CategoryNikon F Mount – Objektive

Beiträge zu Objektiven für Nikon Spiegelreflexkameras

Nikkor AF-S 28mm 1,4 E ED

Mitte 2017 brachte Nikon das bis jetzt letzte Objektiv mit Anfangsblende von f/1,4 für das F Bajonett heraus. Es komplettiert somit die Reihe der 1,4er Festbrennweiten zwischen 24mm und 105mm, die ab 2008 mit der Einführung des 50mm 1,4 begonnen wurde. Mit einer UVP von 2249 Euro ist es kein Schnäppchen, auch gebraucht sind recht hohe Preise ab 1300 Euro aufwärts zu zahlen.

Gehäuse und Handling

Das 28mm 1,4 E ist deutlich größer als alle anderen Nikon Festbrennweiten zwischen 20mm und 50mm, ohne jedoch unangenehm groß auszufallen. Das Gewicht von 645g ist ebenfalls im Rahmen geblieben, ebenso der Filterdurchmesser von 77mm.

Die Verarbeitung ist typisch für die f/1,8 und f/1,4 Festbrennweiten aus den 2010er Jahren. Micro SWM Motor, Gehäuse aus Kunststoff, AM/M Umschalter. Die Blende wird elektronisch gesteuert, somit ist das Objektiv erst mit Kameras ab der Generation D3/D700/D300/D7000/D5000/D3100 und aufwärts kompatibel. An den Z Modellen funktioniert es natürlich ebenfalls via FTZ Adapter.   Der Autofokus arbeitet recht zügig, ist aber weit davon entfernt Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen. Angesichts des Preises ist es wieder einmal verwunderlich, dass Nikon nur einen Micro SWM Motor anstelle eines Ringmotors verbaut. Die Naheinstellgrenze beträgt 28cm.

Optische Qualität

Bereits ab Offenblende erreicht das Bildzentrum eine erstklassige Schärfe, die moderat zum Bildrand hin abfällt und durch Abblenden nur noch minimal steigerungsfähig ist. An den Rändern und in den Ecken erreicht es ab Blende 2 eine gute Schärfe, die sich bis Blende 4 auf ein exzellentes Niveau steigert.  

Die Darstellung im Unschärfebereich (Bokeh) ist erstklassig weich und ohne störende Strukturen. Insbesondere im Nahbereich gehört das AF-S 28mm 1,4 E zu den besten Objektiven in dieser Disziplin.

Aberrationen sind hervorragend korrigiert, selbst bei Offenblende sind an Spitzlichtern keine Farbsäume erkennbar. Die Vignettierung ist ebenfalls erfreulich gering und bei Blende 2,8 vollständig verschwunden.

Starke Farben und Kontraste führen zu einer insgesamt lebhaften, fast dreidimensionalen Abbildung. Das 28mm 1,4 ist eines dieser seltenen Objektive, die Bilder sprichwörtlich zum Leben erwecken können. Abseits von Schärfe, CAs und Vignettierung besitzt es Qualitäten, die sich nicht nur einfach in technischen Rahmendaten abbilden lassen.

Fazit

Sofern die 28mm Brennweite zu den bevorzugten Bildwinkeln gehört, ist das 28mm 1,4 E eine absolute Empfehlung wert. Nikons letzte Objektive für den F Mount gehören zu dem Besten F Objektiven überhaupt. Und das AF-S 28mm 1,4 spielt in dieser Gruppe von Objektiven sehr weit vorne mit. Es kann jetzt schon als Klassiker in Nikon Programm bezeichnet werden und braucht die Konkurrenz der Z Objektive nicht fürchten – sofern eines Tages eine lichtstarke 28mm Festbrennweite für das Z Bajonett erscheint.

In meiner Fototasche hat es einen festen Platz und gehört zu der Gruppe von Objektiven, die ich nicht missen möchte.

f/4,5
f/2,8
f/1,4
f/1,4
f/1,4
f/1,4
f/1,4
f/2,0
f/2,8
f/4,0
f/1,4
f/2,0

Sigma 40mm 1,4 DG HSM Art

Wenn man sich jemals die Frage gestellt hat, wie das Ergebnis aussieht, wenn man Objektivdesigner von jeglichen Vorgaben hinsichtlich akzeptabler Größe und Gewicht für eine bestimmte Brennweite befreit, ist das Sigma 40mm 1,4 die passende Antwort.

