Nikkor Z 24-200mm 4,0-6,3 VR

Z 24-200mm 4,0-6,3 VR

Ende Juni 2020 und damit mitten in die Pandemie hinein erschien das erste Superzoom Objektiv für das Nikon Z System, das 24-200mm 4,0-6,3 VR. Es ist das erste Vollformatobjektiv des Z Systems, welches nicht den Namenszusatz „S“ trägt und daher nicht der „Superior“ Linie zuzurechnen ist.

Gehäuse und Handling

Die Änderungen am Gehäusedesign sind minimal, neben dem entfallenen, silbernen „S“ Symbol gibt es jedoch eine interessante Änderung. Das Bajonettende des Objektivgehäuses ist aus Plastik gefertigt und Modellbezeichnung sowie der Brennweitenindex sind im Unterschied zu den S Objektiven nur aufgedruckt und nicht eingraviert. Um an dieser Stelle Missverständnisse zu vermeiden: das Bajonett selber ist natürlich aus Metall. Etwas anderes wäre bei einem Objektiv für knapp 1.000 € auch nicht akzeptabel.

Abgesehen von diesen sehr subtilen Änderungen zum Zwecke der Kosteneinsparung unterscheidet sich die Haptik nicht sonderlich vom Z 24-70mm 4,0 S. Im Folgenden werde ich immer wieder Vergleiche zum 24-70mm 4,0 ziehen, da manche Interessenten sicherlich zwischen diesen beiden Objektiven auswählen werden.

Nur „NIKKOR“, kein „S“ und der Schalter zum arretieren des Objektivs bei 24mm.

Am Objektiv findet sich kein einziger Schalter, lediglich ein „Lock“ Schieber arretiert das Objektiv bei 24mm und verhindert so unbeabsichtigtes Ausfahren der Zoomkonstruktion. Der Zoom ist jedoch so stramm, dass ich eine solche Arretierung – zumindest im Auslieferungszustand – nicht für nötig halte. Es gibt keine Parkposition zur Reduktion der Länge des Objektivs beim Transport, was wiederum auch bedeutet, dass das Objektiv anders als beim Z 24-70mm 4,0S nicht erst ausgefahren werden muss, um es zu benutzen.

Im Gegensatz zum 24-70mm 4,0S gibt es somit auch keinen A/M Umschalter, der optische Bildstabilisator wird ebenfalls nur per Kameramenü an- und ausgeschaltet. Der Zoomring ist gummiert, der Einstellring aus Plastik.

Mit 570g ist das 24-200mm nur minimal schwerer als das 24-70mm (500g). Bei 114mm Länge ist es 2,6cm länger als ein 24-70mm 4,0 im eingefahrenen Zustand. Im Durchmesser sind beide fast identisch, lediglich der Filterdurchmesser ist beim 24-200mm mit 67mm etwas kleiner.

Optische Leistung

Offenblendreihe: 24mm 4,0, 35mm 4,8, 50mm 5,6, 70mm 6,0, 105mm-200mm 6,3.

Wie auch beim 24-70mm 4,0 greift Nikon wieder mit fest eingestellter Softwarekorrektur in die Bildqualität ein. Bei einem offensichtlich nicht im professionellen Segment verorteten Objektiv ist dies auch mittlerweile zu erwarten. Allerdings gibt es zum Beispiel hinsichtlich der Verzeichnung nicht so viel zu korrigieren, wie man bei einem 24-200mm Objektiv vermuten würde. Softwareseitig recht stark unterdrückt werden hingegen chromatische Aberrationen und die Vignettierung. Dennoch treten zu den Ecken hin an starken Kontrasten recht deutliche Farbsäume in Form von Farblängsfehlern auf. Dies gilt für die Brennweiten zwischen 24mm und 105mm, darüber reduziert sich die Anfälligkeit für Aberrationen etwas.

