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Nikon FM und FM2n

Die FM Modelle von Nikon traten in den späten 1970ern die Nachfolge der Nikkormat Reihe an.

FM

Als Nachfolger der recht massiv gebauten Nikkormat Modelle erschien 1977 die Nikon FM, eine SLR mit mechanischem Verschluss, die lediglich für den Betrieb des Belichtungsmessers zwei 1,5V Knopfzellen SR44 (oder eine 3V Lithiumbatterie 1/3N) benötigt. Man kann sie als Nachfolger der Nikkormat FT3 sehen, die für kurze Zeit die AI Blendensteuerung in die Nikkormat Serie brachte.

Die FM ist deutlich leichter als der doch recht schwere Vorgänger, ohne jedoch den Eindruck einer leichtgewichtigen Konstruktion zu erwecken. Die Verarbeitung ist tadellos. Als Einstellscheibe ist eine nicht wechselbare K-Version mit Mikroprismenring und Schnittbildindikator verbaut.

Der mechanische Verschluss bietet Zeiten von 1s bis 1/1000s in ganzen Schritten von ½, ¼, 1/8, 1/15, 1/30, 1/60, 1/125, 1/250, 1/500, 1/1000. Die Blitzsynchronzeit liegt bei 1/125s.

FM2 und FM2n

Mit der FM2 stellte Nikon im Jahr 1982 eine überarbeitete Version der FM vor. Der nun aus Titan gefertigte Verschluss bietet nun erstmals eine mechanisch gesteuerte Verschlusszeit von 1/4000s, die Blitzsynchronzeit steigt zunächst auf 1/200s. Bereits 1983 wird aus der FM2 die FM2n (erkennbar am N vor der Seriennummer auf der Rückseite des Gehäuses), nun mit einer Blitzsynchronzeit von 1/250s. Bei der FM2 ist die Sucherscheibe erstmals wechselbar und trägt die Bezeichnung K2. Es stehen Mattscheiben ohne Fokushilfen in Vollmatt (B2) oder mit Gitterlinien (E2) als Zubehör zur Verfügung.

Das Verwirrspiel um den Verschluss

Bei der FM2/FM2n kam in den ersten Jahren der Produktion ein Titanverschluss zum Einsatz. Dieser ist an einer Wabenstruktur auf den einzelnen Lamellen erkennbar. Wobei diese Struktur nicht geprägt, sondern per Chemie in die Lamellen eingeätzt wurde um Material wegzunehmen und die einzelnen Lamellen somit leichter zu machen. Dieser Verschluss wurde auch bei den Kameramodellen FE2 und FA eingesetzt, die jedoch beide nur bis 1989 gebaut wurden.

Nikon Verschluss Titan und Aluminium

Titanverschluss (links) und Aluminiumverschluss (rechts)

Da die FM2n jedoch bis zum Jahr 2001 weiter produziert wurde, lohnte sich die weitere Herstellung dieses doch recht aufwändig gestalteten Verschlusses vermutlich nicht. Ab 1989 erhielt die FM2 daher einen aus Aluminiumlamellen bestehenden Verschluss, der produktionstechnisch näher an den Versclüssen anderer Kameramodelle der Zeit liegt.

Es gibt eigentlich keinen Grund einen der beiden Verschlüsse aus technischer Sicht zu bevorzugen, jedoch ist eine FM2n mit Aluminiumverschluss nach 1989 gebaut worden und somit neuer. Die letzten Gehäuse sind übrigens am eingeprägten CE Symbol in der Bodenplatte erkennbar. Erwischt man ein solches Exemplar dürfte die Kamera in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre gebaut worden sein.

Manche findigen Verkäufer bieten eine FM2 oder FM2n mit Titanverschluss auch als FM2 Titan an. Dabei handelt es sich jedoch um eine Spezialversion der FM2 mit Titangehäuse bzw. -oberkappe und champagnerfarbenen Lackierung. Dieses Modell firmiert als FM2/T und ist auch entsprechend am Gehäuse gekennzeichnet.

