit der Serienbildgeschwindigkeit der Z9 von 20 fps in lossless compressed mithalten: Prograde Cobalt mit 325 und 650 GB, Angelbird SX 160 GB, Wise Pro 640 GB, Delkin Black. Angelbird Karten würde ich aktuell nicht empfehlen, da diese beim Einschalten der Kamera für eine 2 Sekunden lang leuchtende Speicherkarten LED sorgen (bei der Angelbird XT 330 dauert dies vor einem Firmware Update sogar 5 Sekunden, diese ist allerdings durch Angelbird auch offiziell als inkompatibel zur Z9 eingestuft). Delkin Black sind bisher in Europa nicht erhältlich.

Platz 1: Lexar Gold 1750 MB/s read, 1000 MB/s write, 128 GB für ca. 180 €, 256 GB für ca. 349 €

Eine absolute Ausnahme im Testfeld: hohe Schreibleistung über beide Karten hinweg ohne je langsamer zu werden. Deutlich Platz 1, auch wenn die Herstellerangabe mit 1000 MB/s die niedrigste im Vergleich zu allen anderen Karten ist:

Nach 20 GB: 557 MB/s im Durchschnitt (128 GB) / 564 MB/s (256 GB)

Nach 50 GB: 556 MB/s im Durchschnitt / 564 MB/s (256 GB)

Schreiben gesamt: 552 MB/s im Durchschnitt / 564 MB/s (256 GB)

[UPDATE 03.11.2021]: Laut Matt Granger: 60 Bilder Puffer für 20fps, 14 Bit, „lossless compressed“, 155 Bilder für „High efficiency RAW*“. Bei 12 fps und „lossless compressed“ läuft die Kamera nicht ins Pufferlimit und die Karte kann beschrieben werden, bis sie voll ist. Von ihm getestet mit der 64 GB Variante.

 

Platz 2: Angelbird 256 GB AV Pro 1700 MB/s read, ca. 245 €

Der Hersteller aus Österreich wird im deutschen Onlinehandel immer präsenter und kann im Test die Preis-/Leistungskrone erringen. Die höchste im Vergleich gemessene Schreibleistung. Einbruch der Datentransferrate nach 50 GB, allerdings nie unter 370 MB/s. Für die Z9 reicht dies jedoch nicht aus, um 20 festzustellen stemmen zu können. [UPDATE 21.01.2022: Diese Karte gehört in der Praxis zu den lagsamsten in der Z9, daher keine Empfehlung]

Nach 20 GB: 571 MB/s im Durchschnitt

Nach 50 GB: 571 MB/s im Durchschnitt

Schreiben gesamt: 409 MB/s im Durchschnitt

Platz 3: SanDisk ExtremePro 1700 MB/s read, 1200 MB/s write mit 128 GB ( ca. 190 €) und 256 GB (ca. 330 €)

Beide SanDisk Karten verhalten sich recht ähnlich. Bis 50 GB kann die schnelle Datentransferrate gehalten werden. Sobald die Karte ihre maximale Temperatur erreicht, sinkt die Schreibgeschwindigkeit deutlich, allerdings bei beiden Karten nie unter 200 MB/s. Für die Z9 reicht die Geschwindigkeit der SanDisk Karten nicht, dies haben Tester von dpreview bereits festgestellt.

Nach 20 GB: 417 MB/s im Durchschnitt (128 GB) / 412 MB/s (256 GB)

Nach 50 GB: 417 MB/s im Durchschnitt / 412 MB/s (256 GB)

Schreiben gesamt: 272 MB/s im Durchschnitt / 275 MB/s (256 GB)

Platz 4: Transcend 820 1700 MB/s read, 1300 MB/s write, 256 GB, ca. 200 €

Die mit Abstand günstigste Karte mit 256 GB in diesem Test liefert zwar im Durchschnitt eine grundsolide Leistung ab, dürfte aber für die Verwendung in Hochleistungskameras ausscheiden. Auch wenn die Karte zunächst auf 250 MB/s drosselt, stören kurze Einbrüche der Schreibrate auf ca. 150 MB/s das Gesamtbild. Für Z6 (II) und Z7 (II) dennoch sicherlich eine sehr lohnenswerte Überlegung.  

Nach 20 GB: 311 MB/s im Durchschnitt

Nach 50 GB: 296 MB/s im Durchschnitt

Schreiben gesamt: 264 MB/s im Durchschnitt

Platz 5: Sony Tough G-Series 1700 MB/s read, 1480 MB/s write, 256 GB, ca. 400 €

Die teuerste CFexpress Karte mit 256 GB im Test ist gleichzeitig die schlechteste. Und das auch noch von einem renommierten Hersteller.

Auch wenn die Zahlen auf den ersten Blick recht ordentlich erscheinen und bis 50 GB auch im Vergleich zu den anderen Karten stimmen, verrät die durchschnittliche Gesamtleistung mit lediglich 263 MB/s im Vergleich zu den beiden anderen Zahlen das Problem. Sobald die Karte in das Hitzelimit läuft, drosselt sie auf 50 MB/s. Hinzu kommt, dass das Wort Hitze ernst zu nehmen ist. Nach dem nächsten Testlauf versuche ich mich an Wachtelspiegeleiern. Diese Karte ist absolut nicht zu empfehlen.

Nach 20 GB: 510 MB/s im Durchschnitt

Nach 50 GB: 491 MB/s im Durchschnitt

Schreiben gesamt: 263 MB/s im Durchschnitt

[UPDATE 03.11.2021]: Laut Matt Granger, Sony 256 GB Variante: 71 Bilder Puffer für 20fps, 14 Bit, „lossless compressed“, 222 Bilder für „High efficiency RAW*“. Bei 12 fps und „lossless compressed“ läuft die Kamera bereits bei 205 Bildern ins Pufferlimit. Dies spricht wieder für eine Reduktion der Schreibgeschwindigkeit nach einer gewissen Zeit aufgrund von thermischer Überlastung, da sie bei 20fps lossless compressed schneller ist als die Lexar und damit bei 12 fps eigentlich auch ohne Pufferlimit Bildfolgen bis zur Kapazitätsgrenze erlauben müsste. 

Fazit

Die Karten von Lexar bieten die knapp zweitschnellste, maximale Datenübertragungsrate in dieser Testkonstellation und die schnellste das über die gesamte Kapazität hinweg.

Die Karten von Angelbird, SanDisk und Transcend sind weiterhin eine exzellente Wahl für Z6, Z6, D850 und D500, sofern man nicht sowieso bereits diverse XQD Karten in der Schublade hat. Erwartet man keine theoretischen Geschwindigkeitsrekorde, ist die 256 GB Karte von Transcend für die aktuellen Kameras der Mittelklasse die Preis-/Leistungsempfehlung und der erzielbaren Schreibrate dieser Kameras angemessen.

© 2023 Dennis Saßmannshausen Fotografie

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