Bei 24mm kann die Bildmitte schon bei Offenblende vollends überzeugen. Dies ist angesichts der bisher vorgestellten Z Objektive auch nicht verwunderlich. Es gibt jedoch zum Rand und zu den Ecken hin einen sichtbaren Schärfeabfall, der auch bei Blende 5,6 noch moderat auftritt. Die Ecken sind dabei jedoch nicht schlechter als die Ränder, somit braucht man sich bei diesem Superzoom über „matschige Ecken“ keine Gedanken machen. Wenn die Schärfe am Bildrand passt, sind die Ecken umindest gleich scharf.

Die Vignettierung tritt bei Blende 4,0 ebenfalls deutlich hervor und ist auch bei Blende 5,6 noch sichtbar, selbst bei eingeschalteter Vognettoerungskorrektur. Bei Blende 8 und 24mm überzeugt das Z 24-200mm jedoch hinsichtlich Schärfe und Vignettierung vollends über den gesamten Bildbereich.

Bei 35mm sind Randabfall und Vignettierung nur noch schwach ausgeprägt. Bereits ab Blende 5,6 kann das Z 24-200mm ohne Bedenken eingesetzt werden.

Bei 50mm spielt die Vignettierung keinerlei Rolle, der Schärfeabfall zum Rand nimmt gegenüber 35mm f/4,8 leicht zu. Abblenden auf Blende 8 behebt das Problem.

Bei 70mm leidet das Bildzentrum von der Schärfe her erstmals bei Offenblende. Moderates abblenden auf 6,3 bringt diese Brennweite aber wieder auf ein gutes Niveau.

Die Telebrennweiten ab 105mm aufwärts verhalten sich alle recht ähnlich. Minimalser Schärfeabfall zum Rand hin bei Offenblende 6,3 bei guter Schärfe im Bildzentrum, sehr gute Schärfe über das gesamte Bildfeld bereits bei Blende 7,1, Vignettierung bis Blende 7,1 sichtbar, sofern die Korrektur angeschaltet ist.

Zusammengefasst würde ich das Z 24-200mm bei folgenden Brennweiten ab diesen jeweiligen Blenden an einem 45 MP Z7 Gehäuse bedenkenlos einsetzen: 24mm – 8,0, 28mm-50mm 5,6, 70mm 6,3, 105mm-200mm 7,1.

Der Kontrast ist ordentlich, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau der S Objektive. Die Farbcharacteristik ist von den anderen Z Objektiven nicht zu unterscheiden und bildet neutral bis leicht kühl ab.

Vergleich Z 24-200mm 4,0-6,3 VR zu Z 24-70mm 4,0 S

Z 24-200mm 4,0-6,3 VR und Z 24-70mm 4,0S

Im Vergleich zum Z 24-70mm 4,0 S schneidet das Z 24-200mm 4,0-6,3 VR mehr als ordentlich ab, muss sich aber letzten Endes doch geschlagen geben. Im Weitwinkelbereich bis ca. 30mm bildet das Z 24-70mm deutlich besser ab, da es nicht unter dem Schärfeabfall zum Rand hin leidet. Bei den mittleren Brennweiten liegen beide Objektive näher beieinander, allerdings hat das Z 24-70mm 4,0 in diesem Bereich schon eine ganze Blende mehr Lichtstärke zu bieten.

Insgesamt bildet das Z 24-70mm 4,0S minimal schärfer und insgedamt etwas kontrastreicher ab.

Sucht man die beste Bildqualität in Relation zum Preis bleibt das Z 24-70mm 4,0S ungeschlagen. Sucht man die kompakteste Lösung vom Weitwinkel bis zur Telebrennweite und reicht Blende 5,6 im Weitwinkel und Blende 7,1 ab 105mm aufwärts aus, ist das Z 24-200mm ungeschlagen. Und das will etwas heißen.