Das verwunderlich große und schwere Objektiv wurde Ende 2018 auf den Markt gebracht. Der Straßenpreis lag zunächst bei ca. 1.300 € und sank über die Jahre auf 1.000€. Anfang 2022 verringerte sich der Preis auf 750 €, sehr wahrscheinlich als Vorbote des langsamen Endes der Spiegelreflexobjektive.

Gehäuse und Handling

13cm Lang, fast 9cm Durchmesser und satte 1,2kg auf der Waage – es besteht absolute Verwechslungsgefahr mit dem Sigma 135mm 1,8, welches auch noch 1,5cm kürzer und 70g leichter ist. Diese Abmessungen und das Gewicht muss man für ein 40mm Objektiv akzeptieren wollen.

Die Verarbeitung ist wie aus einem Guss, die Gegenlichtblende rastet mit einem Lockmechanismus ein, den man durch Druck auf einen Knopf in der Blende wieder entriegeln kann. Warum Sigma der Blende jedoch einen gummierten Abschnitt zum Objektivbajonett hin mitgegeben hat, erschließt sich mir nicht. Diese Gummierung ist ein echter Staubsammler. Lediglich ein AF/MF Umschalter befindet sich als Bedienelement an der linken Gehäuseseite.  

Blende mit Entriegelungsknopf und integriertem „Staubsammler“.

Der Autofokus arbeitet zügig und leise, ohne jedoch in beiden Disziplinen Rekorde aufzustellen. Im Gegensatz zu manch anderen lichtstarken Objektiven fällt auf, dass der Autofokus deutlich treffsicherer arbeitet. Während man sich beim Nikon 58mm 1,4 aufgrund der Aberrationen einen korrekt sitzenden Fokus schon fast erarbeiten muss, sitzt der Fokus beim Sigma 40mm 1,4 überwiegend korrekt.

Optische Leistung

Größe und Gewicht zahlen sich hinsichtlich der Abbildungsleistung aus. Extrem scharf bei Offenblende in der Bildmitte, immer noch exzellente Schärfe in den äußersten Ecken. Abblenden steigert die Bildqualität bis f/2,0 nur marginal, so gut ist sie bereits bei Offenblende. Hinsichtlich der Bildqualität macht es keinen Unterschied, welche Blende man wählt – beeindruckend. Dazu kaum Aberrationen, keine Bildfeldwölbung, minimalste Verzeichnung. Das perfekte „Normal“-Objektiv? Sicherlich ganz nah dran. Einzig die Vignettierung entspricht bei Offenblende dem, was man durchschnittlich von einem solch lichtstarken Objektiv erwarten würde, ist aber ab Blende 2,8 nicht mehr relevant. Die Farbastimmung ist vergleichbar mit den Nikon Pendants.

Selbstverständlich liefert das Sigma 40mm 1,4 auch beim Aspekt der Hintergrundunschärfe / Bokeh ein exzellentes Ergebnis ab. Das Bokeh ist angenehm weich ohne Kanteneffekte. Kennt man jedoch andere Objektive mit vergleichbaren Eigenschaften fällt auf, dass das Sigma 40mm 1,4 zwar ein hervorragendes Bokeh besitzt und die meisten Fotografen damit auch glücklich sein werden, die Konkurrenz es aber besser kann.

Im Vergleich zum Nikon 58mm 1,4 muss es sich meiner Meinung nach geschlagen geben, es kommt nicht an die cremig-weiche Darstellung des Nikkors heran. Im Prinzip sind Sigma 40mm 1,4 und Nikon 58mm 1,4 zwei Gegenpole: das Sigma glänzt mit schon fast brutaler Schärfe ab Offenblende, während das Nikon 58mm 1,4 deutlich weicher abbildet, diese Eigenschaft aber auch ins Bokeh transferiert.

Wenn ich bewusst traumhaft weiche Hintergründe zaubern möchte, geht mein Griff immer zum Nikon 58mm 1,4. Geht es hingegen um exzellente Schärfe und maximales Auflösungsvermögen bei gleichzeitig deutlicher Freistellung, kommt das Sigma in die Tasche.

Fazit

Fazit

Früher hießt es einmal bei Autos: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen. Auf Objektive übertragen könnte man angesichts des Sigma 40mm 1,4 sagen: Glas ist durch nichts zu ersetzen. Allerdings kommt man nicht drumherum zuzugeben, dass die 1,2 kg in Kombination mit einem recht großen Gehäusedurchmesser etwas unangenehm zu handhaben sind.

