Nikon Nikkor Z DX 16-50mm 3,5-6,3

Zusammen mit der Z50 erschien im November das erste Kitobjektiv für den APS-C Sensor mit Z Bajonett. Das überaus kompakt gebaute Objektiv (kaum länger als 3cm im eingefahrenen Zustand) ist mit 135g ein echtes Leichtgewicht. Dies liegt natürlich in erster Linie auch an der leichtgewichtigen Plastikkonstruktion, die jedoch etwas solider wirkt als bei den F 18-55er Kitobjektiven. Dennoch ist auch hier das Bajonett aus Plastik gefertigt. Zum ersten Mal verwendet Nikon bei einem DX Objektiv den recht ungewöhnlichen Filterdurchmesser von 46mm. Eine Gegenlichtblende ist nicht im Lieferumfang enthalten, die HN-40 kann für ca. 23 € separat erworben werden.

Nikon hat sich erneut – wie schon beim Z 24-70mm 4,0 – für einen zusätzlichen Einzug in Transportstellung entschieden um ein möglichst kompaktes Erscheinungsbild zu erreichen. Der Mechanismus macht einen ausreichend soliden Eindruck, dies gilt auch für den mechanisch sehr gut gelagerten Einstellring. Der Ring kann mit den Funktionen manueller Fokus, Blendeneinstellung, ISO Einstellung und Belichtungskorrektur belegt werden.

Im eingefahrenen Zustand sehr kompakt: das Z DX 16-50mm

Noch mehr als bei den Z Festbrennweiten neige ich jedoch dazu, diesen Ring aus versehen zu verstellen. Auch wenn ich gerne die Blende über den Objektivring einstellen würde, verzichte ich aufgrund dieser ständig auftretenden, versehentlichen Verstellung auf diese sonst sehr sinnvolle Funktion. Im Gegensatz zu den anderen Z Objektiven ist die Einstellung per Einstellring etwas ungenau, man schießt oftmals über den gewünschten Wert hinaus. Nikon sollte nochmal an der Übersetzung der Drehbewegung in den Einstellbereich arbeiten.

Schalter sucht man am Objektiv vergeblich, der optische Bildstabilisator wird über das Kameramenü ein- und ausgeschaltet. Der Fokus arbeitet leise und für die Preisklasse recht zügig. Die Offenblende nimmt von 16mm 3,5 über 24mm 4,2, 35mm 5,3 bis hin zu 50mm 6,3 ab.

Optische Leistung

Optisch reiht sich das Z DX 16-50mm in die Reihe der sehr guten Nikon Kitobjektive ein. Es erreicht nicht die Brillianz des vollformatigen 24-70mm 4,0, kostet aber auch bedeutend weniger und ist nicht Mitglied der “S” Objektivfamilie.

In der Bildmitte kann die Schärfe bei allen Brennweiten bereits bei Offenblende überzeugen, auch wenn bei 50mm ein leichter Leistungsabfall zu verzeichnen ist. Dort behebt aber minimales Abblenden auf f/7,1 das Problem bereits.

Bei 16mm kann der Bildrand bei Offenblende nicht vollends überzeugen. Hier macht sich außerdem eine moderate Bildfeldwölbung bemerkbar. Blende 5,6 bringt die Ränder auf ein gutes Niveau, bei Blende 8 ist es über den gesamten Bereich hinweg exzellent.

Bei 24mm glänzt das Z DX 16-50mm bereits bei Offenblende bis zum Rand und in die Ecken. Abblenden erhöht die Schärfe kaum.

Die Bildecken lassen bei 35mm und Offenblende minimal nach, daher würde ich bei dieser Brennweite immer moderates Abblenden auf f/5,6 empfehlen. Bei 50mm leidet zum ersten Mal auch die Schärfe in der Bildmitte, hier ist moderates Abblenden von f/6,3 auf f/7,1, besser f/8 angeraten.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass das Z DX 16-50mm zwischen 16mm und 35mm ohne Bedenken bei Blende 5,6 eingesetzt werden kann. Erst zu 50mm hin ist Blende 8 sicher die bessere Wahl.