Fazit

Auch im Jahr 2020 lassen sich Grundlagen der Physik nicht überwinden. Große Zoombereiche fordern ihren Tribut hinsichtlich der erzielbaren Abbildungsqualität bei gegebener Objektivgröße. Das Z 24-200mm 4,0-6,3 VR verschiebt die Grenzen des Erwartbaren für ein Superzoom. Noch vor ein paar Jahren hätten die so verschmähten „Gummilinsen“ entweder im Weitwinkel oder Telebereich massiv geschwächelt und erst Blende 8 hätte einigermaßen zufriedenstellende Ergebnisse geliefert, immer begleitet von matschigen Ecken.

Angst vor all diesem muss man beim 24-200 nicht haben, und das ist die eigentliche Nachricht über dieses Objektiv. Es gehört nicht zur optischen Spitzenklasse, definiert aber dennoch das Genre der Megazooms neu, auch wenn die Anfälligkeit für Farbsäume etwas stärker ausgeprägt ist, als man es heutzutage erwarten würde.

 

Beispielfotos, CA Korrektur und Vignettierungskorrektur in Capture NX-D abgeschaltet

Z 24-200mm, 24mm Blende 4,0
Z 24-200mm, 24mm Blende 5,6
Z 24-200mm, 24mm Blende 8,0
Z 24-200mm, 29,5mm Blende 4,5
Z 24-200mm, 29,5mm Blende 5,6
Z 24-200mm, 29,5mm Blende 8,0
Z 24-200mm, 35mm Blende 4,8
Z 24-200mm, 35mm Blende 5,6
Z 24-200mm, 35mm Blende 8,0
Z 24-200mm, 49mm Blende 5,6
Z 24-200mm, 49mm Blende 8,0
Z 24-200mm, 70mm Blende 6,0
Z 24-200mm, 70mm Blende 8,0
Z 24-200mm, 135mm Blende 6,3
Z 24-200mm, 135mm Blende 7,1
Z 24-200mm, 135mm Blende 8,0
Z 24-200mm, 200mm Blende 6,3
Z 24-200mm, 200mm Blende 7,1
Z 24-200mm, 200mm Blende 8,0
Z 24-200mm, 200mm Blende 6,3

Nikkor PC 19mm 4,0E

2016 erweiterte Nikon das bis dahin angebotene Trio von Tilt-/Shiftobjektiven mit 24mm, 45mm und 85mm um ein 19mm Weitwinkel mit Blende 4,0. Es ist sozusagen ein Nachzügler, wurden die Varianten mit 24mm und 45mm doch bereits im Jahr 2008 eingeführt. Das 85mm war seit 1999 erhältlich und erhielt 2008 eine Überarbeitung.

Zum Start kostete das aufwendig gefertigte Objektiv satte 3949 € (UVP), mittlerweile ist der Straßenpreis auf immer noch stattliche 3.300 € gesunken. Aufgrund des Preises ist das PC 19mm 4,0E relativ selten anzutreffen. Den bisher bekannten Seriennummern nach zu urteilen dürfte es bis Mitte 2020 weniger als 5.000 Mal verkauft worden sein, auf dem Gebrauchtmarkt ist es praktisch nicht zu finden.

Gehäuse und Handling

Nikon hat in der Entwicklung des Objektivs offensichtlich Erfahrungen und Kundenwünsche berücksichtigt, daher finden sich beim 19mm einige wichtige konstruktive Unterschiede im Vergleich zu den älteren PC-E Objektiven. Es ist insgesamt (noch) stabiler gebaut und erlaubt erstmals die gleichzeitige und unabhängige Verstellung von Tilt- und Shiftachse.

Bei den älteren PC-E Objektiven kann das Objektiv nur insgesamt gedreht werden, wobei Tilt und Shift immer 90 Grad zueinander versetzt sind. Der Nikon Service baut diese Objektive auf Wunsch so um, dass Tilt und Shift auf der gleichen Achse liegen, aber auch dies ist anschließend eine nicht änderbare Einstellung. Somit gewinnt das PC 19mm deutlich an Funktionalität.

