AuthorDennis Saßmannshausen

Verhalten des FTZ Adapters an der Z7 mit AF-P, AF-S, AF-D, AI/AI-S Objektiven

Der FTZ Adapter erlaubt die Verwendung von F-Mount Objektiven am neuen Z Bajonett. Je nach Objektivbauart verhält sich der Adapter dabei allerdings unterschiedlich.

  • AF-P und AF-S Objektive: AF Funktion, VR falls vorhanden als Kombination aus Objektiv VR und IBIS, die Blende wird über die Kamera gesteuert geschlossen bis Blendenwert 5,6 erreicht ist. Der EVF/Monitor zeigt somit bis zur Blende 5,6 die jeweilige Tiefenschärfe an. Wird eine kleinere Blende eingestellt, erfolgt die Abblendung erst zur Aufnahme. Eine Blendenvorschau über Blende 5,6 hinaus ist möglich, sofern ein programmierbarer Fn Knopf entsprechend belegt wird.
  • AF-D Objektive: mangels Antriebsmotor im FTZ Adapter können Objektive mit AF oder AF-D Stangenantrieb nur als manuell zu fokussierendes Objektiv verwendet werden. Die Blendeneinstellung erfolgt wie bei AF-S und AF-P über die Kamera, gleiches Verhalten beim Abblenden.
  • AI-P, PC-E Objektive: manueller Fokus, Einstellung der Blende über die Kamera. Abblendverhalten bis 5,6 wie zuvor.
  • AI/AI-S Objektive ohne CPU: die Blendeneinstellung erfolgt über den Blendenring. Die Blende wird unmittelbar eingestellt, dies bedeutet auch über f/5,6 hinaus. Der FTZ schwenkt bei Objektiven ohne CPU den Blendenhebel in die Ruheposition, womit die Blende rein am Objektiv direkt eingestellt wird (Belichtungsmessung bei Arbeitsblende). Der Sucher ist – je nach Lichtsituation – jedoch nicht immer in der Lage mit Hilfe des einfallenden Lichtes die spätere Belichtung zu simulieren. Daher kann das Sucherbild bei weiter geschlossener Blende vom finalen Bild abweichen und deutlich dunkler erscheinen. Es findet keine Rückmeldung über die eingestellte Blende statt, da weder der FTZ noch die Z7 über einen hardwareseitigen AI-Indexer verfügen. In den EXIF Daten der Fotos wird die in der Kamera eingetragene Brennweite und Offenblende hinterlegt, die eingestellte Blende kann nicht in die Daten geschrieben werden.

Allen Objektiven am FTZ ist gemeinsam, dass der FTZ beim Einschalten oder nach dem Aufwachen aus dem Standby die Blende zunächst vollständig öffnet und anschließend auf die eingestellte Blende (bis zur Blende 5,6 bei Objektiven mit CPU und Steuerung der Blende über die Kamera) schließt.

Nikon Z 24-70mm 4,0 S – mehr als nur ein Kitobjektiv

Seit Freitag wird die Z7 in Deutschland ausgeliefert. An einem recht vollgepackten Wochenende inklusive Photokina am Samstag hatte ich dennoch ausreichend Gelegenheit, erste Erfahrungen mit der Z7 und dem Nikkor Z 24-70mm 4,0 S zu sammeln. Zur Kamera selber werde ich erst später etwas schreiben, zu unterschiedlich ist die Bedienung im Vergleich zur D850.

Anders sieht es beim Objektiv Z 24-70mm 4,0 S aus. Dieses im Kit für 600 Euro Aufpreis erhältliche und einzeln 1099 Euro kostende Objektiv stellt eine erste Demonstration dessen dar, was das neue Bajonett an optischer Leistung zulässt.

Die Haptik des Z 24-70mm 4,0 ist recht gut und deutlich besser als die eines klassischen F Kitobjektivs wie z.B. dem AF-S 24-85mm VR. Es reicht jedoch nicht an die massive Bauweise eines AF-S 24-70mm 2,8 heran. Die Verarbeitung ist sehr gut, der großzügig dimensionierte Zoomring gummiert, während der deutlich dünner ausgeführte Fokusring aus Hartplastik besteht. Der Fokusring setzt die Drehbewegung in elektronische Signale um, die anschließend an den internen Fokusmotor weitergegeben werden (Focus by wire). Es gibt demnach keine physikalische Kopplung zwischen Fokusring und Linsengruppe mehr.