Die Vignettierung ist bei Offenblende sichtbar, aber nicht übermäßig ausgeprägt. Ab Blende 5,6/6,3 spielt sie über den gesamten Brennweitenbereich hinweg keine Rolle. Farbsäume / CA treten hauptsächlich im Weitwinkelbereich zum Bildrand hin auf, sind aber gut korrigierbar.

Der Kontrast ist nicht ganz so stark ausgeprägt wie bei den “S”-Serie Z Objektiven. Insgesamt erreicht die Bildqualität nicht ganz die Klarheit der höherpreisigen Objektive, liegt aber auch nicht sehr weit zurück.

Fazit

Es gibt keinen Grund eine Z50 ohne das Z DX 16-50mm 3,5,-5,6 zu erwerben. Die optische Leistung ist sehr gut, man sollte jedoch auch keine Wunder von diesem Objektiv erwarten. Die relativ geringe Lichtstärke wird in Teilen von der optischen Vibrationsreduktion aufgehoben, dennoch kann diese als Einschränkung empfunden werden. Als immer-dabei Objektiv bi guten Lichtverhältnissen ist es jedoch unschlagbar im Verhältnis von Gewicht zu Leistung.

Beispielbilder

16mm 3,5

16mm 5,6

20mm 5,6

20mm 8,0

25mm 5,6

36mm 5,6

50mm 6,3

50mm 8,0

CFexpress – Probleme mit SanDisk Karten und Lesegeräten

Der neue Speicherkartenstandard CFexpress hat mit einigen Startschwierigkeiten zu kämpfen. Das die DeLock CFexpress Karten mit Protokollversion 1.0 ggf. Probleme machen würden, war fast zu erwarten. Allerdings verhalten sich diese Karten bis auf eine sehr langsame Performance in der Z7 recht unauffällig. Das der CFexpress Kartenleser von DeLOCK keine Sandisk Karten mit Protokollversion 2.0 liest ist ebenfalls keine Überraschung, schließlich ist er klar als Version 1,0 deklariert. Der SanDisk Kartenleser liest hingegen DeLock und SanDisk Karten gleichermaßen ohne Probleme.

SanDisk hat jedoch mit größeren Problemen zu kämpfen. Ich habe derzeit neben einer DeLOCK Karte samt Lesegerät zwei SankDisk CFexpress Karten und zwei SanDisk Kartenleser (Karten und Leser aus der ExtremePro Reihe) zur Verfügung.

Anscheinend hat SanDisk zu große Fertigungstoleranzen bei Karten und ggf. auch Lesegeräten. Bei einer der beiden SanDisk Karten sitzt die Platine minimal tiefer im Gehäuse als bei der anderen Karte. Dies hat zur Folge, dass sich diese Karte in den SanDisk ExtremePro Kartenlesern nur dann lesen lässt, wenn man sie aktiv in den Leser hinein drückt.

Zu große Fertigungstoleranzen Verhindern eine korrekte Funktion bei SanDisk CFexpress Speicherkarten

Der Versatz ist wirklich sehr gering, was wiederum die Vermutung nahelegt, dass die Kartenleser die Speicherkarten nur sehr knapp erfassen und das schon minimalste Abweichungen in der Verarbeitung zu einem Kontaktproblem führen. Bei einem Kartenleser, der ca. 60-70 Euro kostet ist dies kein akzeptabler Zustand.

CFexpress ist derzeit eine experimentelle Technologie und im aktuellen Zustand nicht empfehlenswert.

Firmware 2.20 für Z6 und Z7 mit Unterstützung für CFexpress veröffentlicht – erste Ergebnisse

Nikon hat heute die Firmware Updates Version 2.20 für die spiegellosen Kameras Z6 und Z7 veröffentlicht: Nikon Download Center

Neben dem Support für RAW Video, welches einen zusätzlichen, kostenpflichtigen Eingriff des Nikon Services benötigt, bringt dieses Update als wichtigste Neuerung den Support für CFexpress 2.0 Speicherkarten. In der Ankündigung zum Firmware Update ist allerdings etwas verklausuliert vermerkt, dass dieses Update nur Speicherkarten von Sony offiziell unterstützt – die man wiederum derzeit nicht kaufen kann.