Eine weitere Änderung in der Mechanik betrifft die Shifteinstellung. Für den Shift gibt es nur noch ein Einstellrad, welches anscheinend mit einem internen Getriebe verbunden ist. Daher entfällt das zweite Einstellrad zur mechanischen Fixierung der Shifteinstellung, da sich der Objektivtubus nur über das Einstellrad verschieben lässt. Etwas ärgerlich ist in diesem Zusammenhang der Entfall der Rastposition in Mittelstellung. Es muss nun immer auf die Skala geschaut werden um zu prüfen, ob sich das Objektiv im ungeshifteten Zustand befindet.

Für die Tiltfunktion gibt es hingegen weiterhin zwei Einstellräder für Verstellung und Sicherung. Neu hinzu gekommen ist ein mechanischer Schieber, der die Tiltachse in Neutralstellung fixiert. Warum gibt es diesen nicht auch für die Shifteinstellung?

Entriegelt man den voluminösen Frontdeckel vom 885g schweren Objektiv (Vorsicht, immer den Knopf zum entriegeln nutzen, der kleine Rasthaken am Deckel bricht leicht ab!), blickt man auf eine voluminöse, stark nach Außen gewölbte Frontlinse. Aufgrund des Bildwinkels und dem für die Shiftfunktion notwendigen Bildkreis gibt es keine Möglichkeit eine Sonnenblende zu befestigen. Beim Handling des Objektivs ist daher äußerste Vorsicht geboten, ebenso bei der Nutzung der Naheinstellgrenze von 25cm. Es kursiert zwar im Netz eine Anleitung, wie man sich aus einer HB-19 Gegenlichtblende eine verkürzte Version für das PC 19mm zurechtschneidet, allerdings bleibt dabei von der Blende nicht viel übrig. Der Schutz ist limitiert und nach 3/4 des Shiftweges schattet sie das Bild am Rand ab, bei vertikalem Shift sogar schon nach 2/3.   

Beeindruckend: die Frontlinse

Optische Leistung

Bei Offenblende erreicht das PC 19mm 4,0E bereits eine sehr ansehnliche Leistung. Die Schärfe ist bereits gut, Aberrationen führen jedoch bei Offenblende zu leichten Überstrahlungen an hellen Objekten. Aufgrund des großen Bildkreises fällt die Schärfe im nicht geshifteten Zustand bis in die Ecken hinein nur minimal ab. Es ist eine leichte Vignettierung sichtbar. Abgeblendet auf f/5,6 verschwinden Vignettierung und Coma/Überstrahlungen, die Schärfe erreicht ein sehr gutes Niveau. Zum Bildrand hin werden an starken Kontrastübergängen Farblängsfehler sichtbar, die auch durch Abblenden auf Blende 8 oder 11 nicht verschwinden. Insgesamt sind diese aber schwach ausgeprägt und im RAW Konverter problemlos korrigierbar.

Von der Bildqualität her unterscheidet sich Blende 8 von 5,6 nur durch die gewonnene Tiefenschärfe, ab Blende 11 führt die Diffraktion zu deutlichem Schärfeverlust. Das 19mm 4,0E ist eines der Objektive, dessen erstklassiger Bildeindruck nicht ausschließlich auf einzelnen technischen Parametern wie z.B. Schärfe beruht. Es ist die Ausgewogenheit aller Eigenschaften inkl. Kontrast und Farbabstimmung, die zusammengenommen zu einer erstklassigen Bildqualität führen.

Geshiftet zeigt sich ein insgesamt ähnliches Bild wie im „Normalzustand“. Lediglich die Aberrationen nehmen je nach Verschiebung sichtbar zu. Besonders bemerkenswert ist, dass selbst beim maximal möglichen Shift die Ecken nicht übermäßig abdunkeln und die Schärfe über den gesamten Bildbereich gleichmäßig erhalten bleibt. Dies ist für ein Weitwinkel mit Shiftfunktion bei dieser Brennweite bemerkenswert. Das PC-E 24mm 3,5 schneidet verglichen dazu deutlich schlechter ab.