Bei fast allen Kameras haben sich mittlerweile die Lichtdichtungen an der Rückseite und auch der Spiegeldämpfer in eine teerige Masse aufgelöst. Man kann geeignete Schaumstoffe im Internet beziehen (z.B. www.micro-tools.de) und selber zurechtschneiden. Alternativ bietet auf Ebay ein engagierter Verkäufer unter dem Verkäufernamen kameradoktor von Zeit zu Zeit passende Dichtungssätze an.

Gehäuse und Handling

FM und FM2 sind von der Bedienung her identisch. Auf der Vorderseite der Kamera findet sich neben einem Abblendhebel nur der mechanisch arbeitende Hebel für den Selbstauslöser. Der Anschluss für ein Blitzsynchronkabel rundet die schlichte Vorderansicht ab.

Nikon FM und FM2 Oberseite

Nikon FM (oben) und FM2 (unten) Oberseite

Auf der Oberseite befinden sich lediglich Schnellspannhebel, Bildzählwerk, Auslöser, Zeitenwahlrad inkl. ISO/ASA Einstellung, Blitzschuh und die Rückspulkurbel. Eine Einstellung für die Belichtungskorrektur fehlt, da der Verschluss sowieso nur in ganzen schritten arbeitet und die Kameras dies mangels Elektronik nicht umsetzen können.

Die FM verfügt in der ersten Serie (Seriennummern kleiner als 3000000) rund um den Auslöser über einen Umschalter, der bei Verwendung der Motorantriebe MD-11 oder MD-12 auf die richtige Position (rote Markierung) gestellt werden muss. Stellt man diesen Ring nicht auf die rote Markierung, blockieren Kamera und Motorantrieb.

Die Gehäuse von FM und FM2 sind sich auch hinsichtlich der Verarbeitung recht ähnlich. Beide vermitteln einen soliden Eindruck bei moderatem Gewicht. Die FM2 ist 50g leichter (540g zu 590g). Beide haben aber über die Jahrzehnte hinweg bewiesen gleichermaßen stabil zu sein.

Der Belichtungsmesser arbeitet mit mittenbetonter Messung, bei der ein Kreis in der Mitte mit Umfang von 12mm zu 60% in die Belichtungsmessung einbezogen wird, das restliche Bildfeld wird somit mit 40% gewichtet. Eine Messwertspeichertaste steht nicht zur Verfügung.

Nikon FM FM2 Belichtungsmesser

Anzeige des Belichtungsmessers in der Nikon FM2 – von Überbelichtung bis Unterbelichtung

Die Anzeige des Belichtungsmessers ist sehr rudimentär gelöst. Im Sucher befinden sich rechts neben der Mattscheibe drei LEDs. Die Obere zeigt Überbelichtung, die Mittlere korrekte Belichtung und die Untere Unterbelichtung an. Leuchtet nur die mittlere LED, ist die Belichtung im Rahmen von 1/5 Blende optimal. Leuchtet die mittlere LED zusammen mit einer der beiden anderen LEDs, weicht die Belichtung um bis zu einer Blendenstufe ab. Leuchtet nur ein Indikator für Über- oder Unterbelichtung beträgt die Abweichung mehr als eine Blende. Die LEDs erlöschen, sofern die Kombination aus Belichtungszeit und Blende gänzlich ungeeignet ist.

Dies unterscheidet sich stark von der Anzeige in den elektronischen Kameras FE und FE2. Dort sind zwei Nadeln und eine Belichtungszeitenskala eingebaut. Die eine zeigt die aktuell eingestellte Verschlusszeit an, die andere die aktuell vom Belichtungsmesser ermittelte Zeit. Durch Änderung der Belichtungsparameter muss man diese beiden Anzeigenadeln in Übereinstimmung bringen. Bei einer mechanisch arbeitenden Kamera hätte man eher diese mechanische Anzeige, als eine Lösung über elektronische LEDs erwartet.