Die optische Leistung ist auf den ersten Blick exzellent. Die Schärfe ist über den gesamten Brennweitenbereich hinweg bis an die Ränder und in die Ecken ab Offenblende sehr gut, ab f/5,6 hervorragend. Speziell die Schärfe bei Blende 4 in den Ecken ist sehr erstaunlich und deutlich besser als beim AF-S 24-70mm 2,8 G. Bildfeldwölbung im Weitwinkelbereich scheint dem Z 24-70mm 4,0 fremd zu sein. Lediglich die Vignettierung ist beim Z 24-70mm 4,0 offenblendig deutlich ausgeprägter, ab Blende 5,6 jedoch vernachlässigbar.

Aberrationen sind moderat vorhanden und auf dem Niveau professioneller Zooms, Farbgebung und Kontrast sind mit dem AF-S 24-70mm 2,8 G vergleichbar, wenn auch etwas kühler. Verzeichnung habe ich bisher nicht getestet.

Eine ausführliche Beschreibung des Z 24-70mm werde ich zu einem späteren Zeitpunkt in der entsprechenden Kategorie dieser Webseite nachreichen. Dennoch möchte ich bereits jetzt jedem potentiellen Käufer einer Z6 oder Z7 den Erwerb des Z 24-70mm 4,0 S wärmstens empfehlen. Für 600 Euro Aufpreis erhält man ein exzellentes Objektiv, für das man nur auf eine Blende Lichtstärke verzichten muss. Auch für Besitzer eines der beiden AF-S 24-70mm 2,8 G oder E VR stellt die Z-Variante mit Ausnahme der Vignettierung ein Upgrade im Hinblick auf die optische Leistung dar.

Hier noch einige Beispielbilder Z7 mit Z 24-70mm 4,0 S:

Z7 Z24-70mm @ 70mm und Blende 4,0:  JPEG  RAW

Z7 Z24-70mm @ 24mm und Blende 4,0:  JPEG  RAW

Z7 Z24-70mm @ 24mm und Blende 5,6:  JPEG  RAW

Z7 Z24-70mm @ 24mm und Blende 4,0 (Distanztest, 1/3):  JPEG  RAW

Z7 Z24-70mm @ 24mm und Blende 5,6 (Distanztest, 2/3):  JPEG  RAW

Z7 Z24-70mm @ 24mm und Blende 8,0 (Distanztest, 3/3):  JPEG  RAW

HIER sind weitere RAW Dateien zum Download

AF-P Kompatibilität mit Nikon DSLR Gehäusen

Die seit 2016 erhältlichen AF-P Objektive bringen eine Reihe von Kompatibilitätseinschränkungen mit älteren Nikon DSLRs mit sich. Die unterschiedliche Ausstattung der AF-P Objektive (VR Schalter ja/nein) verkompliziert die Sache nochmals.

Die derzeit erhätlichen DX Objektive (AF-P 10-20mm, AF-P 18-55mm VR/non-VR, AF-P DX 70-300mm VR/non-VR) verfügen allesamt nicht über einen VR Schalter, womit sich folgende Kompatibilität ergibt:

  • DX Kameras voll kompatibel: D500, D3300, D3400, D3500, D5300, D5500, D5600, D7500
  • DX Kameras teils kompatibel, VR lässt sich nicht abschalten, da weder das Objektiv noch das Kameramenü über einen entsprechenden Schalter verfügen: D7100, D7200
  • DX Kameras teils kompatibel. VR lässt sich nicht abschalten. Der Fokuspunkt wird nicht gespeichert, wenn sich der Belichtungsmesser abschaltet. Wird der Auslöser nach Abschalten des Belichtungsmessers halb durchgedrückt oder die AF-ON Taste betätigt, fährt das Objektiv durch den gesamten Fokusbereich um neu zu fokussieren: D300, D300s, D5200, D7000
  • DX Kameras inkompatibel – fokussieren nicht möglich, auch nicht manuell: D1, D1h, D1x, D2h, D2hs, D2x, D2xs, D40, D40x, D50, D70, D70s, D80, D90, D100, D200, D3000, D3100, D3200, D5000, D5100
  • An FX Kameras ab der D5 / D850 lässt sich VR über das Menü steuern.