Erste Tests mit Karten von DeLOCK (128 GB CFexpress 1.0) und SanDisk (ExtremePro 128 GB CFexpress 2.0) zeigen etwas gemischte Ergebnisse. Die DeLOCK Karte verlangsamt die Performance der Kamera bei Seriennaufnahmen so sehr, dass sogar die Bildwiedergabe zum Geduldsspiel wird. Sie schafft gerade einmal 38 Bilder in Serie und es dauert danach sehr lange den Puffer zu leeren. Anscheinend werden CFexpress Karten des Standards 1.0 nicht vollumfänglich unterstützt. Von DeLOCK CFe Karten ist daher abzuraten.

Die SanDisk Karte funktioniert nach einer Formatierung erst einmal ohne Probleme, bleibt in der Leistung jedoch deutlich hinter einer Lexar 2933x XQD Karte zurück. In 12 bit RAW verlustfrei komprimiert schafft die Sandisk CFe Karte lediglich 79 Bilder in Serie (Betriebsart H), während die Lexar XQD mit 296 Fotos souverän davonzieht.

UPDATE: In einem ersten Praxistest heute Nachmittag hatte ich zwei Mal die Situation, dass bei Verwendung der SanDisk 128 GB CFexpress Karte Probleme auftauchten. Schaltet man die Z7 an tut sich für die ersten Sekunden nichts, das Speicherkartenzugriffslicht leuchtet konstant, der Verschluss schließt sich und irgendwann erscheint auf dem Display die Meldung: „Verschluss geschlossen. Bitte drücken Sie den Auslöser, um fortzufahren“. Danach funktioniert die Kamera einwandfrei.

Abgesehen davon funktionierten beide Karten einwandfrei, die DeLOCK hatte keine großen Auswirkungen auf die Performance der Z7, allerdings habe ich auch keine Serienbilder geschossen. Man konnte am Speicherkartenlicht allerdings sehen, dass die DeLock mehr als eine Sekunde zum Speichern eines Bildes benötigte.

Das Auslesen der Karten mittels SanDisk ExtremePro CFexpress Kartenleser verlief für beide Karten problemlos.

Mein Fazit: CFexpress scheint wirklich noch in den Kinderschuhen zu stecken. Die SanDisk Karte entspricht ebenso wie die angekündigte Sony CFexpress Karte dem CFexpress Standard 2.0 und sollte meiner Meinung nach funktionieren. In den nächsten Monaten dürfte XQD weiterhin das Kartenformat der Wahl sein.  

Batteriegriff Nikon MB-N10 für Z6 und Z7 – ein Produkt zum Vergessen

Es gibt Dinge, die stellen eine sinnvolle Ergänzung dar – wie zum Beispiel ergonomisch geformte Batteriegriffe für die Spiegelreflexkameras der oberen Mittelklasse aus dem Hause Nikon. Alle meine dreistelligen Kameras (D500, D700, D800, D850) sind mit einem Nikon Batteriegriff ausgestattet. Und es gibt den neuen MB-N10 für die spiegellosen Kameras Z6 und Z7…

MB-N10 an Z7

Offensichtlich war man bei Nikon während der Entwicklung der Schwestermodelle Z6 und Z7 nicht der Meinung, dass man jemals einen Batteriegriff für diese spiegellosen Kameras benötigen würde. Anders ist nicht zu erklären, warum dieses Produkt – immerhin noch hastig zusammen mit den Kameras als Prototyp angekündigt – mehr als ein Jahr nach Einführung der Kameras noch auf den Markt kommt. Um es vorweg zu nehmen: man hätte es besser lassen sollen.

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob man an einer möglichst kompakt gebauten Kamera einen Batteriegriff benötigt. Wenn man sich aber dafür entscheidet, sollte man daraus auch einen Vorteil ziehen können. Diesem so genannten Batteriegriff fehlt eigentlich alles, was die sinnvolle Nutzung eines zusätzlich angeschraubten Batterieteils ausmacht:

  • Zusätzlicher Auslöser, Einstellräder und manchmal auch ein zweiter Joystick: Fehlanzeige. Da Nikon auf Seiten der Kamera jegliche Kontakte zur Kommunikation mit dem Griff einfach weggelassen hat besteht noch nicht einmal physikalisch die Möglichkeit, Bedienelemente am Griff unterzubringen.
  • Steuerung der Entladereihenfolge der beiden Akkus, Anzeige des Ladestands der beiden Akkus: wieder aufgrund fehlender Kommunikation nicht möglich. Die Kamera zeigt immer den Ladestand des jeweils vom Griff derzeit entladenen Akkus an. Die Prüfung des Füllstandes erfolgt nach Betätigung der „Check“ Taste auf analogem Weg über drei Leuchtdioden pro Akkufach.
  • Verwendung anderer Energiespender als dem EN-EL15/a/b Akku: nicht möglich. Der Griff nimmt lediglich zwei Akkus auf, die – immerhin – über Klappen auf beiden Seiten getrennt entnommen werden können.
  • Verbesserung der Ergonomie und sicherer Hochformatgriff. Anscheinend hatten alle Designer, die sich auch nur ansatzweise mit der Ergonomie von Produkten beschäftigen Urlaub, als dieser Griff entworfen wurde. Die Griffwulst des Hochformatgriffs ist viel zu schmal für einen sicheren Halt und über dies hinaus aus glattem Metall ohne jegliche Gummierung gefertigt. Montiert man ein Z Objektiv passt die Hand zwar einigermaßen komfortabel zwischen Unterseite des Objektivs und Griff, spätestens beim FTZ ist dies jedoch vorbei. Man darf die Finger mühsam zwischen Griff und Motorgehäuse des FTZ quetschen.
  • Ästhetische Gestaltung: über Geschmack kann man ja streiten, aber der Griff sieht schlimmer aus als alles, was ein angehender Designstudent im ersten Semester entwerfen würde. Außerdem scheint Nikon ein gewisser Stolz auf das Produkt ergriffen zu haben, da auf der Vorderseite des holzschnittartigen Griffs unübersehbar der Schriftzug „Nikon MB-N10 BATTERY PACK“ prangt.

Das passt: Z 24-70mm 2,8 S mit montiertem MB-N10

Es gibt wirklich wenig Positives, was ich über diesen Griff sagen kann. Er ist günstiger als alle anderen Griffe, bietet dafür aber auch kaum Funktionen. Aufgrund der getrennten Akkuschächte kann von beiden Seiten jeweils ein Akku im laufenden Betrieb entnommen werden, auch wenn die Kamera auf ein Stativ montiert ist. Der größte Vorteil ist sicherlich, dass man die beiden Akkus im Griff über USB-C laden kann – sofern man EN-EL15b Akkus verwendet.

Die Verarbeitung ist tadellos und er macht einen stabilen Eindruck.

Das passt nicht: kaum Platz für die Finger bei Verwendung des FTZ mit dem MB-N10.

Insgesamt wirkt der MB-N10 wie ein Fremdkörper an Z6 und Z7. Wirkliche Vorteile bietet er nicht, vielleicht eine minimal bessere Balance bei schweren Objektiven. Videofilmer werden die Verlängerung der Akkulebensdauer bei Nutzung von zwei Akkus zu schätzen wissen.

Nikon hätte sich den Aufwand für dieses Zubehörteil besser sparen sollen. Es bleibt zu hoffen, dass die sicherlich niedrig ausfallenden Verkaufszahlen für diesen rudimentären Griff bei Nikon nicht zu falschen Rückschlüssen führen. Ein Batteriegriff macht meiner Meinung nach auch bei einer relativ kompakten spiegellosen Kamera Sinn.

Die Akkus können über USB-C geladen werden.

 

Am Einschub für den Akkuschacht der Kamera ist eine Aufbewahrungsmöglichkeit für den Akkufachdeckel der Kamera vorhanden. Der Akkufachdeckel der Z6 oder Z7 muss abgenommen werden, um den Briff nutzen zu können. Es währe schön, wenn man den Akkufachdeckel der Kamera auch einzeln kaufen könnte – bei der Demontage kann auch mal was verloren gehen oder eine Plastiknase abbrechen.

 

Rückansicht – Z7 mit MB-N10

Nikon Z50

Die erste APS-C Kamera des spiegellosen Z Systems hört auf den Namen Z50 und ist seit dem 07.11.2019 in Deutschland verfügbar. Sie dürfte der Mittelklasse im DX System mit Z Bajonett angehören, zumindest legt dies die Namensgebung nahe. Sehr wahrscheinlich wird es in absehbarer Zeit eine weiter abgespeckte DX Z Kamera geben.