Man kann jedoch in beiden Systemen Vor- und Nachteile sehen. So kann man bei den FE Modellen die Belichtungszeit als Zahl ablesen, dafür diese Nadeln und die Skala im Dunklen nicht erkennen. Bei den FM Modellen sieht man keine Zeiten, dafür können die LEDs auch im Dunklen gesehen werden.

Zum Vorgang des Fotografierens an sich braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Nach Einlegen des Films, Transport auf Bild 1 und Einstellung der Filmempfindlichkeit bestimmt lediglich das Spiel mit Zeit, Blende und Fokus das Bildergebnis. Simpler und puristischer kann man nicht fotografieren.

Da der Verschluss nur in ganzen Belichtungsschritten arbeitet bleibt es an der Blende für ggf. notwendige Belichtungskorrekturen zu sorgen. Auch wenn die manuellen Nikkor Objektive Rastungen bei ganzen Blendenwerten besitzen kann man ohne Probleme Zwischenwertte einstellen.

Fazit

Fotografie mit den mechanischen FM und FM2/n ist pure Entspannung. Beide Kameras sind nicht wirklich für actiongeladene Motive geeignet da die Einstellung von Zeit, Blende und Fokus durchaus seine Zeit benötigt. Selbst eine simple Zeitautomatik wie in den FE Modellen beschleunigt das Fotografieren im Vergleich zu den FM Modellen enorm. Dafür entschädigen FM und FM2 mit ihrer soliden, präzisen und ausfallsicheren Mechanik.

Nikon ist es hoch anzurechnen länger als viele andere Hersteller vollmechanisch arbeitende Kameras angeboten zu haben. Die FM2n wurde bis zum Start des digitalen Zeitalters angeboten und selbst danach bekam sie in Form der FM3a noch einen Nachfolger, der bis 2006 verkauft wurde. Die FM3a betrachte ich jedoch eher als Sammlerobjekt. Aufgrund der hohen Preise ist man mit einer FM oder FM2/n für den praktischen Einsatz deutlich besser bedient.

Nikon FM2n mit CE Zeichen. Diese Kamera stammt aus der zweiten Hälfte der 1990er Jahre.

Mit etwas Glück kann man eine FM schon für wenig mehr als 100 Euro ergattern, die FM2n ist mit 200 bis 300 Euro deutlich teurer. Die Entscheidung zwischen beiden Kameras kann aufgrund ihrer Gleichartigkeit fast nur anhand der benötigten Verschlusszeit getroffen werden. Wenn man sich sicher ist keine kürzere Zeiten als 1/1000s zu benötigen, kann man mit der FM durchaus Geld sparen.

Die höheren Preise der FM2 spiegeln natürlich auch ihr vermeintlich jüngeres Alter. Dies gilt aber auch nur dann, wenn man ein Modell mit Aluminiumverschluss kauft. Bei Modellen mit Titanverschluss sehe ich keinen Vorteil in Bezug auf das Alter – ob eine Kamera nun 1977 (älteste mögliche FM) oder 1988 (jüngste mögliche FM2 mit Titanverschluss) gebaut wurde, spielt aus der Sicht des Jahres 2020 eigentlich eine untergeordnete Rolle.

Beide Kameras wurden in Silber und Schwarz angeboten. Wie damals sind die schwarzen Modelle seltener, da teurer.

Update zu SanDisk CFexpress Karten mit Z6/Z7 Firmware 3.0 und Kartenlesern

Mit dem am 18.02.2020 veröffentlichten Firmware Update auf Version 3.0 scheint Nikon die Kompatibilitätspropbleme mit den SandDisk CFexpress Karten und den Kameras Z6 und Z7 behoben zu haben.

Die hier geschilderten Probleme (Kamera hängt sich auf, oft erscheint die Meldung „Karte nicht verwendbar“) tauchen nun nicht mehr auf. An der Geschwindigkeit hat sich nichts geändert, diese liegt weiterhin leicht unter dem Niveau von schnellen XQD Karten.

