AuthorDennis Saßmannshausen

Nikon Z 14-30mm S: Schärfe in den Bildecken

Die ersten Berichte zum neuen Z Nikkor 14-30mm 4,0 S im Netz sind sehr widersprüchlich. Die Einen loben die hohe Bildschärfe bis in die Ecken, die Anderen beklagen speziell bei 14mm  einen starken Abfall der Schärfe. Gegebenenfalls gibt es beim 14-30mm eine qualitative Serienstreuung.

Bei meinem Exemplar kann ich keinerlei Probleme in den Bildecken feststellen (nach erzwungener Softwarekorrektur durch den RAW Konverter). Bei 14mm sind die äußersten Ecken sicherlich am schwächsten, aber ab Blende 5,6 durchaus als gut zu bezeichnen – sofern sie in der Schärfeebene des Bildes liegen. Manche Vergleichsbilder im Internet zeigen unscharfe Ecken in zwei Meter Entfernung während auf ein Motiv in weiter Ferne fokussiert wurde.

Mein Fazit bezüglich der Ecken bisher: 14mm: 4,0 weich, 5,6 gut, 8,0 sehr gut, 16mm: 4,0 etwas weich, 5,6 gut, 8,0 exzellent. Ab 20mm aufwärts ab Blende 5,6 exzellent.

Hier einige Testfotos bei 14mm, 16mm, 20mm, 24mm und 30mm, konvertiert in Nikon ViewNX-i:

14mm 4,0 – RAW Datei
14mm 5,6 – RAW Datei
14mm 8,0 – RAW Datei
16mm 4,0 – RAW Datei
16mm 5,6 – RAW Datei
16mm 8,0 – RAW Datei
20mm 4,0 – RAW Datei
20mm 5,6 – RAW Datei
20mm 8,0 – RAW Datei
24mm 4,0 – RAW Datei
24mm 5,6 – RAW Datei
24mm 8,0 – RAW Datei
30mm 4,0 – RAW Datei
30mm 5,6 – RAW Datei
30mm 8,0 – RAW Datei

Nikon Z 14-30mm 4,0 S: Software ersetzt Optik

Was mit dem Z 24-70mm 4,0 S begann, setzt sich im Übermaß mit dem Z 14-30mm 4,0 S fort: Korrekturen durch Software ersetzen optische Qualität. Fest in den RAW Dateien hinterlegte Parameter veranlassen den RAW Konverter eine nicht abschaltbare Verzeichnungs- und Vigenttierungskorrektur vorzunehmen. Nikons eigene Programme interpretieren die Objektivparameter von Haus aus, Adobe aufgrund einer Kooperation mit Nikon ebenfalls. CaptureOne korrigiert in der aktuellsten Version (April 2019, 12.0.3) nur das Z 24-70mm 4,0, ein entsprechendes Profil für das Z 14-30mm 4,0 wird sicherlich bald folgen.

Auch wenn das Ergebnis dieser softwareseitigen Korrekturen durchaus überzeugen kann muss man sich die Frage stellen, wie man die optische Qualität eines Objektives beurteilen soll: mit oder ohne Korrektur?

Beim Z 24-70mm 4,0 S kann man den Aspekt der Softwarekorrektur noch vernachlässigen, da die Eingriffe relativ moderat sind. Das Z 14-30mm spielt diesbezüglich besonders im Weitwinkelbereich in einer anderen Liga.

Insbesondere im Bereich 14 bis 20mm zeigt es ohne Korrektur einen deutlich weiteren Bildwinkel als durch die nominelle Brennweite angegeben, verzeichnet sehr stark (bei 14mm schon fast Fischaugenähnlich) und die Abbildungsleistung in den Ecken ist unscharf bei sehr deutlicher Vignettierung.

Bei RAW Dateien, die durch die oben gennannten RAW Konverter automatisch korrigiert werden zeigt sich jedoch ein anderes Bild: moderate Verzeichnung; bis auf den Bereich 14/15mm spätestens bei Blende 8 beeindruckend scharfe Bildecken und moderate Vignettierung.

Hier ein schnell geschossenes Beispiel bei Offenblende und 14mm. Links unkorrigiert aus CaptureOne, rechts Nikon NX-D mit „Zwangskorrektur“:

Z 14-30mm 4,0 S bei 14mm, Blende 4. Unkorrigiert aus CaptureOne 12.0.3.

Z 14-30mm 4,0 S bei 14mm, Blende 4. Korrigiert aus Nikon Capture NX-D

Ein ausführlicher Bericht über das Z 14-30mm 4,0 S wird nach einigen Tagen intensiver Nutzung folgen. Es hinterlässt – nach Korrektur – einen ersten sehr guten Eindruck.