Gehäuse und Handling

Das Gehäuse der Z50 ist deutlich kleiner und leichter als das der größeren FX Schwestermodelle Z6 und Z7.

Erstaunlicherweise wenig Unterschied macht – für mich persönlich – die geringere Auflösung des elektronischen Suchers. Er ist kleiner als bei den Vollformatmodellen, was allerdings auch zum Teil den Auflösungsunterschied von 2,36 MP zu 3,68 MP kompensiert.

Ähnlich verhält es sich mit der Auflösung des rückwärtigen Displays, die Halbierung der Auflösung von 1,04 MP zu 2,1 MP ist zwar sichtbar, aber in der Praxis kaum relevant. Erstmals verfügt die Z50 über Schaltflächen auf dem Touchscreen für Zoom-In/-Out (Bildwiedergabe) und die Umschaltung des Displaymodus für Sucher und Display. Für den Winter sind daher Handschuhe mit Touchfähigkeit empfehlenswert.

Z50 - kombiniertes Akku- und Speicherkartenfach

Z50 – kombiniertes Akku- und Speicherkartenfach

Die SD Speicherkarte (nur max. UHS-I Geschwindigkeit) findet ihren Platz neben dem Akku im Batteriefach. Die Kamera verfügt über einen ausklappbaren Blitz, der allerdings nicht als Commander im AWL System eingesetzt werden kann. Für die kabellose Steuerung externer Blitzegeräte muss man demnach zu einem iTTL Aufsteckblitz oder dem Commander SU-800 greifen.

Das Gehäuse macht einen wertigen und solide verarbeiteten Eindruck, auch wenn das Gesamtgewicht von 450g inkl. Speicherkarte und Akku recht gering ist. Trotz der geringen Abmessungen ist die Ergonomie weiterhin erstklassig, selbst mit schwereren Objektiven wie einem F AF-S 24-70mm 2,8E VR am FTZ hat man ein sicheres Griffgefühl, auch wenn diese Kombination naturgemäß recht kopflastig ist.

Autofokus und Serienbildgeschwindigkeit

Die Fokussteuerung wurde inkl. aller Optionen 1:1 von den Modellen Z6 und Z7 übernommen. Bei der Serienbildgeschwindigkeit hinkt die Z50 der Z6 mit bis zu 11 Bildern pro Sekunde kaum hinterher, jedoch ist dies bei einer Puffergröße von 30 (14 bit) bzw. 35 (12 bit) Bildern pro Sekunde ein in der Dauer sehr begrenztes Vergnügen. Eine schnelle SD Speicherkarte wird hier nur bedingt helfen, da die Kamera nur UHS-I unterstützt und damit weniger als 100 MB pro Sekunde auf die Karte schreiben dürfte.

Hardwareunterschiede zur Z6/Z7

Gegenüber den FX Modellen ist die Z50 an einigen Stellen hardwaremäßig abgespeckt. So besitzt sie im Unterschied zu den Vollformatmodellen kein Statusdisplay auf der Oberseite der Kamera.
Weitaus schmerzlicher dürfte der Verlust des kamerainternen Bildstabilisierung – IBIS – sein. Allerdings muss man an dieser Stelle auch berücksichtigen, dass die Kamera möglichst kompakt gebaut ist. Ein IBIS Mechanismus braucht halt Platz und würde die Herstellungskosten in die Höhe treiben. Eine kamerainterne Sensorreinigung fehlt leider ebenfalls.

Z50 Oberseite mit Moduswahlrad und Moduswähler Foto/Video. Letzterer hinterlässt mechanisch einen etwas zwiespältigen Eindruck und kann nicht mit der sonst exzellenten Verarbeitung mithalten.

Der mechanische Verschluss reicht nur bis 1/4000s, für den elektronischen Verschluss ist ebenfals bei dieser Zeit Schluss. Glücklicherweise ist die Z50 bei der Blitzsynchronzeit nicht beschnitten – es stehen 1/200s und FP Kurzzeitsynchronisation zur Verfügung.

