AuthorDennis Saßmannshausen

D850: Anzahl der Auslösungen korrekt bestimmen

Da die D850 den Bildzähler in den Metadaten der Bilddateien bei jeder Aufnahme erhöht, egal ob der mechanische Verschluss betätigt oder das Foto per „Lautloser Auslösung“ im LiveView Modus aufgenommen wurde, nutzt dieser Zähler wenig, um die mechanische Abnutzung des Verschlusses zu bestimmen.

Findige Entwickler haben nun ein Programm veröffentlicht, mit denen sich aus den Metadaten der D850 drei unterschiedliche Bildzähler extrahieren lassen. Es werden drei Werte getrennt für mechanische Auslösungen, Live View Auslösungen und der Gesamtbildzähler ausgegeben.

Das Programm kann hier heruntergeladen werden:

http://bluecys.tistory.com/61

D500 vs. D850

Mit Erscheinen der D850 stellen sich viele Nikon Fotografen die Frage: D500, D850 oder gar beide? Wie nah beieinander bzw. wie unterschiedlich sind die beiden Modelle im Hinblick auf Bildqualität, Bildrauschen und Serienbildleistung?

Bildqualität – Farbabstimmung und Belichtung

D500 und D850 gleichen sich in der Farbabstimmung und Tonwertkurve wie eineiige Zwillinge. Auch der Dynamikumfang der beiden Kameras ist in der Praxis identisch. Die Belichtungsmessung der D850 neigt in manchen Situationen zu einer leicht knapperen Belichtung (ca. -0,3 EV), ohne dies jedoch immer und systematisch zu tun.

Der automatische Weißabgleich der D850 arbeitet etwas treffsicherer als der der D500 und bietet zusätzlich noch eine zweite Betriebsart, die sich am natürlichenTageslicht und einer insgesamt wärmeren Abstimmung orientiert.
Abgesehen vom Unterschied in der Auflösung sind die Fotos der beiden Kameras kaum voneinander zu unterscheiden, vorausgesetzt Belichtung und Weißabgleich wurden identisch eingestellt.

Beispiel: D500, ISO 400 und D850, ISO 400

Bildqualität – ISO

Vergleicht man RAW Fotos mit vollständig deaktivierter Rauschreduzierung in 100% Ansicht, lassen sich jedoch Unterschiede zwischen D500 und D850 ausmachen. Bis ISO 800 verhalten sich beide Kameras vom Rauschverhalten her identisch.

Erstaunlicherweise beginnt sich die D500 bei ISO 1600 jedoch leicht von der D850 abzusetzen. Dieser leichte Vorsprung hält bis ISO 12.800, wo beide Kameras wieder ein identisches Rauschverhalten zeigen. Bis ISO 51.200 bleiben beide identisch, wobei diese Stufe für die D850 bereits zum erweiterten Bereich (Hi1) gehört.

Bei ISO 102.400 rauschen beide Kameras weit über das nutzbare Niveau hinaus, dennoch hält die D500 die Farben etwas besser, während die D850 bereits zum rechten Bildrand hin ins Violette abdriftet.

Nutzt man den Vorteil der hohen Auflösung der D850 aus und rechnet die 45 MP auf 20 MP herunter, ergibt sich naturgemäß ein Vorsprung für die D850, den ich mit ca. einer Blendenstufe angeben würde. Bei 1:1 Betrachtung in nativer Auflösung schlägt sich die D500 erstaunlicherweise ab ISO 1600 jedoch minimal besser (ca. 1/3 Blendenstufe).

Beispiele: D500, ISO 25.600 und D850, ISO 25.600

Autofokus

Der Autofokus von D500 und D850 ist technisch, als auch in der Praxis identisch. Leichte Vorteile mögen sich für die D850 im Tracking von bewegten Objekten ergeben, da bei ihr (wie auch bei der D5) ein zusätzlicher, dedizierter AF Prozessor verbaut ist. Mögliche Unterschiede oder Vorteile zu verifizieren dürfte jedoch eines längeren Praxiseinsatzes bedürfen – offensichtlich sind sie nicht.