Lediglich das AF-P FX Objektiv AF-P 70-300mm 4,5-5,6E verfügt über einen VR an/aus Schalter, womit sich für dieses Objektiv folgende Einschränkungen ergeben:

  • DX Kameras voll kompatibel: D500, D3300, D3400, D3500, D5300, D5500, D5600, D7100, D7200, D7500
  • DX Kameras teils kompatibel, VR lässt sich nicht abschalten: Diese Kategorie kommt bisher nicht vor, da das AF-P FX 70-300mm über einen Schalter verfügt.
  • DX Kameras teils kompatibel. VR lässt sich nicht abschalten. Der Fokuspunkt wird nicht gespeichert, wenn sich der Belichtungsmesser abschaltet. Wird der Auslöser nach Abschalten des Belichtungsmessers halb durchgedrückt oder die AF-ON Taste betätigt, fährt das Objektiv durch den gesamten Fokusbereich um neu zu fokussieren: D300, D300s, D5200, D7000
  • DX Kameras inkompatibel – fokussieren nicht möglich, auch nicht manuell: D1, D1h, D1x, D2h, D2hs, D2x, D2xs, D40, D40x, D50, D70, D70s, D80, D90, D100, D200, D3000, D3100, D3200, D5000, D5100
  • FX Kameras voll kompatibel: Df, D4, D4s, D5, D600, D610, D750, D800, D800E, D810, D810A, D850
  • FX Kameras teils kompatibel, VR lässt sich nicht abschalten: Diese Kategorie kommt bisher nicht vor, da das AF-P FX 70-300mm über einen Schalter verfügt.
  • FX Kameras teils kompatibel. Der Fokuspunkt wird nicht gespeichert, wenn sich der Belichtungsmesser abschaltet. Wird der Auslöser nach Abschalten des Belichtungsmessers halb durchgedrückt oder die AF-ON Taste betätigt, fährt das Objektiv durch den gesamten Fokusbereich um neu zu fokussieren: D3, D3s, D3x, D700
  • FX Kameras inkompatibel – fokussieren nicht möglich, auch nicht manuell: Diese Kategorie entfällt, da alle Kameras ab der D3 zumindest in der Lage sind, zu fokussieren.

Alle analogen Spiegelreflexkameras sind grundsätzlich inkompatibel zu AF-P Objektiven, auch die F6.

Objektive für die Nikon Z Kameras

Nikon stellt zum Start des Z Systems drei Objektive vor: 24-70mm 4,0, 35mm 1,8 und 50mm 1,8. Allen drei ist gemeinsam, dass sie über nur eine moderate Lichtstärke verfügen und mit 1099 Euro (24-70mm 4,0), 949 Euro (35mm 1,8) und 680 Euro (50mm 1,8) auf den ersten Blick recht teuer erscheinen.

Wie ich in einem vorangegangenen Artikel bereits schrieb, geht der eigentliche Vorteil des Z Systems, auch wenn er vom Marketing deutlich betont wird, derzeit in der Diskussion etwas unter. Bereits mit den ersten drei Objektiven beweist Nikon, dass mithilfe des neuen Bajonetts die optische Leistung stark verbessert werden kann.

Z Nikkor 24-70mm 4,0 S

Das Z 24-70mm 4,0 S wird im Kit zusammen mit der Z6 oder Z7 angeboten und kostet dann lediglich 600 Euro Aufpreis, was immerhin einer Ersparnis von ca. 45 Prozent entspricht. Nikon war in der Vergangenheit nicht ganz so großzügig wenn es um Rabatte bei Kitobjektiven ging.

Allgemein werden Kitobjektive gerne als günstige Mittelklasseobjektive angesehen, deren optische Leistung eher im Mittelfeld liegt. Den ersten Testbildern nach zu urteilen liegen die Dinge diesmal deutlich anders.

Nikon scheint bewusst ein erstklassig abschneidendes Zoom über einen attraktiven Kitpreis in den Markt drücken zu wollen. Es gibt schließlich nichts Besseres, als wenn die Nutzer anhand ihrer eigenen Erfahrung positive Mundpropaganda betreiben. Anhand der ersten Testbilder ist es sehr wahrscheinlich, dass dieses Objektiv für sehr viel positive Resonanz sorgen wird.