Bezüglich der SanDisk Kartenleser gibt es ebenfalls Neuigkeiten. Der SanDisk Support räumt Probleme mit der ersten Charge ein und bietet den Austausch der Kartenleser an. Kundenrezensionen bei Amazon bestätigen den Eindruck, dass die erste Lieferung grundsätzlich Probleme mit der Arretierung hat und die Karten daher keinen elektrischen Kontakt bekommen.

Nikon Nikkor Z DX 16-50mm 3,5-6,3 VR

Zusammen mit der Z50 erschien im November das erste Kitobjektiv für den APS-C Sensor mit Z Bajonett. Das überaus kompakt gebaute Objektiv (kaum länger als 3cm im eingefahrenen Zustand) ist mit 135g ein echtes Leichtgewicht. Dies liegt natürlich in erster Linie auch an der leichtgewichtigen Plastikkonstruktion, die jedoch etwas solider wirkt als bei den F 18-55er Kitobjektiven. Dennoch ist auch hier das Bajonett aus Plastik gefertigt. Zum ersten Mal verwendet Nikon bei einem DX Objektiv den recht ungewöhnlichen Filterdurchmesser von 46mm. Eine Gegenlichtblende ist nicht im Lieferumfang enthalten, die HN-40 kann für ca. 23 € separat erworben werden.

Nikon hat sich erneut – wie schon beim Z 24-70mm 4,0 – für einen zusätzlichen Einzug in Transportstellung entschieden um ein möglichst kompaktes Erscheinungsbild zu erreichen. Der Mechanismus macht einen ausreichend soliden Eindruck, dies gilt auch für den mechanisch sehr gut gelagerten Einstellring. Der Ring kann mit den Funktionen manueller Fokus, Blendeneinstellung, ISO Einstellung und Belichtungskorrektur belegt werden.

Im eingefahrenen Zustand sehr kompakt: das Z DX 16-50mm

Noch mehr als bei den Z Festbrennweiten neige ich jedoch dazu, diesen Ring aus versehen zu verstellen. Auch wenn ich gerne die Blende über den Objektivring einstellen würde, verzichte ich aufgrund dieser ständig auftretenden, versehentlichen Verstellung auf diese sonst sehr sinnvolle Funktion. Im Gegensatz zu den anderen Z Objektiven ist die Einstellung per Einstellring etwas ungenau, man schießt oftmals über den gewünschten Wert hinaus. Nikon sollte nochmal an der Übersetzung der Drehbewegung in den Einstellbereich arbeiten.

Schalter sucht man am Objektiv vergeblich, der optische Bildstabilisator wird über das Kameramenü ein- und ausgeschaltet. Der Fokus arbeitet leise und für die Preisklasse recht zügig. Die Offenblende nimmt von 16mm 3,5 über 24mm 4,2, 35mm 5,3 bis hin zu 50mm 6,3 ab.

Optische Leistung

Optisch reiht sich das Z DX 16-50mm in die Reihe der sehr guten Nikon Kitobjektive ein. Es erreicht nicht die Brillianz des vollformatigen 24-70mm 4,0, kostet aber auch bedeutend weniger und ist nicht Mitglied der S” Objektivfamilie.

In der Bildmitte kann die Schärfe bei allen Brennweiten bereits bei Offenblende überzeugen, auch wenn bei 50mm ein leichter Leistungsabfall zu verzeichnen ist. Dort behebt aber minimales Abblenden auf f/7,1 das Problem bereits.

Bei 16mm kann der Bildrand bei Offenblende nicht vollends überzeugen. Hier macht sich außerdem eine moderate Bildfeldwölbung bemerkbar. Blende 5,6 bringt die Ränder auf ein gutes Niveau, bei Blende 8 ist es über den gesamten Bereich hinweg exzellent.

Bei 24mm glänzt das Z DX 16-50mm bereits bei Offenblende bis zum Rand und in die Ecken. Abblenden erhöht die Schärfe kaum.