Serienbildgeschwindigkeit und Puffer

Bei nativer Auflösung von 45,7 MP erreicht die D850 unter Einsatz des optionalen Batteriegriffs und eines EN-EL18/a/b Akkus beeindruckende 9 Bilder pro Sekunde und bleibt damit nur minimal hinter der D500 mit 10 Bildern pro Sekunde zurück. Der wesentliche Unterschied liegt in der Größe des Pufferspeichers – sofern man schnelle XQD Karten verwendet und die Fähigkeiten der Kameras voll ausnutzen kann. Bei Nutzung schneller Karten ergibt sich folgende Puffergröße, bevor sich die Aufnahme verlangsamt (Angaben aus den jeweiligen Handbüchern):

  • D500 (RAW):
  • 14 Bit nicht komprimiert: 79 Bilder
  • 14 Bit verlustfrei komprimiert: 200 Bilder
  • 14 Bit komprimiert: 200 Bilder
  • 12 Bit nicht komprimiert: 200 Bilder
  • 12 Bit verlustfrei komprimiert: 200 Bilder
  • 12 Bit komprimiert: 200 Bilder
  • D850 FX (RAW):
  • 14 Bit nicht komprimiert: 29 Bilder
  • 14 Bit verlustfrei komprimiert: 51 Bilder
  • 14 Bit komprimiert: 74 Bilder
  • 12 Bit nicht komprimiert: 55 Bilder
  • 12 Bit verlustfrei komprimiert: 170 Bilder
  • 12 Bit komprimiert: 200 Bilder
  • D850 DX (RAW):
  • 14 Bit nicht komprimiert: 200 Bilder
  • 14 Bit verlustfrei komprimiert: 200 Bilder
  • 14 Bit komprimiert: 200 Bilder
  • 12 Bit nicht komprimiert: 200 Bilder
  • 12 Bit verlustfrei komprimiert: 200 Bilder
  • 12 Bit komprimiert: 200 Bilder

Wird die D850 mit Bildfeld FX betrieben, beträgt die Größe des Pufferspeichers abhängig von Bittiefe und Komprimierungsgrad 29 bis 170 Bildern, während die D500 nur bei nicht komprimierten 14 Bit Dateien den Puffer auf 79 Bilder begrenzen muss und in allen anderen Einstellungen mit 200 Bildern souverän davonzieht.

Vergleicht man jedoch die D500 mit der D850 in DX Einstellung macht letztere keine Kompromisse und erreicht in allen RAW Modi das Maximum von 200 Bildern. Von der Geschwindigkeit her kann die D850 somit eine D500 vollständig ersetzen. Der Auflösungsnachteil von 19,5 MP gegen 20,9 MP sollte dabei kaum ins Gewicht fallen.

Ausstattung

Die Gehäuse der beiden Kameras sehen sich bis auf die Abmessungen zum Verwechseln ähnlich, somit sind die ergonomischen Unterschiede gering. Auch hinsichtlich der Funktionen liegen beide recht nah beieinander. Spiegelmechanik und Verschluss der D500 deutlich leiser als die der D850.

Es macht fast den Eindruck, dass Nikon ein paar Dinge, die nicht rechtzeitig zur D500 fertig wurden, in die D850 gepackt hat. Dazu zählt sicherlich das nun per Touch bedienbare Einstellungsmenü, obwohl bereits die D500 über einen Touchscreen verfügt.

Eine marginale Neuerung der D850 ist der bereits erwähnte, zusätzliche Modus für den automatischen Weißabgleich, der sich an der Farbtemperatur des natürlichen Sonnenlichts orientiert.

Der größte Unterschied in der Ausstattung zugunsten der D850 dürfte jedoch der elektronische Verschluss und die damit mögliche leise Auslösung im Live View Modus sein. In besonders leisen Umgebungen ein wirklicher Vorteil.