Es scheint eine sehr solide optische Leistung bereits bei Offenblende zu besitzen – und dies über den gesamten Zoombereich. Hierzu Testbilder auf anderen Webseiten:

24mm 4,0

70mm 4,0

Z Nikkor 35mm 1,8 S und Z-Nikkor 50mm 1,8 S

Ähnlich sieht es bei den beiden Festbrennweiten aus. Gegenüber den Vollformat Pendants AF-S 35mm 1,8G ED und AF-S 50mm 1,8G  gewinnen sie (sehr wahrscheinlich) bei Offenblende deutlich an Schärfe bis in die Randbereiche bei gleichzeitig deutlich weniger Aberrationen:

Der Vergleich zum 50mm 1,8 für F Mount ist dabei etwas schräg, da Nikon im Z System offensichtlich kompromisslos auf bestmögliche optische Leistung abzielt, während das AF-S 50mm 1,8G im F System die Rolle der kleinen, günstigen Festbrennweite für den Einsteiger übernimmt.

MTF F-Mount Af-S 35mm 1,8G ED

MFT Z 35mm 1,8 S

MTF F-Mount 50mm 1,8

MTF Z 50mm 1,8

Objektiv Roadmap für das Z-System

Für Nikon relativ ungewöhnlich ist die Vorstellung einer Objektiv Roadmap bis ins Jahr 2020 hinein. Alleine im Jahr 2019 erscheinen in der S Linie 6 Objektive: 58mm 0,95 Noct (nur manuell), 20mm 1,8, 85mm 1,8, 24-70mm 2,8, 70-200mm 2,8, 14-30mm 4,0. Für 2020 sind bereits das 24mm 1,8, 50mm 1,2 und 14-24mm 2,8 angekündigt.

Das bisher keine Teleobjektive mit Ausnahme des 70-200mm 2,8 und keinerlei Makroobjektive angekündigt sind zeigt, dass sich Nikon zunächst auf die Objektive konzentriert, die am meisten vom neuen Bajonett profitieren: Weitwinkel, Normalobjektive und lichtstarke Festbrennweiten.

Die Preise der drei zum Start des Z Systems erhältlichen Objektive erklärt sich auch daraus, dass sie der hochwertigen S-Linie angehören. Eine günstigere Objektivlinie soll später folgen, auch wenn davon in der Roadmap bisher nichts zu sehen ist.

Fazit

Die drei bald verfügbaren Z Objektive zeigen deutlich, dass das neue Bajonett erhebliches Potential für die Verbesserung der optischen Leistung bietet. Sollte selbst das Kit Zoom Z 24-70mm 4,0 S bei gleicher Blende am 45 MP Sensor besser abschneiden als das derzeitige AF-S 24-70mm 2,8E ED VR, relativiert sich der aufgerufene Preis recht schnell.

Wenn die ausgelieferten Objektive den ersten Eindrücken in ihrer optischen Qualität entsprechen, dürften sich viele Fotografen alleine aufgrund der erzielbaren Bildqualität für das Z System entscheiden.

Nikon Z System – meine Meinung zu Z6 und Z7

Nach einer Reihe von Teasern war es endlich so weit – am 23.08.2018 stellte Nikon endlich die ersten beiden spiegellosen Vollformatkameras der Z-Serie vor.

Wie immer bei Marketingkampagnen, die im Vorfeld einen großen Hype erzeugen, steigt das Risiko überzogene Erwartungshaltungen erzeugt zu haben. Schaut man sich die Reaktionen auf die Z6 und Z7 im Netz an steht außer Frage, dass dies auch bei den ersten beiden Kameras der Z Modellreihe geschehen ist. Eine etwas unglückliche Marketingstrategie tut ihr übriges, um die meiner Meinung nach beachtenswerten Aspekte der neuen Kamera- und Objektivreihe etwas in den Hintergrund treten zu lassen.

Ausstattung – kuriose Designentscheidungen dominieren die Diskussion

Jeder, der sich für diese beiden Kameras interessiert, wird es bereits gelesen haben – beide Kameras bieten nur einen Speicherkartenslot im XQD Format. Dies hat gleich mehrere Konsequenzen für die potenzielle Zielgruppe: Profis werden abgeschreckt, da ein mitlaufendes Backup auf der zweiten Speicherkarte heute Alltag ist. Kein professioneller Fotograf wird sich auf nur eine Speicherkarte verlassen.

Die Wahl von XQD Karten als Speichermedium ist konsequent und sicherlich passend, erschwert aber Umsteigern von anderen Systemen den Einstieg. Ein zweiter SD Slot hätte die Kameras ähnlich ausgebremst wie dies bereits bei der D850 der Fall ist, dennoch hätte Nikon ernsthaft darüber nachdenken sollen zumindest einen zusätzlichen SD Slot anzubieten. Niemand wird gezwungen diesen zu benutzen, wenn es um maximale Geschwindigkeit geht.

