Zum 40 Jährigen Jubiläum der Tamron SP (Super Performance) Reihe erschien im Jahr 2019 das SP 35mm 1,4 Di USM. Es ist für Nikon F und Canon EF für ca. 730 € erhältlich.
Gehäuse und Handling
Das Tamron SP 35mm 1,4 zeichnet sich durch eine tadellose Verarbeitung aus. Das Metallgehäuse bringt 805g auf die Waage. Der Filterdurchmesser beträgt 72mm. Die Blende wird elektronisch gesteuert, somit ist das Objektiv mit allen Kameras ab der Generation D3/D700/D300, sowie der Z Serie via FTZ Adapter kompatibel. An der linken Seite findet sich ein AF/MF Umschalter. Die Naheinstellgrenze liegt bei 0,3m. Der innenfokussierende Autofokus arbeitet dank Ultraschallmotor schnell, leise und präzise.
HINWEIS FÜR NUTZER DES Z SYSTEMS: Das Tamron SP 35mm 1,4 fokussiert an spiegellosen Z Kameras seit einigen Firmwareupdates nicht mehr zuverlässig. Zunächst arbeitete es noch tadellos an Z6, Z7 und Z9, neuere Updates sowie neuere Kameragenerationen brachten jedoch Probleme am FTZ.
Das Problem zeigt sich wie folgt: Im Einzelfokusbetrieb fokussiert es bei Blende 1,4 noch zuverlässig. Je weiter man abblendet, um so langsamer wird der Fokus und der Fokusmotor stoppt vor erreichen des Fokuspunktes. Dies liegt anscheinend daran, dass die Z Kameras im Standard die Blende im LiveView bis f/5,6 immer weiter schließen und sich in Verbindung mit diesem Objektiv daraus ein Problem zu ergeben scheint. Spätestens ab Blende 5,6 liegt der Fokus stark daneben. An Kameras wie Z6, Z7, Z50, Zfc gibt es die Möglichkeit, im AF-S Betrieb nach dem initialen AF Vorgang noch zwei, drei Mal den Auslöser anzutippen und nachzufokussieren. Der AF Motor „ruckelt“ sich dadurch in kaum wahrnehmbaren Mikroschritten an die richtige Position. Eine zweite Möglichkeit: Verwendung des kleinsten Messfelds „Nadelspitzen AF“. Kurioserweise fokussiert es hier – unabhängig von der verwendeten Blende – korrekt. Man könnte den Verdacht haben, Nikon hat bei diesem AF Feld vergessen, das Problem „einzubauen“.
Für Nutzer einer Z8 oder Z9 gibt es eine elegantere Möglichkeit: fokussieren bei Offenblende. Aktuelle Firmwareversionen bieten diese Einstellung in den Individualfunktionen im Abschnitt a) an: „a14: Maximale Blende LV“. Ist diese Funktion aktiviert, funktioniert das Tamron SP 35mm 1,4 tadellos.
Optische Leistung
Die Bildschärfe bei Offenblende ist in der Bildmitte beeindruckend und fällt nur leicht zum Rand hin ab. Lediglich die äußersten Ecken schwächeln bei Blende 1,4 etwas – allerdings auf einem hohen Niveau. Das Tamron kann hinsichtlich der Schärfe bedenkenlos bei Offenblende eingesetzt werden. Die Ränder und Ecken gewinnen bis Blende 2,8 weiter an Zeichnung und erreichen dann eine exzellente Abbildungsleistung, weiteres Abblenden vergrößert nur noch die Tiefenschärfe.
Eine Bildfeldwölbung ist nicht auszumachen. Wie bei Objektiven hoher Lichtstärke üblich, vignettiert es bei Offenblende recht deutlich. Bei Blende 2,8 fällt die Randabdunkelung deutlich geringer aus und bei Blende 4 ist sie nicht mehr sichtbar. Farbsäume / CA sind erfreulicherweise kein Thema, das Objektiv ist ausgezeichnet korrigiert.
Starke Farben und intensive Kontraste zeichnen das Tamron 35mm 1,4 aus, aber das eigentliche Highlight ist die weiche, cremige Hintergrundunschärfe. Das Tamron SP 35mm 1,4 Di USD spielt dabei in einer Liga mit den besten Festbrennweiten, wenn es um weiches, gefälliges Bokeh geht. In den Unschärfebereichen sind keine konstruktionbedingten Strukturen wie z.B. Blendenstrukturen erkennbar.
Fazit
Exzellente Schärfe bereits bei Offenblende und cremig weiches Bokeh – besser geht es fast nicht. Das Tamron 35mm 1,4 reiht sich problemlos in die Riege der außergewöhnlichen Festbrennweiten ein. Betrachtet man die von Nikon angebotenen Spitzenobjektive 28mm 1,4E, 58mm 1,4E und 105mm 1,4E, kann Tamrons 35er problemlos mithalten. Sicherlich das beste 35mm Objektiv für den F Mount. Absolut zu empfehlen!
Beispielfotos