Der Schalter für die Umstellung von Foto- zu Videoaufnahmen ist nun unter das Moduswahlrad gezogen, welches seinerseits auf die rechte Gehäuseseite gewandert ist. Leider lässt sich dieses nicht arretieren, womit eine versehentliche Verstellung des Öfteren vorkommen kann.

Einschränkungen durch Firmware und andere Merkwürdigkeiten

Kurios sind die Einschränkungen, die Nikon der Z50 durch Firmware auferlegt hat. Diese sind insbesondere deshalb ärgerlich, weil sie künstliche Beschränkungen ohne Auswirkung auf die Herstellkosten sind und zur reinen Produktdifferenzierung dienen.

Zu den harmloseren Einschränkungen zählt sicherlich die verschwundene Information zum Zustand des Akkus. Der Menüpunkt Akkufinformation wurde einfach gestrichen und es bleibt einem nur die recht rudimentäre drei-Segment Anzeige zum Ladezustand.

Schwerwiegender ist schon ein weiterer Menüpunkt, der einfach verschwunden ist: Daten für non-CPU Objektive. Es besteht im Gegensatz zur Z6/Z7 nicht die Möglichkeit, Brennweite und Offenblende für manuelle Objektive zu hinterlegen. Die größeren FX Kameras benötigen diese Information (zumindest die Brennweite) dringend für die Steuerung des IBIS Mechanismus,  dieser Grund entfällt bei der Z50 natürlich.

Der Entfall scheint für die Z50 daher erst einmal nicht so dramatisch. Dennoch ergibt sich ein unangenehmer Nebeneffekt: die automatische Bestimmung der minimalen Verschlusszeit auf Basis der Brennweite für die Auto-ISO Funktion arbeitet nicht mehr korrekt und stellt im Standard immer eine minimale Verschlusszeit von 1/30s ein. Umgehen lässt sich dies nur, wenn man (wie früher) selber eine minimale Verschlusszeit festsetzt.

Eine kuriose Merkwürdigkeit ist die Tatsache, dass sich (mit Firmware Version 1.0) der mechanische Verschluss der Z50 nicht auswählen lässt, sobald das Kitobjektiv 16-50mm 3,5-6,3 angeschlossen ist. Ich gehe davon aus, dass dies auch beim zweiten VR Kitzoom, dem 50-250mm so ist, kann dies allerdings derzeit mangels Testexemplar nicht verifizieren. Ich vermute, dass dies mit dem VR Mechanismus des Objektivs zu tun hat. Setzt man das DX VR 16-50mm 3,5-6,3 an die Z7 mit Firmware 2.01 an funktioniert zwar der mechanische Verschluss, VR lässt sich allerdings nicht aktivieren. Aktualisiert man die Z7 auf die neue Firmware 2.1 funktioniert zwar der VR, der mechanische Verschluss wird aber deaktiviert.

In der Praxis weitaus irritierender ist die eingeschränkte Auswahl der Sucher-/Displaymodi. Während Z6 und Z7 die Varianten „nur Monitor – nur Sucher – automatische Umschaltung – Sucher bevorzugen“ kennen, steht letzterer bei der Z50 nicht zur Verfügung. Für mich stellt dies eine deutliche Einschränkung dar, da ich gewohnt bin durch den Sucher zu fotografieren, bei Bedarf aber gerne aufgenommene Bilder auf dem Monitor kontrolliere. Auch hier ist nicht verständlich, warum der Modus „Sucher bevorzugen“ nicht angeboten wird – es würde schließlich keine Mehrkosten verursachen.

Eine weitere Reduktion stellt die Einschränkung der RAW Optionen dar. Es kann nur zwischen 12 bit und 14 bit gewählt werden, eine Beeinflussung der Kompressionsmethode ist nicht möglich.

Manuelle Objektive ohne CPU Kontakte können nur mit mittenbetonter Belichtungsmessung verwendet werden.