Die Bildecken lassen bei 35mm und Offenblende minimal nach, daher würde ich bei dieser Brennweite immer moderates Abblenden auf f/5,6 empfehlen. Bei 50mm leidet zum ersten Mal auch die Schärfe in der Bildmitte, hier ist moderates Abblenden von f/6,3 auf f/7,1, besser f/8 angeraten.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass das Z DX 16-50mm zwischen 16mm und 35mm ohne Bedenken bei Blende 5,6 eingesetzt werden kann. Erst zu 50mm hin ist Blende 8 sicher die bessere Wahl.

Die Vignettierung ist bei Offenblende sichtbar, aber nicht übermäßig ausgeprägt. Ab Blende 5,6/6,3 spielt sie über den gesamten Brennweitenbereich hinweg keine Rolle. Farbsäume / CA treten hauptsächlich im Weitwinkelbereich zum Bildrand hin auf, sind aber gut korrigierbar.

Der Kontrast ist nicht ganz so stark ausgeprägt wie bei den S”-Serie Z Objektiven. Insgesamt erreicht die Bildqualität nicht ganz die Klarheit der höherpreisigen Objektive, liegt aber auch nicht sehr weit zurück.

Fazit

Es gibt keinen Grund eine Z50 ohne das Z DX 16-50mm 3,5,-5,6 VR zu erwerben. Die optische Leistung ist sehr gut, man sollte jedoch auch keine Wunder von diesem Objektiv erwarten. Die relativ geringe Lichtstärke wird in Teilen von der optischen Vibrationsreduktion aufgehoben, dennoch kann diese als Einschränkung empfunden werden. Als immer-dabei Objektiv bi guten Lichtverhältnissen ist es jedoch unschlagbar im Verhältnis von Gewicht zu Leistung.

Beispielbilder

16mm 3,5

16mm 5,6

20mm 5,6

20mm 8,0

25mm 5,6

36mm 5,6

50mm 6,3

50mm 8,0

CFexpress – Probleme mit SanDisk Karten und Lesegeräten

Der neue Speicherkartenstandard CFexpress hat mit einigen Startschwierigkeiten zu kämpfen. Das die DeLock CFexpress Karten mit Protokollversion 1.0 ggf. Probleme machen würden, war fast zu erwarten. Allerdings verhalten sich diese Karten bis auf eine sehr langsame Performance in der Z7 recht unauffällig. Das der CFexpress Kartenleser von DeLOCK keine Sandisk Karten mit Protokollversion 2.0 liest ist ebenfalls keine Überraschung, schließlich ist er klar als Version 1,0 deklariert. Der SanDisk Kartenleser liest hingegen DeLock und SanDisk Karten gleichermaßen ohne Probleme.

SanDisk hat jedoch mit größeren Problemen zu kämpfen. Ich habe derzeit neben einer DeLOCK Karte samt Lesegerät zwei SankDisk CFexpress Karten und zwei SanDisk Kartenleser (Karten und Leser aus der ExtremePro Reihe) zur Verfügung.

Anscheinend hat SanDisk zu große Fertigungstoleranzen bei Karten und ggf. auch Lesegeräten. Bei einer der beiden SanDisk Karten sitzt die Platine minimal tiefer im Gehäuse als bei der anderen Karte. Dies hat zur Folge, dass sich diese Karte in den SanDisk ExtremePro Kartenlesern nur dann lesen lässt, wenn man sie aktiv in den Leser hinein drückt.

Zu große Fertigungstoleranzen Verhindern eine korrekte Funktion bei SanDisk CFexpress Speicherkarten

Der Versatz ist wirklich sehr gering, was wiederum die Vermutung nahelegt, dass die Kartenleser die Speicherkarten nur sehr knapp erfassen und das schon minimalste Abweichungen in der Verarbeitung zu einem Kontaktproblem führen. Bei einem Kartenleser, der ca. 60-70 Euro kostet ist dies kein akzeptabler Zustand.