Aufgrund der stark gewölbten Frontlinse sind Flares bzw. Reflektionen natürlich ein Thema. Man muss bei starken Lichtquellen auf die Positionierung des Objektivs bzw. ausreichende Abschattung außerhalb des Bildbereichs achten. Allerdings treten die Reflektionen nur minimal häufiger als zum Beispiel beim AF-S 14—24mm 2,8 auf, was aufgrund der noch exponierteren Frontlinse durchaus positiv zu bewerten ist. Es ist jedoch zu beachten, dass diese internen Reflektionen neben punktuellen Flecken fast immer mit einem Kontrastverlust über das gesamte Bild hinweg einhergehen, der dunkle Bildpartien insgesamt heller erscheinen lässt.

Fazit

Das PC 19mm 4,0E ist von der Leistung her absolut überzeugend und dem PC-E 24mm 3,5 eindeutig vorzuziehen. Die Bildqualität ist hervorragend und wird selbst durch Shift bis an den Anschlag der Skala kaum verringert. Einzig der Preis und die notwendige Vorsicht im Umgang mit der – brennweitenbedingt – schutzlos weit nach vorne ragenden Frontlinse können die Freude an diesem exzellenten Objektiv etwas trüben.

f/4, kein Shift
f/5,6, kein Shift
f/8, kein Shift
f/11, kein Shift
f/5,6 maximaler Shift
f/4, maximaler Shift. Alle Softwarekorrekturen im RAW Konverter ausgeschaltet.
f/5,6, maximaler Shift. Alle Softwarekorrekturen im RAW Konverter ausgeschaltet.
f/8, maximaler Shift. Alle Softwarekorrekturen im RAW Konverter ausgeschaltet.
f/8, maximaler Shift
f/4, kein Shift
f/4, Tilt
Beispiel: bei Reflektionen entstehen nicht nur Flecken im Bild, das Bild hellt sich auch insgesamt auf. Beide Fotos weisen identische Belichtungsdaten auf: 1/500s, Blende 8, ISO 250.

Gefälschte Batteriegriffe Nikon MB-D17 (für D500) auf ebay

UPDATE 20.07.2020: ein freundlicher Leser hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es mittlerweile auch gefälschte MB-D18 für die Nikon D850 auf ebay / ebay Kleinanazeigen gibt. Der nachfolgende Artikel behandelt meinen gefälschten MB-D17. Die Merkmale sind aber bis auf wenige Abweichungen auch beim MB-D18 anzutreffen, insbesondere was das Material des Griffs und den Abweichungen im Verpackungsdesign angeht.

Es ist wirklich erstaunlich mit welchen Dingen sich Produktfälscher beschäftigen. Das ich einmal auf einen gefälschten Bateriegriff hereinfallen würde hätte ich nicht gedacht – aber irgendwann ist ja immer das erste Mal.

Derzeit werden auf ebay gefälschte Batteriegriffe vom Typ MB-D17 angeboten. Verkauft werden diese von Händlern in Hongkong zum „sofort kaufen“ Preis zwischen 90 und 100 Euro oder aber – und das ist eine perfide Masche – von europäischen Anbietern per Auktion. Auf den Artikelbildern sind die Fälschungen nicht vom Original zu unterscheiden, der Karton sieht – abgesehen von einem ungewöhnlichen Nikon Aufkleber mit chinesischen Schriftzeichen – echt aus. Die Verkaufspreise bei solchen Auktionen liegen daher bei Beträgen, die man auch für einen echten, gebrauchten Griff zahlen würde und somit nochmal deutlich höher als bei den asiatischen Anbietern direkt.