Die kompakte Bauweise wird sicherlich zu diesen konstruktiven Kompromissen geführt haben. Dennoch fühle ich mich schon ein wenig verschaukelt. Für knapp über 1400 Euro würde ich in Glas gegossene Qualität unter Verzicht auf Softwaretricksereien erwarten – auch wenn dafür das Objektiv größer und schwerer hätte ausfallen müssen.

Zum Abschluss noch Vergleiche bei 14mm, 16mm, 20mm, 24mm und 30mm. Belichtung und Motiv sind leider nicht ideal, der Eingriff der Softwarekorrektur ist im direkten Vergleich jedoch deutlich zu sehen:

14mm f/8, unkorrigiert, CaptureOne 12
14mm, f/8, korrigiert, Capture NX-D
16mm f/8, unkorrigiert, CaptureOne 12
16mm, f/8, korrigiert, Capture NX-D
20mm f/8, unkorrigiert, CaptureOne 12

RAW Dateien zum Download: 14mm, 16mm, 20mm, 24mm, 30mm

20mm, f/8, korrigiert, Capture NX-D
24mm f/8, unkorrigiert, CaptureOne 12
24mm, f/8, korrigiert, Capture NX-D
30mm f/8, unkorrigiert, CaptureOne 12
30mm, f/8, korrigiert, Capture NX-D

Vergleich im Bildausschnitt. 14mm f/4, oberer Bildrand.

AI 200mm 4,0 Micro Nikkor

Auf den Seiten über manuelle Festbrennweiten ist eine Vorstellung des AI 200mm 4,0 Micro Nikkors hinzugekommen. Es ist das längste AI/AI-S Makroobjektiv von Nikon mit einem großzügigen Arbeitsabstand und einem Abbildungsmaßstab von 1:2. Leider hat es mit optischen Problemen zu kämpfen. Mehr dazu auf dieser Seite.

Abschattung bei Z6 und Z7 bei aktiviertem elektronischem ersten Verschlussvorhang und manuellen Objektiven am FTZ

Verwendet man and Z6 und Z7 manuelle Objektive am FTZ Adapter, tritt bei kurzen Verschlusszeiten ab 1/500s eine Abschattung am unteren Bildrand auf, sofern der elektronische erste Verschlussvorhang – EFCS – aktiviert ist.

Die Stärke der Abschattung hängt vom verwendeten Objektiv ab. Das 50mm 1,2 lag bei den ersten Tests im Mittelfeld, das AI 105mm 2,5 erzeugte einen minimal stärkeren Schatten und das AI-S 24mm 2,8 einen deutlich stärkeren.

Es scheint hier ein Problem der Synchronisierung beim Auslesen des Sensors und dem mechanischen Verschluss zu geben. Anscheinend startet der Verschluss bei kurzen zeiten zu früh.

Interessanterweise tritt dieses Pänomen bei nativen Z und adaptierten Objektiven mit Chip (AF-S, AF-D, AF-P) nicht auf. Die Kamera kann die Timings anscheinend durch die übermittelten Daten so anpassen, dass bei diesen Objektiven keine Abschattung auftritt. Es bleibt jedoch ein Rätsel, warum dies bei manuellen Objektiven trotz korrekt eingetragener Brennweite in den „Objektivdaten für non-CPU Objektiven“ nicht möglich ist. Meiner Meinung nach ist dies ein Firmware Bug.

Nikkor AI-S 50mm 1,2 an Z6 mit FTZ bei 1/500s, 1/640s, 2/1000s und 1/2000s:

AF Messfeldgröße – Unterschiede zwischen Z7 und Z6

Nikon scheint die AF Messfeldgröße der Anzahl der AF Sensoren auf dem Bildsensor  anzupassen.

Leider sind keine genauen Daten bekannt, wie viele AF Messfelder z.B. bei Verwendung des Single Point AF zur Fokusbestimmung herangezogen werden.

Allerdings scheinen Z7 und Z6 von ihren 493 bzw. 273 AF Messfeldern jeweils eine konstante Anzahl für die Bildung der AF Modi Pinpoint, Single Point und Wide-S heranzuziehen. Da die Fokusmessfelder auf dem Sensor der Z6 in einem größeren Abstand zueinander sitzen, ergibt dies bei der Verwendung der gleichen Anzahl von Messfeldern eine flächenmäßig größere Abdeckung.

Dies fällt insbesondere im direkten Vergleich der Sucherbilder auf. Bei Pinpoint bis Wide-S ist der Fokusindikator im Sucher der Z7 deutlich kleiner als bei der Z6. Bei Wide-L unterscheidet sich die Anzeige hingegen nicht.

Bei Single Point sieht das im direkten Vergleich folgendermaßen aus:

In der Praxis kann dies dazu führen, dass die Z6 bei schwierigen Motiven etwas einfacher fokussieren kann.

© 2026 Dennis Saßmannshausen Fotografie

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