Für professionelle Nikon Fotografen wären hingegen zwei XQD Steckplätze die beste Lösung. Für Besitzer einer D850 oder D5 würden sich die Z Kameras als Zweitgehäuse nahezu aufdrängen.

Mit lediglich einem XQD Slot irritiert Nikon daher Profis, die bereits im Nikon System unterwegs sind und zeitglich auch Umsteiger von anderen Marken. Dies wird sicherlich viele Verkäufe kosten.

Positionierung der Z6 und Z7

Abgeleitet von der Wahl des Speicherkartenslots stellt sich die Frage, wie Nikon die Z6 und Z7 positioniert. Aufgrund der Sensoren mit 24 und 45,7 MP wird allgemein angenommen, dass die Z6 die Alternative zur D750 darstellt und die Z7 somit der D850 entspricht. Schaut man sich die Ausstattung der Gehäuse und dabei insbesondere der Z7 näher an stellt man fest, dass (neben der zweiten Speicherkarte) diverse Ausstattungsmerkmale der professionellen Nikon Gehäuse fehlen:

  • Rundes Okular – dies wird aufgrund des Näherungssensors für die EVF Steuerung nicht möglich sein. Wir werden uns bei Spiegellosen grundsätzlich vom runden Okular verabschieden müssen.
  • Kein dedizierter Schalter zur Bestimmung des Belichtungsmodus
  • Kein dedizierter Schalter für die Wahl des AF Modus
  • Vollständig verschiedene AF Steuerung, die sich nicht an den verschiedenen AF-C Modi der DSLRs orientiert.
  • Kein 10 Pin Connector für kabelgebundenes Zubehör
  • Keine Option, einen größeren Akku zu verwenden. Der kommende Batteriegriff bietet lediglich Platz für 2x EN-El15/a/b
  • Der interne Kameraspeicher ist recht knapp bemessen, bei der Z7 reicht der Puffer für 23 Bilder in 12 Bit mit verlustfreier Komprimierung. Allerdings relativiert sich diese Einschränkung bei Verwendung einer XQD Karte mit 400 MB pro Sekunde Schreibgeschwindigkeit, sofern Nikon das Speicherinterface nicht künstlich beschnitten hat.

All dies sagt eindeutig: Z6 und Z7 sind nicht für den professionellen Markt gedacht. Das Z System nimmt derzeit nicht die Rolle der professionellen Produktlinie ein und bildet eine eigene Kategorie, die nicht unbedingt mit den Modellen der DSLR Linie gleichgesetzt werden kann. Die Spiegelreflexkameras spielen (vorerst) weiterhin die führende Rolle bei Nikon.

Dies stellt auch zunächst kein Problem dar. Eine Z6 oder Z7 kann durchaus als kompaktes Zweitgehäuse herhalten, wäre da nicht ein anderes Problem…

Preispolitik

…der Preis. Eine Z7 mit FTZ Adapter kostet stolze 3849 Euro. Das ist 50 Euro teurer als der Straßenpreis einer D850. Zu diesem Preis muss man eine vollwertige Alternative erwarten. Im direkten Vergleich gewinnt die D850 gegen die Z7 in fast allen Belangen. Nikon hat sein Zugpferd somit erfolgreich gegen Konkurrenz aus dem eigenen Hause geschützt und damit den potentiellen Markt für die Z7 deutlich eingeschränkt.

Die Z6 wird wahrscheinlich die zunächst tragende Rolle im Z System spielen, mit 2.449 Euro inkl. FTZ Adapter bietet sie ein deutlich besseres Preis- Leistungsverhältnis. Sie dürfte auch für Umsteiger von anderen Systemen interessant sein und für Nikon Marktanteile hinzugewinnen können.

Das neue Z Bajonett- Optische Leistung stärker herausstellen.

Bei all diesen Diskussionen um Speicherkarten, Bedienelemente und Preis geht eines jedoch vollkommen unter: das neue Z Bajonett, die damit verbundenen Möglichkeiten und die Qualität der kommenden Objektive.

Nikon betont durchaus recht offensiv, dass das neue Z Bajonett neue Möglichkeiten bei der Konstruktion von Objektiven bietet. Unglücklicherweise ist dies zunächst einmal lediglich mit einem Versprechen für die Zukunft verbunden. Das 58mm 0,95 soll beweisen, dass nun Konstruktionen möglich sind, von denen vormals nur geträumt werden konnte. Leider hilft das den meisten potentiellen Kunden recht wenig. Viel wichtiger ist die optische Leistung der Objektive, die preislich in Reichweite für die meisten Käufer liegen.