Bildqualität und Kitobjektiv DX 15-60mm 3.5-6,3

ISO Vergleich Z50 / D500 bei ISO 3200, 6400 und 12800

Zur Bildqualität braucht man eigentlich nicht viele Worte verlieren. Der 20,9 MP Sensor liefert identische Ergebnisse im Vergleich zu den DX Modellen D500/D7500 und liegt damit ebenfalls auf dem Niveau der FX Äquivalente D850 und Z7. Meine persönliche Schmerzgrenze in Bezug auf das Bildrauschen liegt bei ISO 6400, 12.800 funktioniert sicher im Notfall auch noch, die beiden Stufen darüber meiner Meinung nach nicht nutzbar.

Altbekannte Sparmaßnahmen: Plastikbajonett und Aufsteckkappe statt vollwertiger Rückdeckel. Abgesehen davon bemerkenswert kompakt, leicht und leistungsstark.

Das Kitobjektiv Z DX 16-50mm 3,5-6,3 ist besser verarbeitet als die 18-55mm Kitobjektive der Spiegelreflexkameras und trägt insbesondere in der Transportstellung kaum auf. Das Leichtgewicht verfügt leider nur über ein Plastikbajonett, was beim geringen Gewicht von 135g jedoch keine Rolle spielt.

Die Bildqualität ist mehr als ordentlich. Ich möchte der eigenständigen Rezension des Objektivs nicht vorgreifen, daher soll an dieser Stelle nur gesagt sein, dass es bis auf den Bereich zwischen 16 und 20mm ab Blende 5,6 bis in die Ecken eine ordentliche Bildqualität erreicht und bei Blende 8 über den gesamten Bildbereich bei allen Brennweiten überzeugen kann.

Z DX 16-50mm 3,5-6,3 bei 16mm und Blende 5,6

Z DX 16-50mm 3,5-6,3 bei 25mm und Blende 5,6

Z DX 16-50mm 3,5-6,3 bei 50mm und Blende 6,3

Fazit

Die Z50 ist eine kleine aber feine, leichte DX Kamera für den Alltag. Sie bietet eine hervorragende Bildqualität und stellt zusammen mit dem Z DX Kitobjektiv 16-50mm eine sehr gut abgestimmte Kombination dar, auch wenn das Objektiv am langen Ende etwas lichtstärker sein könnte. Kombiniert man das Kit mit einem FTZ Adapter und dem kleinen AF-P 10-20mm 4,5-5,6 hat man vom Ultraweitwinkel bis 75mm ein sehr kompaktes Setup. Fürgt man dann noch entweder das Z DX 50-250mm Objektiv oder eines der AF-P 70-300mm VR Objektive für DX oder FX hinzu, bekommt man eine Ausrüstung mit durchgängiger Bildstabilisierung und solider Bildqualität bis 450mm.

Diese Zusammenstellung zeigt allerdings auch ein Problem der Z50. Der Bereich zwischen 16mm und 250mm wird durch native Z DX Objektive abgedeckt, wahlweise auch mit den bisher erschienenen Z Objektiven für Vollformat, wodurch im Weitwinkel auch 14mm zur Verfügung stehen. Ein dringend benötigtes Ultraweitwinkel mit höchstens 10mm am kurzen Ende fehlt hingegen völlig, auch wenn das AF-P DX 10-20mm 4,5-5,6 via FTZ Adapter eine gut und günstige Alternative darstellt.

Auch als Zweitkamera zu einer Z6/7 kann die Z50 durchaus gefallen, die Unterschiede in der Handhabung sind zwar deutlich aber tolerabel. Sofern man sich an die kamerainterne Bildstabilisierung  der beiden FX Z’s gewöhnt hat, vermisst man diese natürlich bei der Z50. Weitaus ärgerlicher sind allerdings die willkürlich erscheinenden Einschränkungen in der Firmware. Kennt man Z6 und Z7 hingegen nicht, fallen diese Einschränkungen nicht auf und schränken auch nicht wirklich ein.

Die Z50 macht wirklich Spaß und bietet eine sehr gute Bildqualität. Für mich wird sie die „immer dabei“ Alternative zur Z7 oder den Spiegelreflexkameras. Am Ende steht sie innerhalb des Nikon Z DX Systems (noch) recht alleine da. Für sich genommen – insbesondere zusammen mit den Kit Objektiven – stellt sie ein sehr gelungenes Produkt dar.

© 2020 Dennis Saßmannshausen Fotografie

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