Dennoch: sofern man mit dem etwas weiteren Bildwinkel leben kann (oder diesen sogar bevorzugt) und das Gewicht nicht scheut, ist das Sigma 40mm 1,4 das technisch beste Normalobjektiv, was man für unter 2000 Euro kaufen kann.

Nikon AF-S 24-70 2,8G IF-ED

Nikons erstes, professionelles Standardzoom mit einer Anfangsbrennweite von 24mm löste im Jahr 2007 den Vorgänger mit 28-70mm Zoombereich ab. Es wurde wiederum in 2015 vom Nachfolger mit elektronischer Blendensteuerung und VR abgelöst, in dieser ersten Version muss man noch ohne diese beiden Funktionen auskommen. Die Verfügbarkeit des AF-S 24-70mm 2,8G IF-ED zum Höhepunkt der digitalen Spiegelreflextechnik in den frühen 2010er Jahren führte zu hohen Stückzahlen. Fast eine Million dieser ca. 1500 € teuren Objektive wurde verkauft. Restbestände waren noch bis 2020 im Handel verfügbar

Gehäuse und Handling

Mit 900g Gewicht, einer Konstruktion mit viel Metall und einer auf den ersten Blick robusten Mechanik strahlt es die Solidität aus, die man von einem professionellen Objektiv erwarten würde. Dies stimmt jedoch nur mit Einschränkungen. Viele Nutzer waren vom so genannten „Zoom Grind“ Problem betroffen, bei dem der Zoomantrieb erst rau läuft und in der Folgezeit sich gänzlich festsetzt.

Aufgrund der hohen Anzahl der verkauften Objektive muss man die Anzahl der Berichte sicherlich etwas in die richtige Perspektive rücken. Es ist nicht jedes Objektiv betroffen und es gibt durchaus Wege diesem Problem in Teilen aus dem Weg zu gehen.

Ursächlich für einen feststeckenden Zoomantrieb sind drei Führungsrollen im vorderen Bereich des Objektivs. Diese Rollen bestehen außen aus einem Kunststoffring und im Kern aus Schrauben, die in die Objektivfassungen im Inneren der Konstruktion geschraubt sind. Die ummantelten Köpfe dieser Schrauben bewegen sich ihrerseits in Aussparungen des Linsentubus und sorgen dafür, dass dieser über den Zoombereich hinweg ein- und ausfährt.  Dieser Linsentubus ist bei 24mm am weitesten ausgefahren, zieht sich bis 50mm ins Gehäuse zurück und fährt ab dort bis 70mm wieder minimal aus. Es gibt zwei verschiedene Ursachen, warum diese Führungsrollen blockieren können. Entweder eine oder mehrere Schrauben haben sich durch Erschütterungen gelöst (Fertigungsfehler oder Materialermüdung) oder die Kunststoffrollen sind durch Druck auf den Tubus zerstört und blockieren in der Führung.

Letzteres kann auch durch häufiges, hartes abstellen des Objektivs auf der Frontlinse passieren, da die Gegenlichtblende in Transportstellung nicht über die Filterfassung herausragt und somit das Gewicht des Objektivs immer auf der inneren Mechanik lastet. Zumindest diesen Faktor kann man selber beeinflussen, in dem man das Objektiv immer vorsichtig abstellt, sofern man es mit der Frontlinse nach unten lagern möchte – was aufgrund des stabileren Standes ggü. des kleinen Rückdeckels wahrscheinlich ist.

Abgesehen von dieser doch recht bedauerlichen Schwachstelle ist das AF-S 24-70mm 2,8G hervorragen verarbeitet. Der AF-S Ringmotor arbeitet leise und blitzschnell, Zoom- und Fokusring laufen geschmeidig. Einziges Bedienelement ist der AM/M Schalter an der linken Seite. Der Filterdurchmesser entspricht mit 77mm dem klassischen Standard.

Optische Leistung

Die Bildschärfe ist bei allen Brennweiten in der Bildmitte bereits bei Offenblende hervorragend und auch in der Lage, 45 MP Sensoren zu bedienen. Die Schwachstelle des 24-70mm 2,8G sind die Randbereiche und Ecken. Insbesondere zwischen 24 und 35mm blende ich automatisch auf f/8 ab, um bei Landschaft oder Architektur die Schärfe der Bildränder vergleichbar zur Mitte zu halten. Ab 35mm aufwärts reicht durchgängig Blende 5,6 für eine gleichmäßige Schärfeverteilung.