Fazit

Eine Kaufentscheidung dürfte daher rein auf Basis Sensorformat, Auflösung und Preis fallen, ggf. gibt noch die lautlose Live View Auslösung einen Ausschlag für die D850. Annahnd der (auflösungsbereinigten) Bildqualität, der Geschwindigkeit und dem Autofokus unterscheiden sich die beiden Modelle kaum.

Besonders erstaunlich ist, dass die D500 in der 100% Ansicht ab ISO 1600 ein geringeres Rauschen aufweist. Für Naturfotografen, die oftmals Ausschnitte von D850 Fotos verwenden möchten, ergibt sich aus der größeren Kamera daher kaum ein Vorteil. Für alle anderen ist die D850 der universelle Generalist.

D850 – erste Eindrücke

Nach einer Woche intensivtest der D850 auf Rügen gibt es hier einen ersten Erfahrungsbericht zu Nikons neuester Kamera.

ISO Performance – das Ende der Entwicklung scheint erreicht

Seit dem 07.09 erfolgt die Auslieferung der D850, bereits einige Tage früher tauchten RAW Dateien im Netz auf. Diese können nun auch mit Capture NX-D geöffnet und damit jeglichem Einfluss der softwareseitigen Rauschreduzierung entzogen werden, was einen ersten Blick auf die wirkliche ISO-Performance der D850 erlaubt.

Die Begeisterungsstürme über neue Höhenflüge bei der Bildqualität oberhalb von ab ISO 3200 dürften rasch verfliegen. Betrachtet man die RAW Daten muss man zum Schluss kommen, dass die D850 nicht besser abschneidet als die D800. Dies ist in einem gewissen Sinn durchaus eine Weiterentwicklung, da die Auflösung von 36 auf 45 Megapixel gestiegen ist, belegt aber auch gleichzeitig, dass die Zeit großer Sprünge vorbei ist.

Seit der D3 im Jahr 2007 hat es zu D3s und D4 nur noch zwei Mal eine deutliche Steigerung der nutzbaren Sensorempfindlichkeit gegeben. Alle Kameras danach boten für Ihre jeweilige Sensorauflösung nur noch evolutionäre Fortschritte.

Eine D800 nutze ich mit gutem Gewissen bis ISO 3200 und – sofern erforderlich – bis ISO 6400. Für eine D850 würde das Gleiche gelten – zumindest auf Basis dessen, was ich derzeit in den öffentlich verfügbaren RAW Dateien gesehen habe. Die deutlich niedriger auflösende D4 halte ich bis ISO 12.800 für bedenkenlos einsetzbar, gleiches dürfte für die D5 mit leicht gesteigerter Auflösung gelten.

Einfach formuliert gilt bei Vollformatsensoren für mich derzeit: niedrigere Auflösung -> maximal ISO 12.800, hohe Auflösung -> maximal ISO 6.400, besser 3.200. An diesen Grenzen dürfte sich in den nächsten Jahren kaum etwas verschieben. Die D850 bestätigt dies.

Es wird auch gerne argumentiert, dass ein herunterskaliertes Bild mit hoher Auflösung und stärkerem Rauschen dem einer niedriger aufgelösten Kamera überlegen ist. Der direkte Vergleich mit der D4 bei ISO 12.800 geht jedoch recht eindeutig zugunsten des 16 MP Sensors aus:

D850 vs. D4 ISO 12.800

Die D850 ist eine sehr gute Kamera und für viele Besitzer einer D800 oder D810 das Upgrade wert. Geringeres Rauschen bei hohen ISO Werten sollte jedoch nicht das ausschlaggebende Kaufkriterium sein.

Vorstellung des Nikon 8-15mm 3,5-4,5 Fischaugenzooms

Das neue AF-S 8-15mm 3,5-4,5 E IF-ED Fisheye Zoom kann optisch auf ganzer Linie überzeugen. Mehr dazu auf der Seite über AF Weitwinkelobjektive.

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