Die Fälschung ist nach dem Auspacken schnell entlarft. Der falsche MB-D17 ist aus Plastik gefertigt, besitzt keine Dichtungen am Akkufach und den Einschüben und die Bedienelemente hinterlassen einen haptisch recht zweifelhaften Eindruck. Die Tasche für den zusätzlichen Batterieeinschub ist mehr windschief als sauber verarbeitet. Die Kontakte des AA Batteriehalters sind silbern und nicht golden beschichtet wie beim Original. In der Funktion ist der gefälschte Griff ebenfalls eingeschänkt, große EN-EL18 werden nicht erkannt

Anscheinend haben alle gefälschten Griffe die gleiche Seriennummer: 3037497, eine Angabe der Seriennummer auf dem Karton fehlt hingegen.

Hier die Unterschiede zwischen Original und Fälschung im Bild:

Nikkor Z 20mm 1,8 S

Mit dem Nikkor Z 20mm 1,8 S rundet Nikon vorerst die Reihe der Festbrennweiten für das Z System im Weitwinkelbereich ab. Speziell bei der Konstruktion von Weitwinkeln dürfte das Z Bajonett mit seinem großen Bajonettdurchmesser und dem geringen Auflagemaß vorteilhaft sein. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie sehr sich dieser konstruktive Vorteil in der Bildqualität im Vergleich zum bereits sehr guten AF-S 20mm 1,8G ED niederschlägt. Der Preisunterschied zwischen beiden beträgt immerhin 500 € (Stand April 2020), sofern man die Kosten für den FTZ Adapter außer Betracht lässt.

Gehäuse

AF-S 20mm 1,8 G mit FTZ und Z 20mm 1,8 S

AF-S 20mm 1,8 G mit FTZ und Z 20mm 1,8 S

Zum Gehäuse des Z 20mm 1,8 S braucht man nicht viel sagen – wie bei allen anderen Z Festbrennweiten: Autofokusumschalter, großer Einstellring, Modellbeschriftung – das war’s. Der Filterdurchmesser beträgt wie beim Pendant für das F Bajonett 77mm, mit 505g ist es 150g schwerer und – alleine betrachtet – ungewöhnlich lang für ein Weitwinkel. In der Fototasche mag man es auch schon mal mit dem Z 85mm 1,8 S verwechseln. Im Vergleich zur Kombination aus AF-S 20mm 1,8G plus FTZ ist es jedoch wenige Millimeter kürzer.

Die Naheinstellgrenze beträgt lediglich 25cm, was beim Blick durch den Sucher sehr schnell zu falschen Annahmen verleiten kann. Objekte an der Naheinstellgrenze sind bereits gefährlich nah an der Frontlinse.

Optische Leistung

Bereits bei Offenblende liegt die Bildschärfe auf exzellentem Niveau – dieses Qualitätsmerkmal zieht sich durch die gesamte f/1,8er Objektivreihe für das Z Bajonett. Abblenden bringt im Bildzentrum nur minimale Zuwächse, da es schlichtweg nicht mehr viel zu verbessern gibt. Zum Bildrand hin fällt das Auflösungsvermögen jedoch moderat ab, auch bedingt durch eine gering vorhandene Bildfeldwölbung. Um die Bildränder auf das gleiche Schärfeniveau zu bringen benötigt man Blende 2,8. Die Ecken sind bei Blende 1,8 weich, bei Blende 2,8 ausreichend scharf und bei Blende 4 exzellent.

Wie auch bereits beim Z 24mm 1,8 bildet das Z 20mm 1,8 im Vergleich zum F Objektiv kontraststärker und farblich etwas kühler ab. Das Gegenlichtverhalten ist wie bei den meisten modernen Objektiven sehr gut, es gibt nur eine minimale Neigung zu Reflektionsflecken. Auffällig ist wieder einmal die Vignettierung, auch im Vergleich zum AF-S 20mm 1,8. Die Verzeichnung ist für ein Weitwinkel auch nach Abschaltung der Objektivkorrekturen (so weit möglich) moderat. Farbsäume/CA sind wenig ausgeprägt und leicht korrigierbar.