Die Farben sind insgesamt etwas wärmer abgestimmt als beim Vorgänger und entsprechen der Designphilosophie der Nikon Objektive ab den 2000er Jahren. Damit einher gehen auch etwas flachere Kontraste im Vergleich zum 28-70mm 2,8.

Die zu erwartende Randabdunkelung/Vignettierung ist zwischen Blende 2,8 und 4,0 und den gesamten Brennweitenbereich hindurch deutlich sichtbar, ab f/5,6 jedoch nur noch minimal auffällig. Farbsäume/CA sind insbesondere im Weitwinkelbereich sichtbar, allerdings auch nicht stärker als bei anderen Objektiven aus dieser Zeit. Die Hintergrundunschärfe/Bokeh ist angenehm weich und ruhig.

Fazit

Das AF-S 24-70mm 2,8G IF-ED ist ein klassisches Profizoom, optimiert auf schnellen Autofokus und perfekte Schärfe in der Bildmitte. Das macht es nicht unbedingt zur ersten Wahl für Landschaftsfotografen. Der Nachfolger mit VR und elektronischer Blende bügelt die Unregelmäßigkeiten der Schärfeverteilung im Weitwinkelbereich aus.

Dennoch ist das erste 24-70mm 2,8 zu empfehlen und genügt auch professionellen Ansprüchen. Sofern man weiterhin mit Spiegelreflexkameras unterwegs ist, stellt es eine valide Alternative zum auch gebraucht deutlich teureren 24-70mm 2,8E VR dar. Man muss um die optischen und mechanischen Schwächen wissen und insbesondere hinsichtlich der letzteren den Kauf – z.B. durch Gebrauchtwarengarantie eines Händlers – gut absichern. 

Setzt man hingegen voll auf das spiegellose Z System, sollte man eher zu einem Z Objektiv greifen. Das viel kleinere Z 24-70mm 4,0S ist dem „alten“ 24-70mm 2,8 bei allen Blenden deutlich überlegen und leistet sich insbesondere and den Rändern und in den Ecken keinerlei Schwächen – bei günstigerem Gebrauchtpreis.

Tamron SP 35mm 1,4 Di USD

Zum 40 Jährigen Jubiläum der Tamron SP (Super Performance) Reihe erschien im Jahr 2019 das SP 35mm 1,4 Di USM. Es ist für Nikon F und Canon EF für ca. 730 € erhältlich.

Gehäuse und Handling

Wie bei allen, neueren SP Objektiven zeichnet sich das 35mm 1,4 durch eine tadellose Verarbeitung, einen Metalltubus und Innenfokussierung aus. Mit 805g und einem Filterdurchmesser von 72mm ist es kein Leichtgewicht. Die Blende wird elektronisch gesteuert, somit ist das Objektiv mit allen Kameras ab der Generation D3/D700/D300, sowie der Z Serie via FTZ Adapter kompatibel. An der linken Seite findet sich ein AF/MF Umschalter. Die Naheinstellgrenze liegt bei 0,3m. Der Autofokus arbeitet dank Ringmotor schnell, leise und präzise.

Optische Leistung

Die Bildschärfe bei Offenblende ist in der Bildmitte beeindruckend und fällt nur leicht zum Rand hin ab. Lediglich die äußersten Ecken schwächeln bei Blende 1,4 etwas – allerdings auf einem hohen Niveau. Das Tamron kann hinsichtlich der Schärfe bedenkenlos bei Offenblende eingesetzt werden. Die Ränder und Ecken gewinnen bis Blende 2,8 weiter an Zeichnung und erreichen dann eine exzellente Abbildungsleistung, weiteres Abblenden vergrößert nur noch die Tiefenschärfe.

Eine Bildfeldwölbung ist nicht auszumachen. Wie bei Objektiven hoher Lichtstärke üblich, vignettiert es bei Offenblende recht deutlich. Bei Blende 2,8 fällt die Randabdunkelung deutlich geringer aus und bei Blende 4 ist sie nicht mehr sichtbar. Farbsäume / CA sind erfreulicherweise kein Thema, das Objektiv ist ausgezeichnet korrigiert.

Starke Farben und intensive Kontraste zeichnen das Tamron 35mm 1,4 aus, aber das eigentliche Highlight ist die weiche, cremige Hintergrundunschärfe. Das Tamron SP 35mm 1,4 Di USD spielt dabei in einer Liga mit den besten Festbrennweiten, wenn es um weiches, gefälliges Bokeh geht. In den Unschärfebereichen sind keine konstruktionbedingten Strukturen wie z.B. Blendenstrukturen erkennbar.