An dieser Stelle versagt das Marketing doppelt. Die vorgestellten Objektive erscheinen auf den ersten Blick nur moderat lichtstark und dabei auch preislich recht ambitioniert angesetzt zu sein. Speziell das 50mm 1,8 sorgt mit einer UVP von 680 Euro für Verwunderung. Das 24-70mm 4,0 Kit für 1099 Euro ist ebenfalls kein Schnäppchen, mit 600 Euro im Kit hingegen wieder attraktiv.

Schaut man sich jedoch erste Testbilder und veröffentlichte MTF Kurven an muss man feststellen, dass alle drei Objektive 24-70mm 4,0, 35mm 1,8 und 50mm 1,8 eine exzellente Leistung bei Offenblende bieten. Das 24-70mm 4,0 könnte (das wird noch zu testen sein) zumindest dem älteren AF-S 24-70mm 2,8G bei Blende 4 überlegen sein, vielleicht sogar der neueren VR Variante. 50mm 1,8 und 35mm 1,8 konnten ebenfalls die Tester überzeugen.

Dies ist der eigentliche Vorteil des neuen Systems. Der große Bajonettinnendurchmesser von 55mm bei einem Auflagemaß von lediglich 16mm ermöglicht weitetgehend senkrecht auf den Sensor fallendes Licht bis zum Rand. Ich denke, wir werden diesen positiven Effekt deutlich zu sehen bekommen.

Leider geht dieser Vorteil derzeit etwas unter. Zusammen mit der veröffentlichten Zeitleiste für kommende Objektive (sehr ungewöhnlich für Nikon) wird klar, dass Nikon die Zukunft auf das Z Bajonett ausrichtet.

Kaufen oder lieber warten?

Jeder, der nun eine Z6 oder Z7 kauft muss sich bewusst sein, ein Generation 1 Produkt zu erwerben. Der Preis ist hoch, der Wertverlust wird spätestens mit den verbesserten Nachfolgemodellen schmerzhaft sein und es wird in näherer Zukunft sicherlich ein Modell geben, welches die Ansprüche professioneller Fotografen befriedigt.

Meine persönliche Meinung ist, dass wir s-Varianten der Z6 und Z7 in der zweiten Jahreshälfte 2019 sehen werden, die einen zweiten Kartenslot und Verbesserungen bei Pufferspeicher und AF mitbringen. Die künstlichen Einschränkungen der aktuellen Modelle sind zu offensichtlich auf diese relativ einfach umzusetzende Modellpflege ausgelegt.

Die Professionelle Variante des Z Systems wird hingegen noch etwas länger auf sich warten lassen. Ich sehe diese erst Anfang 2020, dies würde auch zur veröffentlichten Roadmap der Z Objektive passen. Ab diesem Zeitpunkt stehen mit den S-Line Objektiven 14-30mm 4,0, 14-24mm 2,8, 24-70mm 2,8 und dem 70-200mm 2,8 die wichtigsten Objektive für Profifotografen zur Verfügung.

Ein abschließendes Urteil über die Z6 und Z7 lässt sich erst fällen, wenn finale Produkte zur Verfügung stehen und diese von erfahrenen Fotografen im Alltag verwendet wurden. Die derzeitigen Bewertungen der Kameras, basierend auf Vorserienmodellen sind mit großer Vorsicht zu genießen. Nikon war sehr mutig, im Vorfeld der Präsentation Kameras mit Firmwareversion 0.35 und 0.51 an Fotografen und Presse zu verteilen. Mittlerweile sind auch Z7 mit Firmware 1.0 verfügbar und es scheint, als habe es speziell im Bereich Autofokus noch diverse Verbesserungen gegeben. Anders sind die Bewertungen zur Leistung des AF Tracking nicht zu erklären.

Es ist eine höchst individuelle Entscheidung, ob man bereits jetzt in das Z System einsteigt. Die Akzeptanz, bei einem Einstieg im Jahr 2018 Geld zu verbrennen, gehört sicherlich dazu. Man sollte jedoch die Aussage von Nikon ernst nehmen, dass das Z Bajonett die Zukunft darstellt. Das F Bajonett spielt ab nun die zweite Geige und es mag auch von Vorteil sein, sich bereits jetzt mit der Zukunft auseinanderzusetzen.

© 2026 Dennis Saßmannshausen Fotografie

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