Z 20mm 1,8 S vs. AF-S 20mm 1,8 G ED

Z 20mm 1,8 S vs. AF-S 20mm G ED: linke obere Bildecke, 100% crop

Vergleicht man die beiden 20mm Objektive miteinander kann man zum Schluss kommen, dass das Z Objektiv immer alles ein wenig besser macht als das Objektiv für das F Bajonett. Im Bildzentrum und am Rand ist es bei allen Blenden immer einen Tick schärfer, in den Bildecken hat es in Bezug auf die Schärfe einen Vorteil von ca. einer Blende.

Eine Besonderheit des AF-S 20mm 1,8 G ED ist die Darstellung von Sonnen- und Lichtsternen. Blendet man weit ab belohnt einen das Objektiv mit einer sternförmigen Abbildung heller Lichtquellen. Diese Eigenschaft hat sich nicht vollends auf das Z Objektiv übertragen. Sterne lassen sich mit dem Z Objektiv zwar erzeugen, sehen aber nicht so spektakulär aus wie beim Objektiv für den F Anschluss.

AF-S 20mm 1,8: G vs. Z, 100% Crop, Bildmitte bei Blende 1,8

Insgesamt ist es durchaus eine Überlegung wert zum AF-S 20mm 1,8 G zu greifen, sofern man sowohl spiegellos als auch mit Spiegelreflexkameras unterwegs ist oder einfach nur zum günstigeren Objektiv greifen möchte. Das Z 20mm Objektiv ist fast allen Bereichen klar besser, insgesamt aber – anders als z.B. die Z Objektive mit 24mm, 50mm und 85mm – eher als Evolution statt als Revolution zu sehen.

Fazit

Wenn man das derzeit beste 20mm Objektiv für eine Z Kamera kaufen möchte kommt man am Z 20mm 1,8 S nicht vorbei. Will man in Zukunft vornehmlich oder hauptsächlich mit Nikons spiegellosen Kameras unterwegs sein, würde ich trotz des Preisunterschiedes auf das Nikkor Z setzen.

Hier gibt es weitere Beispielbilder.

Nikkor Z 24mm 1,8 S

Im September 2019 erschien das achte Objektiv für das Nikon Z Bajonett – das Nikkor Z 24mm 1,8 S. Es ist mit rund 9,7cm Länge sogar 8mm länger als das kompakte Z 24-70mm 4,0 Zoomobjektiv und mit 450g nur 50g leichter. Der 72mm Filterdurchmesser ist bei beiden Objektiven jedoch identisch.

AF-S 24mm 1,8G mit FTZ vs. Z 24mm 1,8 S – das Z Objketiv ist etwas kürzer als die Kombination aus 24mm 1,8G + FTZ Adapter

Das Nikkor Z 24mm 1,8 S ist ein typisches Z Serie Objektiv und unterscheidet sich in der generellen Aufmachung nicht von den übrigen Objektiven – lediglich ein A-M Schalter ziert neben der Modellbezeichnung die Außenseite des Objektivs. Der große, konfigurierbare Einstellring nimmt den Großteil des Gehäuses ein.

Optische Leistung

Bereits ab Offenblende bildet der Großteil des Bildbereichs sehr scharf ab, zum Rand hin gibt es einen minimalen Schärfeabfall. Lediglich die äußersten Ecken erreichen bei Blende 1,8 nicht das insgesamt bereits sehr gute Niveau, sind allerdings ausreichend scharf.