Fazit

Exzellente Schärfe bereits bei Offenblende und cremig weiches Bokeh  – besser geht es fast nicht. Das Tamron 35mm 1,4 reiht sich problemlos in die Riege der außergewöhnlichen Festbrennweiten ein. Betrachtet man die von Nikon angebotenen Spitzenobjektive 28mm 1,4E, 58mm 1,4E und 105mm 1,4E, kann Tamrons 35er problemlos mithalten. Für mich persönlich besteht kein Grund, ein Nikon 35mm 1,4G als Gebrauchtware für ca. 700 € dem Tamron für einen vergleichbaren Preis (Neu) vorzuziehen. Absolut zu empfehlen!  

Beispielfotos

Tamron SP 45mm 1,8 Di VC USD

Das Tamron SP 45mm 1,8 VC kam Ende 2015 auf den Markt und war für Nikon F, Canon EF und Sony A zu einem Preis zwischen 400 und 500 Euro verfügbar. Im Jahr 2022 finden sich lediglich noch Restbestände im Handel.

Gehäuse und Handling

Mit Einführung der G2 Objektive und der SP Objektivserie hat sich Tamron deutlich vom ehemaligen Plastikleichtbau verabschiedet. War Gewichtsreduktion früher ein zentrales Marketinginstrument, sah man sich anscheinend gezwungen der optischen auch eine haptische Qualität zur Seite zu stellen, um beim Käufer ein entsprechende Wertigkeitsgefühl zu erzeugen.

Nicht zu schwere aber für ein 45mm 1,8 ordentliche 520g Gewicht, Metalltubus, Gummidichtlippe am Bajonett, Innenfokussierung, sowie ein hervorragend gedämpfter und weich laufender Fokusring runden das Gesamtbild ab, was weit entfernt von den sonst üblichen 50mm Kotobjektiven mit 1,8er Blende ist. Der Fokusmotor läuft angenehm leise, ohne jedoch Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen. Die Naheinstellgrenze beträgt sehr gute 0,29m, beim Nikon 50mm 1,8 sind es lediglich 0,45m.

Haptisch gibt es somit nichts auszusetzen. AF/MF und VC on/off Schalter liegen griffgünstig an der linken Seite. In der Nikon Version handelt es sich noch um ein G-Objektiv mit Blendenhebel. Somit ist es auch zu älteren Nikon Kameras der D1* und D2* Generation kompatibel und funktioniert auch an den Z Kameras via FTZ Adapter.  

Optische Qualität (an 45MP)

Die Bildmitte überzeugt bereits bei Offenblende mit einer guten Schärfe, die sich bis Blende 2,5 auf ein sehr gutes Niveau steigert. Ab Blende 2,8 kann man die Schärfe über das gesamte Bild hinweg bis in die Ecken als sehr gut bezeichnen.

Bei offenblende vignettiert es moderat, bei Blende 2,8 ist die Randabdunkelung verschwunden. Farbsäume sind sehr wahrscheinlich der einzige Kritikpunkt am Tamron 45mm 1,8. Insbesondere longitudinale chromatische Aberrationen sind problematisch.

Die Hintergrundunschärfe Bokeh) ist nicht die Paradesiziplin des Tamron SP 45mm 1,8, es kommt recht unruhig daher. Farben und Kontraste sind ähnlich zu Nikon Objektiven der 50mm 1,8er Riege, ohne optisch besonders herauszustechen.

Fazit

Das Tamron 45mm 1,8 liefert eine mehr als ordentliche Leistung zu vertretbarem Preis und kann Alleinstellungsmerkmale wie den Bildstabilisator für sich verbuchen. Auch der etwas weitere Bildwinkel von 45mm kann je nach persönlicher Vorliebe vorteilhaft sein. Für Liebhaber älterer Nikon DSLRs wie der D2x ermöglicht es gar die Verwendung einer stabilisierten Festbrennweite. Erstaunlicherweise funktioniert das Tamron 45mm 1,8 sogar an der F5, inklusive VR. And der F6 fokussiert es hingegen nicht. Insgesamt eine ordentliche Leistung ohne große Höhen und Tiefen, empfohlen aufgrund des Bildstabilisators und der Kompatibilität zu älteren DSLRs.

© 2022 Dennis Saßmannshausen Fotografie

Based on an theme by Anders NorenUp ↑