CFexpress ist derzeit eine experimentelle Technologie und im aktuellen Zustand nicht empfehlenswert.

Firmware 2.20 für Z6 und Z7 mit Unterstützung für CFexpress veröffentlicht – erste Ergebnisse

[UPDATE 18.02.2020: Nikon hat heute Firmware 3.0 veröffentlicht. Diese neue Version bietet – neben deutlichen Verbesserungen beim Autofokus – eine bessere Unterstützung für CFexpress Karten. Die nachfolgenden Erkenntnisse beziehen sich nur auf Version 2.20. Auch wenn CFexpress Karten von SanDisk weiterhin nicht auf der Liste der offiziell von Nikon getesteten und freigegebenen Karten erscheinen, deuten erste Tests mit Firmware 3.0 darauf hin, dass diese Karten nun weitgehend ohne Probleme funktionieren.]

Nikon hat heute die Firmware Updates Version 2.20 für die spiegellosen Kameras Z6 und Z7 veröffentlicht: Nikon Download Center

Neben dem Support für RAW Video, welches einen zusätzlichen, kostenpflichtigen Eingriff des Nikon Services benötigt, bringt dieses Update als wichtigste Neuerung den Support für CFexpress 2.0 Speicherkarten. In der Ankündigung zum Firmware Update ist allerdings etwas verklausuliert vermerkt, dass dieses Update nur Speicherkarten von Sony offiziell unterstützt – die man wiederum derzeit nicht kaufen kann.

Erste Tests mit Karten von DeLOCK (128 GB CFexpress 1.0) und SanDisk (ExtremePro 128 GB CFexpress 2.0) zeigen etwas gemischte Ergebnisse. Die DeLOCK Karte verlangsamt die Performance der Kamera bei Seriennaufnahmen so sehr, dass sogar die Bildwiedergabe zum Geduldsspiel wird. Sie schafft gerade einmal 38 Bilder in Serie und es dauert danach sehr lange den Puffer zu leeren. Anscheinend werden CFexpress Karten des Standards 1.0 nicht vollumfänglich unterstützt. Von DeLOCK CFe Karten ist daher abzuraten.

Die SanDisk Karte funktioniert nach einer Formatierung erst einmal ohne Probleme, bleibt in der Leistung jedoch deutlich hinter einer Lexar 2933x XQD Karte zurück. In 12 bit RAW verlustfrei komprimiert schafft die Sandisk CFe Karte lediglich 79 Bilder in Serie (Betriebsart H), während die Lexar XQD mit 296 Fotos souverän davonzieht.

UPDATE: In einem ersten Praxistest heute Nachmittag hatte ich zwei Mal die Situation, dass bei Verwendung der SanDisk 128 GB CFexpress Karte Probleme auftauchten. Schaltet man die Z7 an tut sich für die ersten Sekunden nichts, das Speicherkartenzugriffslicht leuchtet konstant, der Verschluss schließt sich und irgendwann erscheint auf dem Display die Meldung: „Verschluss geschlossen. Bitte drücken Sie den Auslöser, um fortzufahren“. Danach funktioniert die Kamera einwandfrei.

Abgesehen davon funktionierten beide Karten einwandfrei, die DeLOCK hatte keine großen Auswirkungen auf die Performance der Z7, allerdings habe ich auch keine Serienbilder geschossen. Man konnte am Speicherkartenlicht allerdings sehen, dass die DeLock mehr als eine Sekunde zum Speichern eines Bildes benötigte.

Das Auslesen der Karten mittels SanDisk ExtremePro CFexpress Kartenleser verlief für beide Karten problemlos.

Mein Fazit: CFexpress scheint wirklich noch in den Kinderschuhen zu stecken. Die SanDisk Karte entspricht ebenso wie die angekündigte Sony CFexpress Karte dem CFexpress Standard 2.0 und sollte meiner Meinung nach funktionieren. In den nächsten Monaten dürfte XQD weiterhin das Kartenformat der Wahl sein.  

© 2026 Dennis Saßmannshausen Fotografie

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