Ab f/2,2 sind Ränder und Ecken vollkommen unproblematisch und hinken dem Bildzentrum nur noch wenig hinterher. Bei Blende 2,8 erreicht es überall eine exzellente Schärfe. Sofern die Tiefenschärfe es zulässt, habe ich keine Bedenken es ab Blende 2,2 (oder gar 1,8) einzusetzen ohne optische Kompromisse eingehen zu müssen.

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass ich die optische Leistung des Objektivs auch mit abgeschalteten Softwarekorrekturen geprüft habe. Die Verzeichnung wird Seitens Nikon im Standard etwas stärker korrigiert als bei den anderen, bisher erscheinenen Z Festbrennweiten. Aber auch ohne Korrekturen kann das Objektiv überzeugen.

Im Internet finden sich jedoch recht unterschiedliche Berichte zur Bildschärfe am Rand und insbesondere in den Ecken. Manche behaupten sogar, dass das AF-S 24mm 1,8 G ED in den Ecken dem Z Pendant bis Blende 4 überlegen ist. Dies kann ich ausdrücklich nicht bestätigen. Ich gehe daher davon aus, dass es beim Z 24mm 1,8 S derzeit noch eine Serienstreuung gibt.

Auffällig ist – wie auch bei manch anderem Z Objektiv – die Vignettierung. Bei Blende 1,8 deutlich sichtbar, schwächt sie sich bis Blende 2,8 so weit ab, dass sie zwar sichtbar, aber unproblematisch ist. Bei Blende 4,0 spielt sie keine Rolle mehr.

Verzeichnung und Farbsäume/CA spielen keine Rolle. Die Verzeichnung ist minimal, Farbsäume auch selbst in starken Gegenlichtsituationen nur minimal vorhanden. Gegenlicht und direkte Sonne bereiten dem Objektiv kaum Probleme, die Reflexbildung ist gut unter Kontrolle und Kontrastverlust bei Gegenlicht kaum feststellbar.

Fazit

Das Z 24mm 1,8 S ist ein exzellentes Objektiv. Es bietet mit seiner hervorragenden Bildqualität ab Offenblende einen Vorteil gegenüber dem Z 24-70mm 4,0. Dies auch insbesondere deshalb, weil das lichtschwächere der beiden 24-70mm Zooms im Weitwinkelbereich sehr stark auf nicht abschaltbare Softwarekorrekturen zurückgreift.

Im Vergleich zum Z 24-70mm 2,8 S wird es für das 24mm Festbrennweitenobjektiv schon schwieriger. Es bietet 1 1/3 Blende mehr Lichtstärke, etwas weniger Verzeichnung und einen moderaten Vorteil in der Bildschärfe bei Blende 2,8. Ob dies ausreicht nochmal 1.000-1200 € für das Z 24mm 1,8 S auszugeben ist in diesem Fall eine höchst individuelle Entscheidung.

Vergleicht man es mit dem AF-S 24mm 1,8G am FTZ Adapter fällt zwar eine stärkere Vignettierung auf, dafür erreicht das Z Objektiv direkt ab Offenblende eine Bilschärfe im Bildzentrumm, die das F-Mount pendant erst bei Blende 2,8 auf den Sensor zaubert. Die Ecken hinken ca. eine Blende hinterher. Das Z Objektiv bietet außerdem einen insgesamt besseren Kontrast bei allen Blendenstufen und bildet farblich etwas kühler ab.

Wie bei den übrigen, bisher erschienenen Z Objektiven gilt auch für das 24mm 1,8: es ist optisch besser als die bisherigen Objektive für das F Bajonett.

Beispielbilder – Korrektur von Vignettierung, Verzeichnung und CA in Capture NX-D abgeschaltet so weit möglich:

f/1,8
f/2,0
f/2,2
f/2,5
f/2,8
f/1,8
f/2,2
Blende 2,0 – bitte beachten: unterhalb des Filmtitels befindet sich eine blaue Leiste am Rande der Leuchtreklame, dies ist kein Farbsaum.

© 2020 Dennis Saßmannshausen Fotografie

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